60
Organisation
_HR-Strategie
personalmagazin 05 / 14
Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
Schritt priorisieren jeweils zwei „Trend-
scouts“ (strategieaffine Mitarbeiter) aus
allen HR-Fachabteilungen gemeinsam
mit dem HR-Strategieteam die vorge-
brachten Maßnahmen. Bei vier HR-
Fachabteilungen sind damit maximal
40 Maßnahmen zu erwarten. Am Ende
bleiben maximal zehn Maßnahmen für
die kommende HR-Strategie übrig. Die
angewandte Priorisierung beschränkt
sich dabei auf drei mögliche Kategorien:
• Kategorie eins: (Weitgehende) Einig-
keit, dass die Maßnahme realisiert
werden muss, um die Zielsetzung zu
erreichen.
• Kategorie zwei: Uneinigkeit, ohne
Zwang zur Entscheidung auf Katego-
rie eins oder drei.
• Kategorie drei: (Weitgehende) Einig-
keit, dass die Maßnahme nicht reali-
siert werden soll.
Dieses Bottom-up-Ergebnis wird in
Schritt vier unter Hinzuziehung der
oberen Führungskräfte des HR-Bereichs
bei einem Halbtagsworkshop kritisch
diskutiert. Die Kernfrage lautet dabei,
ob die hinreichende Überzeugung be-
steht, dass mit dem jeweiligen Maßnah-
menvorschlag (Schritt drei) eines der ur-
sprünglich identifizierten strategischen
HR-Ziele (Schritt eins) maßgeblich vo-
rangebracht werden kann. Die oberen
HR-Führungskräfte legen gemeinsam
fest, welche der zehn Maßnahmen wei-
ter verfolgt werden. Gegebenenfalls vor-
handene weitere strategisch relevante
Maßnahmen können in der Linie weiter
verfolgt werden, stehen dann aber nicht
im Fokus des HR-Strategieprozesses
und haben damit auch keine vorrangi-
gen Ressourcenzugriffsoptionen.
Detaillierte Auftragsklärung
Im fünften Schritt folgt eine Detaillie-
rungsphase. Für jede Maßnahme wer-
den standardisierte Projektsteckbriefe
mit Verantwortlichkeiten, Aufgabendefi-
nition, Meilensteinplanung und genauer
Budget- und Ressourcenplanung erstellt
(siehe Grafik Seite 61). Durch die detail-
lierte Auftragsklärung (Ziele, Ressour-
cen, Zeiten) finden frühzeitig Gespräche
unter den Beteiligten statt, Unklarheiten
lassen sich schnell erkennen und klären.
Erst abschließend wird in Schritt sechs
die HR-Strategie für das kommende Jahr
unter Berücksichtigung der Detailpla-
nungen finalisiert. Dies kann bedeuten,
dass aufgrund der erfolgten Detailpla-
nungen erkennbare Ressourcenengpäs-
se eine Rejustierung beziehungsweise
Streichung einzelner Maßnahmen erfor-
derlich machen. Eine umfassende und
breite Kommunikation der Ergebnisse
innerhalb des HR-Bereichs sichert die
Unterstützung in der Realisierungspha-
se. Der jährliche HR-Strategieprozess
endet vor dem unternehmensweiten
Strategie- und Planungsprozess. Somit
werden zusätzliche übergreifende Anfor-
derungen an HR, die gegebenenfalls un-
berücksichtigt sind, später ergänzt.
Phase 2: Umsetzungscontrolling
Ein regelmäßiges Reporting stellt die
Zielerreichung und Maßnahmenum-
setzung sicher. Durch komprimierte
Berichtszyklen zum Maßnahmenfort-
schritt im Zweimonatsrhythmus ent-
steht Verbindlichkeit bis zum Ende der
jeweiligen Projektlaufzeiten. Die Maß-
Prozessablauf
Quelle: techniker krankenkasse
Die Grafik zeigt die sechs Schritte der Entwicklung beziehungswei-
se Überprüfung der HR-Strategie bei der Techniker Krankenkasse.
Ergebnis ist eine jährlich aktualisierte Strategielandkarte, in der die
Topthemen für die HR-Arbeit im kommenden Jahr definiert sind.
obere Führungskräfte (FK)
Ziele priorisieren für weiteren
Prozess (möglichst kleiner fünf)
Je FB: Führungskräfte und Trendscouts
Maßnahmen für die definierten Ziele als Input für
Trendscoutworkshop je FB auflisten
Mai
Anfang Juni
Mitte Juni
Mitte Juli
1.
2.
Zielfestlegung
Fachbereichsinterne (FB) Vorbereitung
Trendscouts (zwei je FB)
gemeinsame Priorisierung
der eingereichten Maß-
nahmen
3.
Trendscoutworkshop
Trendscouts und FK
Abstimmung über die
zentralen Maßnahmen
(obere FK)
Vorstellung der Projekt
steckbriefe und Verabschie-
dung der Maßnahmen
4.
6.
zweiter Trendscout-
workshop
Beschluss HR-Strategie
vor Budget- und Haus-
haltsplanung
Zuständige Projektleiter
Abgestimmte Projektpläne samt Budget- und Ressour-
censchätzung für jede der zentralen Maßnahmen
5.
Ausarbeitung der Projektsteckbriefe und Zeitpläne