Seite 15 - personalmagazin_2014_06

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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
Arbeitnehmern ihren Job. Stress und
Erleichterung stehen insoweit wie das
sprichwörtliche Paar „Fluch und Segen“
nebeneinander. Das ist ein weltweiter
Trend, wie eine internationale Studie
belegt, für die das Forschungsinstitut
Ipsos im Auftrag der Hotelkette Pullman
2.200 internationale Geschäftsreisende
aus sieben Ländern befragt hat. Ob die-
ser Trend eher als Bedrohung oder Mög-
lichkeit wahrgenommen wird, ist dabei
offenbar auch eine Kulturfrage: Die
meisten Studienteilnehmer (83 Pro­zent)
sehen zwar vor allem Vorteile darin: Sie
denken, dass sie dadurch effizienter und
produktiver arbeiten. Doch in Deutsch-
land und Frankreich äußern sich viele
Befragte auch sehr kritisch: Sie sehen
die Vermischung von Beruflichem und
Privatem als potenziellen Stressfaktor.
Das Ziel: Flexibel und gesund arbeiten
Was sollen Unternehmen also tun? Eine
strikte Feierabendregel einführen, be-
vor die Politik sie mit einer Anti-Stress-
Regelung überfährt? Oder weiterhin
darauf setzen, dass die Mitarbeiter ihre
Leistung eigenverantwortlich, flexibel
und gesund erbringen? Es ist wohl der
goldene Mittelweg, der zum Ziel führt:
Unternehmen müssen den Spagat zwi-
schen Flexibilität und Fürsorgepflicht
schaffen. Sie müssen die ständige Er-
reichbarkeit eingrenzen, ohne sie zu
verteufeln und abzuschaffen. Dazu ra-
ten auch die Autoren der Yougov-Studie:
„Hier sind Maßnahmen sinnvoll, die
dem Arbeitnehmer helfen, trotz ent-
grenztem Arbeiten die Balance von Ar-
beit und freier Zeit zu wahren.“
Eine Umfrage der Deutschen Gesell-
schaft für Personalführung aus dem Jahr
2012 zeigt, dass sich Personalverant-
wortliche Maßnahmen gegen ständige
Erreichbarkeit wünschen. 61 Prozent
wollen Regeln auf betrieblicher Ebe-
ne einführen, während nur 35 Prozent
gegen solche Regeln sind. Viele Unter-
nehmen – gerade die großen Konzerne
– haben inzwischen Maßnahmen einge-
führt. Was bisher wie umgesetzt wurde,
lesen Sie im Beitrag ab Seite 24. Weitere
Arbeitgeber werden diesen Beispielen
sicherlich folgen. Denn die Gewerk-
Smartphones erleich-
tern die flexible Arbeit
wesentlich. Ständige
Erreichbarkeit belastet
aber auch.
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