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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
gerne eine für ihr Unternehmen zuge
schnittene, individualisierte Lösung. Für
größere Unternehmen und insbesonde
re (internationale) Konzerne spielt die
Integrierbarkeit der bKV in sogenann
te Cafeteria-Modelle eine zunehmend
wichtige Rolle.
Entscheider in der Chefetage
Die betriebliche Krankenversicherung
ist für Unternehmen ein strategisch
wichtiges Thema und entsprechend
weit oben in der Firmenhierarchie ange
siedelt: In allen befragten Unternehmen
entscheiden der Vorstand beziehungs
weise die Geschäftsführung über ihre
Einführung. Aufgrund der Seniorität
der Entscheider erwarten die Arbeit
geber von den bKV-Versicherern dazu
passende vertriebliche Ansätze. Sofern
vorhanden, war der firmenverbundene
Makler der primär gewünschte Ver
triebspartner (53 Prozent), alternativ
erwarten die Unternehmen einen Key-
Account-Manager (53 Prozent) auf Ver
triebsseite des Anbieters. Einigen der
Befragten war zudem die Augenhöhe
der Verhandlungspartner ein wich
tiges Anliegen. Das heißt konkret, dass
manche Arbeitgeber neben einem bKV-
Experten auch eine Führungskraft oder
den Vorstand des Versicherers zu einem
Gespräch erwarten.
Bei den Empfehlungen zur Auswahl
einer bKV spielen insbesondere das
persönliche Netzwerk und spezielle
HR-Netzwerke eine dominierende Rol
le. Wichtig ist den Befragten zu wissen,
welche anderen, möglichst bekannten
Unternehmen bereits eine bKV abge
schlossen haben. Sie wünschen Erfah
rungsaustausch, um die von einer bKV
erhofften Effekte im Vorfeld besser
abschätzen und bewerten zu können
(Kontaktadressen hierfür finden Sie im
Kasten oben links).
Auch Arbeitgeber- oder Branchenver
bände spielen eine Rolle bei der Auswahl
der bKV. Jeweils 42 Prozent gaben an,
diese Vereinigungen als vertrauenswür
dige Institutionen für die Empfehlung
Die folgenden Firmen haben bereits eine bKV eingeführt und sind bereit, Interessier-
ten ihre Erfahrungen zu schildern oder auch konkrete Fragen zu beantworten.
Holz und Raum GmbH
, Berlin: Der mittelständische Handwerksbetrieb (u. a. Tischlerei
und Möbelhandel) bietet seit 1.4.2014 allen 65 Mitarbeitern eine bKV mit Leistungen zu
Sehhilfen, Zahnersatz und Zahnbehandlung an. Motiv ist die Förderung der Mitarbeiterzu-
friedenheit. Ansprechpartner: René Thömke, Leiter Controlling,
SMC Pneumatik GmbH
, Egelsbach: Der Maschinenbaubetrieb mit 600 Mitarbeitern
bietet seit 1.5.2012 allen Mitarbeitern (ausgenommen Auszubildende und Leiten-
de Angestellte) eine bKV an. Derzeit nutzen das 400 Mitarbeiter – die restlichen 200
Mitarbeiter sind entweder privat versichert oder hatten bereits vor dem 1.5.2012 eine
Zusatzkrankenversicherung. Diese 200 Mitarbeiter erhalten als Ausgleich einen Zuschuss
zu ihrer außerhalb von SMC bestehenden Krankenzusatzversicherung. Ansprechpartner:
Karl-Heinz Fuchs, Manager Human Resources,
Algeco GmbH,
Kehl: Seit 1.4.2012 werden bei dem Komplett-Baudienstleister alle un-
befristet eingestellten Mitarbeiter über einen Rahmenvertrag zur bKV in den Bereichen
Zahnzusatzversicherung, Zahnersatz und Krankentagegeld abgesichert. Bei der Einfüh-
rung flossen 0,15 Prozent einer anstehenden Lohn- und Gehaltserhöhung symbolisch in
die Einführungskosten der bKV. Weitere Leistungen zu Vorteilskonditionen bei Selbstzah-
lung sind optional. Seit 2014 werden auch für obere Führungskräfte weitere unterneh-
mensfinanzierte Bausteine angeboten. Ansprechpartner: Marc Fahlbusch, HR Director of
Central and Eastern Europe,
Ansprechpartner
Austausch
Vor der Anbieter- oder Produktentscheidung steht die Erfassung des individuellen
Bedarfs des Unternehmens. Die folgenden zehn Punkte müssen Sie dazu klären.
1. Zielsetzung: Wozu soll die bKV innerhalb des Unternehmens dienen?
2. Bedarfsgruppe: Welche internen Zielgruppen sollen mit der bKV erreicht werden?
3. Versicherungsbedarf: Welche versicherungsspezifischen Bedürfnisse haben diese?
4. Finanzieller Spielraum: Welches Budget besteht für eine bKV – auch in Abgrenzung
beziehungsweise unter Einbeziehung anderer Employee-Benefits?
5. Steuerliche Behandlung: Welche steuerlichen Auswirkungen müssen bedacht wer-
den? (Klärung mit eigener Steuerabteilung beziehungsweise Steuerberater)
6. Serviceerwartungen: Welcher Support wird vom bKV-Versicherer erwartet?
7. Unterstützung: Wie wird der hausinterne oder unternehmensassoziierte Versiche-
rungsspezialist frühzeitig eingebunden?
8. Anbieterauswahl: Welche Anforderungen bestehen für den Auswahlprozess? Wer
sorgt für die Unternehmensinformationen (zum Beispiel HR-Netzwerk)?
9. Mitbestimmung: Wie kann und wo muss die Mitarbeitervertretung eingebunden sein?
10. Erfolgskontrolle: Wer sorgt für regelmäßige Reviews aus Unternehmens- und Mitar-
beiterperspektive mit Blick auf einen eventuellen Anbieterwechsel?
Zehn Fragen, die Sie stellen sollten
CHECKLISTE