Seite 50 - personalmagazin_2014_05

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Organisation
_Betriebliche Krankenversicherung
personalmagazin 05 / 14
einer bKV anzusehen. Dies gilt insbeson­
dere für Unternehmen in Branchen, die
durch einen aktiven Branchenverband
unterstützt wird, beispielsweise Chemie,
Pharma, Werbung und IT. Hier haben ei­
nige bereits sehr gute Erfahrungen im
Kontext der betrieblichen Altersvorsorge
(bAV) gemacht und können sich auch bei
der bKV gut eine brancheneinheitliche
Lösung vorstellen.
Ein Großteil der befragten Arbeitgeber
(62 Prozent) sehen das betriebliche Ge­
sundheitsmanagement (BGM) als gute
Ergänzung zur bKV und würden eine
integrierte Lösung bevorzugen, bei der
ein Anbieter beide Leistungen erbringt.
Diesem Wunsch entsprechen einzelne
Versicherer bereits heute mit eigenstän­
digen Angeboten oder in Kooperation
mit spezialisierten Partnern.
Klare Mindeststandards sind definiert
Obwohl die betriebliche Krankenversi­
cherung als Produkt noch relativ neu ist,
zeichnen sich bereits jetzt Mindeststan­
dards ab. So erwarten alle Studienteil­
nehmer Infoflyer im eigenen Corporate
Design sowie eine Einbindung von bKV-
Informationen in das Unternehmensint­
ranet als selbstverständliche Leistungen.
Auch eine Mitarbeiterhotline, bei der Ex­
perten des Krankenversicherers Fragen
der Belegschaft zur bKV beantworten,
ist für 88 Prozent eine Standardleistung.
Zum einen erwarten Arbeitgeber vom
bKV-Versicherer weitere Services („Ser­
vice plus“) als reale Unterstützung ihrer
täglichen Personalarbeit. Zum anderen
haben die Befragten ein starkes Interes­
se an einer für ihre Mitarbeiter „erleb­
baren“ bKV. Für sie ist entscheidend,
dass ihr Engagement kontinuierlich von
den Mitarbeitern wahrgenommen wird
und die Motivation nicht nach Einfüh­
rung der bKV verpufft. Erste Ansätze
wie Versichertenkarten, Apps oder auch
besondere Produktvarianten gibt es zwar
bereits im Markt, die Befragten sehen
hier jedoch Entwicklungsbedarf.
Fazit: Personalentscheider sind gut
beraten, sich im ersten Schritt über die
spezifische Zielsetzung ihres Unterneh­
mens im Kontext bKV klar zu sein, um
die Anbieter- und Produktauswahl zu
gestalten. Auch wenn sich der Markt
aktuell noch relativ homogen darstellt,
gibt es bereits erkennbare Unterschiede
im Leistungsspektrum und Servicelevel
der bKV-Versicherer. Somit sollte die
Entscheidung für einen Anbieter gut
überlegt sein, denn sieben von zehn Per­
sonalentscheidern würden einen einmal
gewählten bKV-Anbieter nicht oder nur
bei gravierenden Mängeln wechseln.
Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
Dr. Frauke Wildvang
ist
Managerin bei der Strategie-
beratung Bülow & Consorten
GmbH in Hamburg.
Stefan Bleyhl
ist
Geschäftsführer bei der
Strategieberatung Bülow &
Consorten GmbH in Hamburg.
Beitragsstabilität
Planbaren Kosten- und Verwaltungsaufwand sowie Empfehlungen durch HR-Netzwerke
nannten die Befragten als wichtigste Auswahlkriterien für eine bKV.
Quelle: Bülow & Consorten
Erfolgsfaktoren in der bKV
„stimme zu/stimme voll zu“, Angaben in Prozent, n = 20
100
Verwaltbarkeit (planbarer Auf-
wand)
94
Beitragshöhe
94
Empfehlung durch HR-Netzwerk
71
Integrierte Lösung mit BGM
62
Maßgeschneiderte Produkte
53
Expertise und Augenhöhe im
Vertrieb
53
Empfehlung durch Arbeitgeber-
verband/Branchenverband
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Eine betriebliche Krankenversicherung
bieten die folgenden Versicherer:
Marktübersicht
Allianz
Arag
Axa
Barmenia
Central
Continentale
CSS
Debeka
DKV
Ergo
Gothaer
Hallesche
Hanse Merkur
HDI
Huk
Nürnberger
Provinzial
R+V
Signal Iduna/Deutscher Ring
SDK
VKB
Württembergische
Stand April 2014