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Auch Kontakte zu Bloggern spielen bei
einem systematischen Employer-Reputa-
tionsmanagement eine entscheidende
Rolle. Hier haben es Unternehmen eben
nicht mit Zielgruppen und Konsumenten
ihrer Personalarbeit zu tun, sondern mit
Menschen, die eine kritische Ausei-
nandersetzung suchen. Blogger, die als
Meinungsbildner für das Arbeitgeberan-
sehen als relevant erkannt wurden,
sollten mit neuen Ideen und inhaltlichen
Angeboten immer wieder überrascht
werden. Generell gilt: je individueller die
PR-Ansprache, desto besser. Das kostet
viel Zeit, lohnt sich aber.
Zudem kommt es ganz entscheidend
darauf an, Führungskräfte in ihrer Rol-
le als „Personalarbeiter“ im Sinne eines
unternehmensweit konsistenten Repu-
tationsmanagements handlungs- und
sprechfähig zu machen: Sie müssen die
Reputationswerte und -stärken ihres
Hauses kennen, sie vorleben und über-
zeugend weitergeben.
In die Zukunft denken
Insgesamt ist eine Gesamtstrategie ge-
fragt, die zum einen auf agile Employer
Brands setzt, diesen aber dann mit ei-
nem Employer-Reputation-Konzept ei-
nen dauerhaften und stabilen Rahmen
gibt. Denn ein gutes Arbeitgeberimage
kann nicht mit einmaligem Aktionis-
mus geschaffen werden, wie zum Bei-
spiel einmalig ein Arbeitgebervideo zu
produzieren. Ernsthafte Employer Repu-
tation fordert Konsequenz, dauerhaftes
Bemühen und ständige Arbeit. Mithin
den gleichen Einsatz wie er beim Mar-
ken- und Produktdesign für Unterneh-
men als selbstverständlich gilt.
Leben ist Evolution. Das bedeutet, dass
wir künftig offen sein müssen für sich
verändernde Kulturen – ein statisches
Employer Branding kann immer nur für
eine beschränkte Zeit wirken. Employer
Branding darf nicht zu einem festge-
schriebenen System werden, es muss
sich öffnen und bereit sein, offen für
Veränderungen zu bleiben. Dabei hilft
das Bild der „Liquid Identity“ von Mike
Meiré – die Einsicht, dass sich (Arbeit-
geber-)Identitäten heute laufend ändern
müssen. Was wir brauchen sind wand-
lungsfähige Employer Brands, kurzum
die Ablösung des klassichen Employer-
Branding-Konzepts durch nachhaltige
Employer Reputation.
Bernhard Schelenz
ist geschäftsfüh-
render Gesellschafter der Schelenz GmbH –
Kreative Beratung für Human Resources und
Kommunikationsagentur.
Torsten Bittlingmaier
ist Mitglied der
Geschäftsleitung der Haufe Akademie.