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Titel
_arbeitsplatzkonzepte
personalmagazin 04 / 14
Für die sich anschließende Teamarbeit
und wichtige Telefonate könnte dann auf
Projekträume und schallisolierte Telefon-
kabinen zurückgegriffen werden. Die kon-
zentrierte Einzelarbeit schließlich könnte
an einem Schreibtisch im „Team Space“
stattfinden. Der Wechsel der Räume för-
dert den Kontakt mit unterschiedlichen
Kollegen. Zugleich gibt die örtliche Ver-
änderung auch neue Impulse und unter-
stützt somit Kreativität und Produktivität.
Interne Arbeitsorte
Die konkrete Gestaltung einer zukunfts-
weisenden Arbeitswelt umfasst sowohl
das eigentliche Büro als auch externe Ar-
beitsorte. Die Abbildung „Mögliche Ar-
beitsorte“ greift das Konzept des Büro-
möbelherstellers Steelcase auf, das von
vier elementaren Gestaltungsfeldern
ausgeht. Grundlegendes Merkmal von
aktuell diskutierten neuen Büroland-
schaften ist der Gedanke einer offenen
Raumfläche, die in flexibel nutzbare Zo-
nen unterteilt ist, und vor allem Raum
für Interaktion bietet. Eine Zone für
Einzelarbeit ist ebenfalls ein wichtiger
Bestandteil von modernen Bürokonfigu-
rationen. Diese kann zwar partiell und
in Abhängigkeit von den Anforderungen
der konkreten Tätigkeit aus Einzelbüros
bestehen. Um Kreativität am Arbeits-
platz zu fördern, ist jedoch die Offenheit
von Einzelarbeitsplätzen unerlässlich.
Dies wird beispielsweise mittels „Team
Spaces“ realisiert. Sie bieten Platz für
Gruppen von sechs bis acht Mitarbei-
tern, die an Blocktischen auf einer offe-
nen Fläche zusammenarbeiten.
Für Mitarbeiter, die überwiegend mo-
bil arbeiten, kann auf non-territoriale
Raumkonzepte mit „Shared Desks“ auf
einer offenen Fläche zurückgegriffen
werden. Sie ähneln rein räumlich dem
Konzept „Team Space“. Die Besonderheit
ist allerdings, dass Mitarbeiter aufgrund
ihres „Nomadenstatus‘“ über keinen fest
zugewiesenen Schreibtisch verfügen,
sondern im Büro jeweils einen Arbeits-
platz im Shared-Desk-Bereich auswäh-
len. Für konzentrierte, individuelle und
vertrauliche Tätigkeiten eignen sich
auch „Breakout Areas“. Diese lassen sich
beispielsweise in Form von Solozellen
(„Denkerzellen“) oder schallgedämmten
Telefonkabinen realisieren.
Für die formelle Teamarbeit reichen
oftmals kleine Einheiten aus. Microsoft
beispielsweise hat hierzu „Fokusräume“
eingerichtet, in denen sich Kleingruppen
von bis zu vier Beschäftigten vertraulich
treffen können. Wichtig ist allerdings,
solche Räume in unmittelbarer Nähe
der „Team Spaces“ vorzusehen, um den
spontanen Wechsel von den Einzelar-
beitsplätzen in die Gruppenarbeit zu
ermöglichen. Für die nicht-vertrauliche
Beschäftigte zum Wissensaustausch anregen und Teamarbeit auch außerhalb von
Besprechungen – real und virtuell – ermöglichen
soziale Netzwerke und Kontakte zwischen Abteilungen fördern und spontane Interak-
tionen ermöglichen
unterschiedliche Arbeitsweisen aktivitätenorientiert unterstützen und Wahlmöglich-
keiten für die Arbeitserledigung bieten, zum Beispiel aufrechtes oder entspanntes
Sitzen/Stehen, sinnlich stimulierende Bereiche für lebendige Betriebsamkeit, ruhige
Zonen für konzentriertes Arbeiten et cetera
Wohlfühlfaktoren der einzelnen Mitarbeitergenerationen ansprechen, zum Beispiel
mit unternehmensinternen „Third Places“ oder Rückzugsmöglichkeiten mit Privatsphäre
Veränderungen in Arbeitsabläufen und Ad-hoc-Nutzungsanforderungen durch anpas-
sungsfähige Raumgestaltung/Multifunktionalität der Arbeitsplätze berücksichtigen
mobiles und zeitunabhängiges Arbeiten unterstützen
Räume mit Bezug zur Unternehmenskultur und -marke(n) gestalten, um die Identifi-
kation mit der Organisation zu steigern und das Selbstverständnis zu kommunizieren
auf ökologische Nachhaltigkeit bei der Inneneinrichtung setzen
Praxisbeispiel
leitlinien für die Bürogestaltung
Die folgenden Prinzipien tragen zu einer zukunftsorientierten, flexiblen Büroumge-
bung bei, die Mitarbeitern vielfältige Arbeitsformen erlaubt und sie zudem motiviert.
Das Hauptziel ist mehr Autonomie
Interne Arbeitsorte
Persönlich
Gemeinsam
einzeln
Öffentlich
Büroarbeit findet künftig an ganz unterschiedlichen Orten statt. Notwendig sind Freiräu-
me, diese in den beruflichen Alltag zu integrieren und in geeigneter Weise zu variieren.
Quelle: Klaffke
Mögliche Arbeitsorte
• Einzelarbeitsplatz
• Temporärer
Arbeitsplatz
• Rückzugsnische
• Schulungsraum
• Lounge/Cafeteria
• Gruppenbereiche
• Einzelbüro
• Telefonzelle
• Konferenzraum
• Fokus-Raum
Externe Arbeitsorte
+
• Homeoffice
• Co-Working Space
• Co-Rental Spaces
• Temporäre Büros
• Lounges
• ...