Seite 39 - personalmagazin_2014_11

Basic HTML-Version

39
Controlling lässt sich außerdem messen,
wie sich Employer-Branding-Maßnahmen
auf den Bewerberrücklauf auswirken. So
kann die Wirksamkeit des Personalmar-
ketingmix zusätzlich optimiert werden.
Schnittstellen als Voraussetzung
Die Hauptvoraussetzung für die Auto-
matisierung sind passende Program-
mierschnittstellen
der
beteiligten
Softwareplattformen. So muss das Be-
werbermanagementsystem über eine
Schnittstelle zum Export von Stellenan-
zeigen verfügen und die zu beliefern-
de Plattform entsprechende Import-
Schnittstellen anbieten. Fehlen die
Export-Schnittstellen, lassen sich diese
teilweise durch das Auslesen der Stel-
lenanzeigen von der Karriereseite mit
Parsing-Technologie ersetzen. Fehlende
Import-Schnittstellen hingegen machen
die Automatisierung unmöglich.
Daneben ist es wichtig, dass die Export-
Schnittstelle alle relevanten Stelleninfor-
mationen liefert. Üblich sind Stellentitel,
Einsatzort, Jobbeschreibung, Kategorie,
Teasertext und Bewerbungs-URL. Diese
Daten dienen auch als Grundlage zu ei-
ner intelligenten Verteilung: Damit kann
der Recruiter steuern, ob er alle Anzeigen
übermittelt oder bestimmte Stellen-Kate-
gorien (etwa Praktika) ausschließt.
Grenzen der Automatisierung
Prinzipiell lassen sich so nahezu alle
Ausschreibungsprozesse automatisie-
JAN KIRCHNER
ist Geschäftsführer der
Digitalagentur Wollmilchsau GmbH.
ren. Allerdings binden die Personalmar-
ketingplattformen den Zugang zu den
erforderlichen Schnittstellen teilweise
an Mindestausschreibungsmengen. Er-
füllt ein Unternehmen diese Kriterien
nicht, lassen sich die entsprechenden
Plattformen bei der Automatisierungs-
planung im Regelfall durch andere
Quellen für Bewerberzugriffe, wie zum
Beispiel Job-Aggregatoren, ersetzen,
sodass auch kleinere mittelständische
Unternehmen den Wirkungsgrad ihres
Personalmarketings durch Automatisie-
rung steigern können.