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Knappe Zeitressourcen steuern
Praxis.
Walther-Trowal betreibt seit 2010 Prozessmanagement. Mit Erfolg: Nun werden
die knappen Ressourcen genau dahin gesteuert, wo sie gerade am effektivsten wirken.
Erstens: Verbesserung der Wettbe-
werbsfähigkeit durch kundenorientierte
Formen der betrieblichen Zeitgestal-
tung, insbesondere Ansprechzeiten,
Lieferfristen und Termintreue, Reakti-
onsgeschwindigkeit bei Kundenanfra-
gen et cetera
Zweitens: Vorausschauende Steue-
rung der Zeitkonten als Werkzeug zur
Bewältigung stark schwankender Aus-
lastung
Drittens: Reduzierung der Herstellko-
sten, insbesondere durch betriebswirt-
schaftlich zweckmäßige Nutzung der
Betriebsmittel und Arbeitszeiten sowie
durch Prozessverbesserungen in der in-
ternen Prozesskette
Von
Ulrich Kramer, Viktor Goertz
und
Konrad Stadler
D
as Unternehmen Walther-
Trowal in Haan ist ein
mittelständischer Sonderma-
schinenbauer im Bereich der
Gleitschleif- und Strahltechnik sowie in
der Lackbeschichtung. Ein für die Unter-
nehmensgröße – rund 180 Mitarbeiter
– breites Produktspektrum, verbunden
mit einer heterogenen Unternehmens-
struktur, erfordert ein hohes Maß an
Flexibilität der Mitarbeiter in allen Un-
ternehmensbereichen. Das wurde dem
Unternehmen wieder schmerzhaft deut-
lich, als in der Finanz- und Wirtschafts-
krise, wie bei anderen Unternehmen
auch, der Absatz um bis zu 50 Prozent
schrumpfte. Zwar wurde das darauf-
hin notwendige Bündel kostensenken-
der Maßnahmen aus dem Abbau von
Leiharbeitern, der Reduzierung über-
füllter Zeitkonten, Kurzarbeit, einem
Sozialplan, Projektverzögerungen in
der Entwicklung und punktuellen Ko-
stensenkungmaßnahmen auch von der
Belegschaft als unabdingbar akzeptiert
– dennoch führten sie zu einer Verunsi-
cherung der Mannschaft bis hin zu per-
sönlichen Zukunftsängsten.
Anfang 2010 entschlossen sich Ge-
schäftsführung und Betriebsrat deshalb
zu einer Potenzialberatung, bei der die
Nutzung bisher vernachlässigter Res-
sourcen und Reserven möglich gemacht
oder optimiert werden sollte. Zielsetzung
des Projekts war die Weiterentwicklung
der betrieblichen Zeitgestaltung, bezo-
gen auf vier wesentliche Aspekte.
Viertens: Stabilisierung und Verbesse-
rung der Mitarbeiteridentifikation und
-motivation durch attraktive Formen der
Zeitgestaltung mit Mitgestaltungsmög-
lichkeiten und Dispositionsspielräumen
Herausforderungen erarbeiten
Zum Projektteam gehörten neben Ge-
schäftsführung und Betriebsrat auch
Mitarbeiter aus den wesentlichen Un-
ternehmensbereichen. Die Ausgangs-
lage bei Start des Projekts bildete ein
weiterhin geringer Auftragseingang,
verbunden mit einzelnen Lichtblicken be-
züglich künftiger Aufträge. Demzufolge
wurden als Zukunftsherausforderungen
des Unternehmens die drei das Allein-
Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
Auch in der Produktion lässt sich bei Walther-Trowal die Arbeitszeit am Bedarf ausrichten.
© walther trowal
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