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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
denen Sie die Unternehmensführung
als Förderer oder Unterstützer ins Boot
holen wollen.
Zehn: Rückgrat zeigen
Hinterlassen Sie keine Schleimspur im
Kontakt mit der Unternehmensführung.
Kämpfen Sie für Ihren Bereich. Beden-
ken Sie dabei: Indem Sie sich als knall-
harter „Kostensenker“ profilieren, der
durch harte Personaleinschnitte und ein
rigides Streichen von Sozialleistungen
kurzfristig zum Steigern des Unterneh-
mensgewinns beiträgt, können Sie zwar
leicht die Gunst der Unternehmensfüh-
rer und Kapitalgeber gewinnen. Ob Sie
hiermit aber Ihrem Bereich und der Per-
sonalarbeit in Ihrem Unternehmen mit-
tel- und langfristig einen guten Dienst
erweisen, ist eine andere Frage. Als
Personalprofi sollten Sie mehr Pfeile als
den Pfeil mit der Aufschrift „Kostensen-
kung“ im Köcher haben.
Elf: Öffentlichkeitsarbeit
Betreiben Sie nicht nur eine interne,
sondern auch eine externe Öffentlich-
keitsarbeit. Denn auch die Führung
Ihres Unternehmens ist nicht vor dem
irrationalen Gedanken gefeit: Was in der
Presse oft lobend erwähnt wird, kann
nicht schlecht sein.
Zwölf: Verdienste teilen
Achten Sie bei Ihrer Öffentlichkeitsar-
beit jedoch darauf, dass außer Ihnen
auch Ihre Vorgesetzten und Geldgeber
die Meriten Ihrer Arbeit ernten. Denn
nichts stärkt Ihre Position so sehr, wie
wenn Sie Ihre Vorgesetzten dabei unter-
stützen, selbst in einem positiven Licht
zu erscheinen. Denn (fast) jeder Mensch
ist eitel – auch Geschäftsführer und Vor-
stände.
nehmensleiter steuern die Organisation
weitgehend über Zahlen. Liefern Sie
Ihnen also die Zahlen, die sie für ihre
Entscheidung haben möchten.
Vier: Erfolge dokumentieren
Erstellen Sie eine Leistungsbilanz über
Ihre Arbeit und deren Ergebnisse. Zum
Beispiel: „Dank unseres Management
entwicklungsprogramms können wir
heute 80 statt früher 30 Prozent der
vakanten Positionen auf den oberen
zwei Führungskräfteebenen mit inter-
nen Kandidaten besetzen. Das erspart
uns pro Jahr Rekrutierungs- und Ein-
arbeitungskosten in Höhe von … Euro.“
Oder: „Dank unseres Gesundheitsför-
derprogramms sanken die krankheits-
bedingten Fehltage um 13 Prozent.
Dadurch sanken unsere Personalkosten
um …“
Fünf: „Personalvermögen“
Errechnen Sie darüber hinaus regelmä-
ßig, wie sich das „Personalvermögen“
und somit der Wert Ihres Unternehmens
durch Ihre Arbeit erhöht hat. Das „Perso-
nalvermögen“ lässt sich ebenso berech-
nen und bilanzieren wie beispielsweise
der ideelle Wert einer Marke. Also tun
Sie es.
Sechs: Unternehmerische Sprache
Dreschen Sie im Kontakt mit Ihrem Ma-
nagement keine Personaler-Phrasen,
denn die Unternehmensleiter sind von
ihrer Ausbildung zumeist Betriebswirte
oder Juristen. Daher sollte es für Sie als
Profi selbstverständlich sein, dass sich
die Arbeit Ihres Bereichs an den Unter-
nehmenszielen orientiert. Betonen Sie
solche Selbstverständlichkeiten also
nicht immer wieder, sondern beweisen
Sie durch ein entsprechendes Handeln,
dass sie stets die Unternehmensziele im
Blick haben.
Sieben: Strategische Allianzen
Schmieden Sie in Ihrem Unternehmen
strategische Allianzen – zum Beispiel,
indem Sie Foren schaffen, in denen Sie
sich regelmäßig mit den Entscheidungs-
trägern aus der Linie über deren aktu-
elle Probleme und Herausforderungen
austauschen. Binden Sie diese auch
emotional an sich. Dies können Sie bei-
spielsweise dadurch erreichen, indem
Sie Fachexperten aus Ihrem Unterneh-
men als Referenten in Qualifizierungs-
maßnahmen integrieren.
Acht: Sichtbarer Dienstleister
Verbarrikadieren Sie sich nicht in Ih-
rem Elfenbeinturm und warten Sie dort
darauf, dass Ihre firmeninternen Kun-
den Sie kontaktieren. Bearbeiten Sie
Ihren firmeninternen Markt vielmehr
aktiv. Dies können Sie beispielsweise
in der Praxis verwirklichen, indem Sie
regelmäßig auf die Bereichsleiter zuge-
hen und diese fragen: „Wo drückt Sie
der Schuh? Welche Ziele möchten Sie
im nächsten Jahr erreichen? Wie kann
ich Sie beim Erreichen Ihrer Ziele unter-
stützen?“
Neun: Eigene Marketingstrategie
Formulieren Sie eine Marketingstrate-
gie für Ihren Bereich und seine Arbeits-
leistungen. Differenzieren Sie hierbei
zwischen Maßnahmen, mit denen die
Mitarbeiter für bestimmte Verände-
rungen gewonnen werden sollen, Maß-
nahmen, mit denen Sie die Leiter der
Unternehmensbereiche als Partner ge-
winnen möchten, und Maßnahmen, mit
Bernhard Kuntz
ist
Geschäftsführer der Profil-
Berater GmbH in Darmstadt
und Autor verschiedener
Marketing- und PR-Ratgeber.
Personaler sollten nicht
nur eine Leistungsbi-
lanz ihrer Arbeit erstel-
len und kommunizieren,
sondern sie sollten auch
aktiv auf ihre internen
Kunden zugehen.