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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
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len“, so Patrick Weber, Managing Direc-
tor der SD Worx GmbH, „er wird damit
vom rein externen Entgeltabrechner
zum qualifizierten Ansprechpartner für
alle administrativen Aufgaben, ob es um
Service-Strukturen, Vertragsbindungen,
Abrechnungsplattformen oder erweiter-
te Dienstleistungen geht.“
2012 hat das Marktforschungsinstitut
Gartner seine erste Studie zum „Magic
Quadrant for Payroll BPO Services“ ver-
fasst, in dem die Geschäftsperspektiven
von elf großen Payroll-Outsourcing-
Anbietern bewertet werden. Demnach
wächst der Markt jährlich im niedrigen
einstelligen Bereich. Die Hersteller äu-
ßern sich differenzierter: Während
Siegfried Milly, Geschäftsführer und
Bereichsvorstand der Infoniqa Grup-
pe, eine rasant wachsende Nachfrage
nach Payroll Outsourcing-Leistungen
sieht, erklärt HP-Manager Laub: „Unse-
re Wahrnehmung und die von führen-
den Beratungsgesellschaften ist, dass
der Bedarf an HR- und Payroll-Services
abnimmt, da in diesem Bereich eine
gewisse Sättigung vorhanden ist. Die
Nachfrage nach Unterstützung in den Be-
reichen Finance, Document Processing
und Procurement hingegen nimmt zu.“
Der Outsourcing-Markt ist auf jeden Fall
in Bewegung und die Konsolidierung be-
trifft auch immer größere Unternehmen.
Jüngstes Beispiel ist die Übernahme der
Exact-Lohnsparte durch den Software-
Anbieter Sage (vergleiche Interview).
Gut denkbar, dass dieser Kauf nicht die
letzte Fusion im Payroll-Bereich war.
Das Interview führte
Katharina Schmitt.
auch unseren Exact-Kunden anbieten.
Themen wie „Human Capital Manage-
ment“, aber auch Lösungen im Bereich
„Time“ und „Travel“ braucht man heute
im Markt. Vor wenigen Wochen hatten
wir dazu noch nichts im Angebot – nun
können wir auf einen Schlag unsere
Kunden auch hier bedienen. Um zum
Anfang Ihrer Frage zurückzukommen:
Mir geht es also auch gut.
personalmagazin:
Was ändert sich nun
für den klassischen Exact–Lohnabrech-
nungssoftware-Kunden?
Csillag:
Es wird natürlich umgebrandet,
wir können den Firmennamen „Exact“
nur noch eine begrenzte Zeit nutzen.
„Exact Lohn“ heißt beispielsweise dann
„Sage Lohn XL“. Aber außer einem neu-
en Logo, das auf der Verpackung und in
der Software erscheint, und der Tatsa-
che, dass sich der Ansprechpartner in
der Hotline unter einem anderen Fir-
mennamen melden wird, wird der Kun-
de im ersten Schritt keine tiefgreifenden
Änderungen wahrnehmen. Langfristig
wird er von unserem erweiterten Port-
folio profitieren, er wird auf wesentlich
mehr Produkte mit optimaler Integrati-
on zurückgreifen können.
DANIEL CSILLAG,
ehemals Geschäfts-
führer Exact Software
Deutschland GmhH,
ist Geschäftsführer
des neuen Sage Ge-
schäftsbereichs.
personalmagazin:
Und im Bereich Outsour-
cing? Hier hatten Sie beide eigenständige
Angebote, was passiert nun?
Dewald
: Diese Angebote werden natürlich
zusammengelegt und weiter ausgebaut.
Wir sehen ein erhebliches Potenzial im
Bereich Business Process Outsourcing,
aber auch im reinen Hosting von Soft-
warelösungen. Hier gilt es, die Trends
im Markt ab sofort gemeinsam zu bear-
beiten statt wie bisher getrennt.
Csillag
: Wir sind gerade in diesem Be-
reich nun deutlich flexibler. Gerade im
Bereich BPO ist die Frage, inwieweit die
Verträge individuell auf den Kunden ab-
gestimmt werden können, stark von der
Kapazität des Anbieters abhängig.
Dass hier nun zwei mittelgroße Orga-
nisationen ihre Kapazitäten zusam-
menwerfen können, ist ein sehr großer
Schritt nach vorne in Richtung eines
für den Kunden optimalen Angebots.
Wir werden noch flexibler auf die Kun-
PETER DEWALD
ist Geschäftsführer
der Sage Software
GmbH, die die
Exact Software
Deutschland GmbH
übernommen hat.
denwünsche und -bedürfnisse eingehen
können.
personalmagazin:
Wollen Sie sich auf den
Bereich des Outsourcings fokussieren?
Dewald
: Nein. Letztlich wollen wir dem
Kunden die Möglichkeit geben, das zu
nutzen, was ihm am besten passt. Wir
bieten ihm deshalb eine Auswahl an
Lösungen: von der klassischen Lizenz
über Hosting bis hin zum BPO.
personalmagazin:
Durch die Übernah-
me steht Sage nun auf Platz zwei der
Lohnabrechnungsanbieter im deutschen
Markt, direkt hinter Lexware. Wo sehen
Sie sich in zwei Jahren?
Dewald
: Im Bereich Personalwirtschaft?
Als Marktführer. Wir haben gute Chan-
cen, durch die Zusammenlegung hier
den Markt zu durchdringen.
FRANK ZSCHEILE
ist freier Journalist und
spezialisiert auf Softwarethemen.