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bildung handelt. „Das Problem ist, dass
MBA-Interessenten und Unternehmen
häufig der Durchblick fehlt“, kritisiert
Karlheinz Schwuchow, Professor an der
Hochschule Bremen und langjähriger
Kenner der deutschen MBA-Szene. So
sei er immer wieder verblüfft, wie wenig
Personalmanager sich mit der MBA-The-
matik auseinandersetzen.
Personaler kennen sich wenig aus
Einen Grund für die zahlreichen „Mo-
gel-MBAs“ sieht Schwuchow auch im
erfolgreichen Marketing. „Ein MBA lässt
sich eben besser und teurer verkaufen
als ein spezialisiertes Master-Studium“,
so der Professor. „Das international
übliche MBA-Verständnis hat keinen
Eingang in die in Deutschland gültigen
Regeln gefunden und der MBA-Titel
ist nun mal nicht geschützt“, sagt Olaf
Bartz, Geschäftsführer des Akkreditie-
rungsrats, der die Qualität der Studi-
engänge überwachen soll. Daher seien
auch den Akkreditierungsagenturen die
Hände gebunden. Die Folge: Auch wenn
ein MBA-Studiengang inhaltlich kein
MBA ist, wird er akkreditiert.
Dabei gibt es aber durchaus auch spe-
zialisierte MBA-Studiengänge, die dem
MBA-Konzept entsprechen und bei denen
– so die Grundregel – mindestens 50 Pro-
zent der Lehrinhalte Kenntnisse in Ge-
neral Management vermitteln. Man lernt
also allgemeine Unternehmensführung,
aber mit Schwerpunkt auf eine Branche.
Ein Beispiel dafür ist der „MBA Purcha-
sing & Supply Chain Management“, den
der Autozulieferer Brose zusammen mit
der Universität Würzburg entwickelt
hat. „60 Prozent der Inhalte sind Ma-
nagementthemen, 40 Prozent spezielle
Einkaufs- und Supply-Chain-Inhalte“, er-
klärt Simone Grübert, KoordinatorinWei-
terbildung der Brose Akademie. So gibt
es unter anderem Module zu den Grund-
lagen des Managements mit Themen
wie Investment und Finanzierung, Rech-
nungswesen, Marketing und HR sowie zu
Leadership und modernen Management-
konzepten. Im Gegensatz zu einer klas-
sischen Master-Ausbildung vermittle der
MBA nicht nur fachspezifisches Wissen,
sondern fördere auch bereichsübergrei-
fendes Denken, betont Grübert. Aktuell
machen sechs Brose-Mitarbeiter aus
Deutschland und China den MBA. Beim
nächsten Start im Februar 2015 sollen
auch Kollegen aus den USA und Brasi-
lien teilnehmen. Brose gewährt seinen
Mitarbeitern für die Hälfte des Blockun-
terrichts (17,5 Tage pro Jahr) Bildungs-
urlaub und übernimmt die Hälfte der
Studiengebühren (maximal 10.000 Euro).
Das Studium ist in den Personalentwick-
lungsprozess integriert. Die Teilnehmer
hätten, so Grübert, bereits als Leistungs-
träger überzeugt und schon während des
Auswahlprozesses für das Studiumwerde
eine höherwertige Zielposition definiert.
Studienbegleitendwerde dann zusammen
mit demMitarbeiter die künftige Aufgabe
imUnternehmen konkretisiert und dieser
nehme flankierend an internen Trainings
teil, um bestmöglich auf seine neue Posi-
tion vorbereitet zu werden.
ADD-ON
In der Digitalausgabe des Personal-
magazins finden Sie die europäischen
Leitlinien für MBA-Programme.
BÄRBEL SCHWERTFEGER
ist freie Journa-
listin und MBA-Expertin in München.
Berufsbegleitend
studieren an der HFH
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Personalmagazin
ET: 25.09.2014
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