25
12 / 14 personalmagazin
Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
men werden – und das unabhängig von
der Nachrichtenlage zu unserem Unter-
nehmen. Die Bewerbungszahlen bleiben
hoch, unsere Recruiting-Veranstaltungen
werden sehr gut besucht und auch in so-
zialen Netzwerken wie etwa auf unserem
Facebook-Kanal „DB Karriere“ überwie-
gen nach wie vor positive Kommentare.
personalmagazin:
Was empfehlen Sie für
solche Fälle, in denen sich die Nachrich-
tenlage zum Unternehmen negativ auf
das Arbeitgeberimage auswirkt?
Weber:
Transparent auftreten, mutig sein
und am Ball bleiben: Auch wenn das Un-
ternehmen einmal nicht zu 100 Prozent
überzeugen kann, bleiben wir mit der
Arbeitgeberkampagne präsent. Wichtig
ist, und da sind wir wieder bei der Au-
thentizität, dass wir Schwächen nicht
verheimlichen oder beschönigen.
personalmagazin:
Welche Bilanz ziehen Sie
persönlich aus den bisherigen Employer-
Branding-Maßnahmen bei der Bahn?
Weber:
Dass wir unsere Personalgewin-
nung neu aufgestellt haben und ganz-
heitlich angehen, ist der richtige Weg.
Unserem Ziel, zu den zehn Top-Arbeitge-
bern zu zählen, sind wir bereits ein gu-
tes Stück näher gekommen. Nach Beginn
der Kampagne ist die Zahl der Bewer-
bungseingänge um ein Drittel gestiegen,
auch in Arbeitgeberrankings klettern wir
stetig nach oben. Dass so viele Bewerber
ein Teil der Bahner-Familie werden wol-
len, freut mich. Denn es spricht für uns
als Arbeitgeber.
„Schwächen nicht beschönigen“
INTERVIEW.
Die Bahn setzt auf authentisches Employer Branding. Dazu gehört auch
der Umgang mit Negativschlagzeilen. Personalvorstand Ulrich Weber nimmt Stellung.
personalmagazin:
Ein wichtiger Aspekt
beim Employer Branding ist, dass dieses
authentisch ist – also zum Unternehmen
und dessen Kultur passt. Welche kultu-
rellen Aspekte spielen beim Employer
Branding der Bahn eine Rolle und wie
stellen Sie sicher, dass die Branding-
Maßnahmen authentisch sind?
Ulrich Weber:
Indem wir zeigen, wie die DB
„tickt“. Die Arbeitgeberkampagne „Kein
Job wie jeder andere“ trägt unsere Viel-
falt und die zahlreichen Entwicklungs-
möglichkeiten nach außen. Wir öffnen
gewissermaßen das Fenster zur Welt der
DB. Im Mittelpunkt stehen dabei unsere
Mitarbeiter. Sie gewähren den authen-
tischen Blick hinter die Kulissen. Über
300 Kollegen haben der Kampagne bis-
her ihr Gesicht geliehen – auf Plakaten,
in TV- und Kinospots und im Internet.
Außerdem laden wir Bewerber zu zahl-
reichen Veranstaltungen wie etwa in
unsere Werkstätten, auf Baustellen oder
Rangierbahnhöfe ein. Dabei können sie
einen echten Eindruck von den Berufen
und den möglichen Kollegen gewinnen.
personalmagazin:
Denken Sie, die Bahn
hat es als ehemaliger Staatsbetrieb beim
Branding immer noch schwerer als ande-
re Firmen – Stichwort: Beamtenkultur?
Weber:
Überhaupt nicht. Die DB ist ein
modernes Unternehmen und in einer
Branche mit Zukunft unterwegs: Mobi-
lität und Logistik. Außerdem bieten wir
Sicherheit. Wer bei uns einsteigt, kann
ein Berufsleben lang bei der DB bleiben.
Dass das ein Ass ist, mit dem wir bei Be-
werbern punkten können, belegen auch
aktuelle Studien. Diese Argumente zei-
gen wir seit der Kampagne stärker auch
nach außen.
personalmagazin:
Eine weniger gute Außen-
wirkung hatte die Bahn im vergangenen
Jahr mit dem Personalengpass in Mainz,
und auch der aktuelle Tarifkonflikt mit
der Lokführergewerkschaft GDL dürfte
einen Imageschaden verursachen. Inwie-
fern wirkt sich ein negatives Unterneh-
mensimage Ihrer Meinung nach auf die
Arbeitgebermarke aus?
Weber:
Die Diskussionen um das Zusam-
menspiel von Arbeitgeber- und Unterneh-
mensmarke sind ja nicht neu. Seit dem
Start der Kampagne Ende 2012 stellen
wir bei der DB jedoch beständig fest, dass
wir als Arbeitgeber positiv wahrgenom-
Das Interview führte
Andrea Sattler.
ULRICH WEBER
ist seit 2009 Personal-
vorstand der Deutschen Bahn und der DB
Mobility Logistics AG.
© DEUTSCHE BAHN AG/MARC DARCHINGER
Wenn das hochformatige Bild von Herrn
stellen.