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grund ist es vorteilhaft, die Ausgangs-
lage zu analysieren. Geprüft werden
sollte vor allem, ob Führungskräfte
und Mitarbeiter auf die Integration ei-
ner Fachkraft ausländischer Herkunft
vorbereitet sind und ob im Unterneh-
men die Offenheit besteht, mit kultu-
reller Vielfalt produktiv umzugehen.
Dazu kann eine Projektgruppe aus
Vertretern der Unternehmensleitung,
des Personalbereichs, der Fachbe-
reiche mit Personalbedarf und der
Arbeitnehmervertretung eingesetzt
werden, die vorliegende Erfahrungen
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sammelt und Probleme identifiziert. In
einem zweiten Schritt kann dann das
Personalwesen die Botschaft „Wir sind
bunt!“ nach außen kommunizieren –
beispielsweise, indem interkulturelle
Kompetenzen bei Ausschreibungen ex-
plizit genannt werden. Eine sichtbare
Signalwirkung nach innen können
Projekt- oder Diversity-Arbeitsgruppen
erzielen, die erarbeiten, wie eine Will-
kommenskultur wirksam in der Unter-
nehmenskultur verankert werden kann.
Deutsche Belegschaft nicht vergessen
Die Maßnahmen und Aktivitäten, um
eine Willkommenskultur im Unterneh-
men zu etablieren, dürfen sich aber nicht
nur auf die ausländischen Fachkräfte
Der Markt für Fachkräfte verändert sich rapide. HR sollte sich in der Unternehmens-
kultur wie auch in der Personalplanung auf die folgenden Änderungen einstellen.
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Das Erwerbspersonenpotenzial wird bis 2025 um gut drei Millionen und bis 2050 sogar
um rund zehn Millionen zurückgehen.
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Nach Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werden
2025 rund 6,5 Millionen Fachkräfte fehlen.
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Nach einer Prognose des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des IAB werden
2030 etwa 1,7 Millionen Fachkräfte im mittleren Bildungssegment fehlen.
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Im Jahr 2012 zogen 1.081.000 Personen nach Deutschland, 712.000 Menschen verlie-
ßen die Bundesrepublik. Der Überschuss aus Zu- und Abwanderung stieg somit 2012
auf 369.000 Personen – das ist der höchste Wert seit 1995.
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Mehr als zwei Drittel der Zuwanderer kommen laut Statistischem Bundesamt aus der
EU, vor allem aus den Beitrittsländern und den Krisenländern im Süden.
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Jährlich migrieren 25.000 Akademiker aus Ländern außerhalb der EU und des Euro-
päischen Wirtschaftsraumes (EWR) nach Deutschland. Das entspricht lediglich 0,02
Prozent der deutschen Bevölkerung.
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Das Wirtschaftsforschungsinstitut Kiel Economics erwartet bei fortgesetzter asymmetri-
scher EU-Wirtschaftsentwicklung 2013 bis 2017 netto 2,2 Millionen Einwanderer.
Zahlen und Fakten für Personalplaner
Praxisbeispiel
Blick nach Vorne
Sozialversicherung
Hindernisse
30
Amtssprache Deutsch
67
Krankenversicherung
13
Organisation der Entsendung
24
Steuerrecht
38
Deutsche Amtssprache und Bürokratie sehen die meisten der befragten Personaler als
größeres bis sehr großes Problem bei der Beschäftigung ausländischer Fachkräfte.
Quelle: TK Umfrage
Angaben in Prozent,
Mehrfachnennungen möglich
Bürokratie
58
Aufenthalts- und Arbeitsrecht
52
Arbeitsvertrag
12
Unfallversicherung
6
Familie (Nachzug)
31
Wohnen
53