personalmagazin 03 / 14
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spezial
_Technologietrends
Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
so integriert wie ein Kopfhörer und ein
Display. Eine solche Datenbrille wird wie
eine normale Brille getragen. Der große
Vorteil ist, dass die Kommunikation über
mehrere Sinnesorgane stattfindet und
daher weitestgehend freihändig erfolgen
kann. Digitale und reale Welt verschmel-
zen zur so genannten „Augmented Reali-
ty“ (erweiterte Realität). Obwohl Googles
Datenbrille erst im Laufe dieses Jahres
gekauft werden kann, sind bereits erste
Apps am Markt, und die Erwartungen
sind groß.
Der Personaler wird sich auf jeden
Fall in Kürze mit dem Thema befassen
müssen. Denn wichtige interne Doku-
mente lassen sich dann noch einfacher
als mit dem Smartphone fotografieren
und speichern, Besprechungen lassen
sich komplett aufzeichnen, ohne dass die
anwesenden Personen dies unbedingt
bemerken.
Wird es gelingen, das Mitbringen
und Tragen der privat angeschafften
Datenbrille zu verbieten? Ebensowenig
ist es bekanntlich gelungen, das private
Smartphone aus den Unternehmen zu
verbannen. Datenschutz, Urheberrecht,
Wahrung von Persönlichkeitsrechten
und Geschäftsgeheimnissen sind somit
nur einige Themen, mit denen man sich
beim Tragen der Datenbrille im Unter-
nehmen beschäftigen müsste. Umge-
kehrt sollten aber auch die Potenziale,
die sich durch „Augmented Reality“
und Datenbrille ergeben, erkannt und
erprobt werden. Behinderte Mitarbeiter
integrieren sich möglicherweise viel ein-
facher in den Arbeitsprozess, Produkte
lassen sich anders vermarkten. Wer
beide Hände bei der Arbeit braucht, hat
diese jetzt auch tatsächlich dafür frei
ohne zusätzlich Monitore bedienen zu
müssen.
Trend vier: Big HR Data
Mitarbeiterbefragungen sind eine tra-
ditionelle Methode der Personaler, um
etwas über die Stimmung im Unterneh-
men zu erfahren. Weil diese Aktion er-
heblichen Aufwand bedeutet, machen
es die meisten Unternehmen nur alle
ein bis zwei Jahre. Warum nicht einfach
die Mails und Social-Media-Beiträge al-
ler Mitarbeiter regelmäßig analysieren?
Hierbei kann gezielt nach Emotionen ge-
sucht werden, Lob und Kritik lässt sich
herausfiltern und die Personalabteilung
kann kurzfristig auf veränderte Stim-
mungen reagieren und gezielte Gegen-
maßnahmen ergreifen.
Auch der richtige Beschaffungskanal
wird immer wichtiger. Viele Unterneh-
men wissen allerdings nicht genau, wel-
che Rekrutierungswege optimal sind und
wie die Kandidaten am besten angespro-
chen werden können. Warum führen so
wenige Unternehmen eine genaue Analy-
se durch, woher die erfolgreich rekrutier-
tenMitarbeiter kommen und wie lange sie
bleiben? Interessant ist auch die Frage,
warum Mitarbeiter das Unternehmen
verlassen: Warum versucht man nicht
– im Sinne einer Frühwarnung – durch
Korrelationen mit Daten aus persönli-
cher Entwicklungshistorie, Beurteilungs-
gesprächen, Surf- und Mailverhalten die
wechselwilligen Mitarbeiter rechtzeitig
zu erkennen und präventiv an das Unter-
nehmen zu binden?
Die Antwort auf diese drei exemplari-
schen Fragen lautet: Big Data. Hierunter
fasst man verschiedene Analysetools und
Speichertechnologien zusammen, die
die vormals begrenzten Auswertungs-
möglichkeiten sehr großer Mengen ge-
schäftlicher Daten aufheben. Bei Big Data
steht das Erkennen und Verstehen von
Beziehungen von und zwischen Daten im
Mittelpunkt. Bis vor wenigen Jahren war
es gar nicht möglich, sehr große Daten-
mengen kostengünstig zu speichern. Die
großen Internet-Unternehmen mussten
als erste mit der Datenflut fertig werden.
Google sammelt beispielsweise täglich
24 Petabyte an Daten, das ist ungefähr
tausendmal so viel wie alle gedruckten
Werke in der US-Kongressbibliothek zu-
sammen. Facebook speichert stündlich
Jobbörsen
Trends und ihre Bedeutung für HR
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eigene Karriereseiten
74
Homeoffice/Telearbeit
57
Webinare
54
E-Learning
54
Die neuen Möglichkeiten bei der Bewerbersuche schätzen weit über 70 Prozent der in
der Gemit-Studie befragten Personaler als die wichtigsten digitalen Trends ein.
Quelle: INstitut Gemit in Zusammenarbeit mit Datakontext/Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm
Angaben in Prozent; n = 95, Mehrfachnennungen möglich
Xing
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Mobile HR
48
Collaboration-Tools
47
Firmenapps
33
Facebook
29
Chaträume
22
Twitter
19