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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
A
rbeitgeber werden zu Bewer-
bern, Mitarbeiter fordern Indi-
vidualität und Flexibilität. Wie
kann das Personalmanage-
ment auf diese neuen Treiber reagieren?
Eine Antwort auf diese Frage heißt „Parti-
zipation“. „Participate! Mitreden, Mitden-
ken, Mitgestalten im Unternehmen von
morgen“ lautete daher das Motto des neu-
en Veranstaltungsformats DGFP-Lab, mit
dem sich die Deutsche Gesellschaft für
Personalführung speziell an junge Per-
sonaler wendet. Und richtig: Rund 200
Teilnehmer waren in der Szene-Location
Radialystem V am Berliner Spreeufer zu-
sammengekommen. Das gefühlte Durch-
schnittsalter betrug 30 Jahre.
Von
Daniela Furkel
(Red.)
Doch nur ein cooler Veranstaltungsort,
junge Teilnehmer und ein spannendes
Thema genügen nicht, um eine kreative
und inspirierende Atmosphäre hervor-
zurufen. „Wir haben lange überlegt, wie
wir vorgehen sollen. Dann haben wir
uns entschieden dass wir Partizipation,
wenn wir sie zum Veranstaltungsthe-
ma machen, auch leben müssen“, sagte
Katharina Heuer, Vorsitzende der Ge-
schäftsführung der DGFP e. V.. So fanden
schon vor Beginn der Veranstaltung zwei
Online-Sessions statt, bei denen jeweils
rund 60 Teilnehmer die Themenschwer-
punkte im Vorfeld gestalteten.
Auch das DGFP-Lab selbst verzichte-
te auf passives Zuhören in Stuhlreihen.
Nur wenige Keynotes wurden an den
zwei Tagen gehalten: von Trendforscher
Professor Peter Wippermann, Buchautor
Tim Cole und DGFP-Vorstandsvorsitzen-
dem Dr. Gerhard Rübling. Die restliche
Zeit war ganz der Kreativarbeit vorbe-
halten, angeleitet von Stephan Grabmei-
er, CEO der Innovation Evangelists, und
Moderator Dr. Carl Naughton. Technisch
begleitet wurden die interaktiven Ses-
sions durch das Softwaretool „Next Mo-
derator“ von Next Practise, in dem die
Teilnehmer ihre Ergebnisse festhalten
und gegenseitig kommentieren konnten.
Motivierte Mitarbeit und Resultate
Ein solches innovatives Veranstaltungs-
format kann leicht kippen, etwa weil die
Technik streikt oder weil die Teilnehmer
nicht zur eigenständigen Arbeit moti-
viert werden können. Doch die kundigen
Moderatoren, eine aktiv unterstützende
DGFP-Geschäftsführerin und ein guter
Wechsel von Gruppenarbeiten, Kurzvor-
trägen, Kommentarrunden und Diskus-
sionen sorgten für motivierte Mitarbeit
– und für Resultate. Ergebnis der Veran-
staltung war ein Thesenpapier. Die ers-
ten fünf, leicht gekürzten Thesen:
• Mut haben! Der Mitarbeiter von
morgen vertraut auf den offenen Pro-
zess. Er probiert Dinge aus, bricht Re-
geln, macht Fehler und lernt daraus.
• Rollenflexibel sein! Um partizipativ
und vernetzt arbeiten zu können, wird
Rollenflexibilität zur Kernkompetenz.
• Fehler machen! Fehler sind eine Ent-
wicklungschance für Unternehmen und
helfen, das beste Ergebnis zu erreichen.
• Informationen managen! Eine Kern-
kompetenz wird es sein, Inhalte syste-
matisch und effizient nutzen zu können.
• Partizipation gestatten! Das Top-Ma-
nagement muss Partizipation initiieren,
kommunizieren und vorleben.
Mut haben!
VERANSTALTUNG.
Mit DGFP-Lab hat sich die DGFP an
einem neuen Format für junge Personaler versucht.
Dieser Versuch ist gelungen.
SZENE
_DGFP-LAB
Mitarbeiten statt zuhören: Beim DGFP-Lab waren die Ideen der Teilnehmer gefragt.
© FOTOS: PHILIPP VON RECKLINGHAUSEN / LUX FOTOGRAFEN
BILDERGALERIE
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