Seite 15 - personalmagazin_2014_01

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auf unsystematischen Einzelwahrneh-
mungen beruhende aktuelle Bewertung
einer Generation mit der subjektiven
Erinnerung an die Einstellungen, die
man bei der Vorgängergeneration vor 20
Jahren glaubt beobachtet zu haben. Die-
se oftmals auf anekdotischer Evidenz
basierenden Einschätzungen werden
von Wahrnehmungsverzerrungen be-
einflusst wie beispielsweise dem Rück-
schaufehler (verzerrte Erinnerung an
Vergangenes auf der Basis neuer Infor-
mationen) oder der Verfügbarkeitsheu-
ristik (Beurteilung aufgrund von leicht
zugänglichen, aber nicht repräsenta-
tiven Beispielen). Der Austausch mit
ähnlich Denkenden über Fachgremien,
Kongresse und Tagungen kann diese
Verzerrungen noch verstärken. Wissen-
schaft zeichnet sich hingegen durch die
stringente und nachvollziehbare Me-
thodik aus. Dies kann bei Themen wie
„Generation Y“ hilfreich sein, um Be-
wertungsverzerrungen zu vermeiden.
Um Generationeneffekte von anderen
Einflussfaktoren und insbesondere von
Alterseffekten zu trennen, müssen die
arbeitsbezogenen
Werteinstellungen
der heute circa 30-Jährigen mit den Ein-
stellungen der heute 50-Jährigen vergli-
chen werden, die diese vor 20 Jahren
geäußert haben. Erforderlich sind somit
Längsschnittuntersuchungen und bei
diesen zeigen sich lediglich geringfügi-
ge Unterschiede in den arbeitsbezoge-
nen Werthaltungen zwischen den Gene-
rationen und dort, wo diese vorhanden
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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an melanie.roessler@personalmagazin.de
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