personalmagazin 01 / 13
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Management
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NEWS
MBA
In diesem Jahr hat es ein deutscher Anbieter unter die ersten 20 des internationalen Business-School-Rankings der „Bloomberg Busi-
nessweek“ geschafft: die Mannheim Business School. Sie ist auf Rang zwölf zugleich höchster Neueinsteiger. An der Spitze des Rankings, das
alle zwei Jahre erscheint, steht die London Business School. Auf Platz zwei liegt Insead, Fontainebleau, vor der IE Business School aus Madrid.
Psychologie
Mehr Leistungsdruck, mehr Stress – Ade Traumjob. Die deutschen Arbeitnehmer beurteilen die Berufswelt zunehmend nega-
tiv. Dies belegt eine Studie der Körber-Stiftung und des Bremer Beratungsunternehmens Nextpractice. Vor allem die Privatwirtschaft ist laut der
Befragung für viele durch extremen Leistungsdruck geprägt.
Recruiting
Mit Recruiting-Videos können Unternehmen für sich werben. Allzu oft misslingen sie aber und werden von den Youtube-
Nutzern spöttisch abgestraft. Medienexperte Gero Hesse erklärt im Online-Interview, dass es nichts nützt „etwas Megacooles auf die Beine
stellen zu wollen. Leider wirkt das hin und wieder unfreiwillig lustig, bemüht-jugendlich oder vollkommen unauthentisch“. Er empfiehlt:
„Unternehmen sollten besser vorher genau über Zielgruppe, Aussage, Format und Konzept nachdenken und vielleicht im Vorfeld die Wirkung
des Videos über eine Fokusgruppe testen.“
News des Monats
+ + + A k t u e l l e N ews + + + H i n t e r g r ü n d e + + + t ä g l i c h u n t e r
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„Horse Sense“ nennt sich ein Trainingsansatz,
bei dem Mitarbeiter mit Pferden Menschen-
führung erlernen sollen. Pferde reagieren sehr
sensibel auf die Signale der Reiter. Anhand
der Reaktion des Pferdes sollen die Seminar-
teilnehmer herausfinden, wie ihre Führungssi-
gnale wirken. Das rege zur Selbstreflexion an
und ändere das Verhalten im Führungsalltag.
So die Theorie. Professor Uwe P. Kanning
kritisiert diesen Ansatz in seiner monatlichen
Online-Kolumne auf
Trotz jahrelanger Anwendung gebe es bislang
keine Studie, die solche Effekte nachweisen.
Es sei auch höchst unwahrscheinlich, dass sich
dies ändern werde, erklärt der Psychologe von
der Hochschule Osnabrück. Schließlich basisere
das Feedback nur auf einer Interpretation
der tierischen Reaktionen durch den Men-
schen, die sich nicht überprüfen lasse. Zudem
ignoriere der Ansatz, dass die Führungskraft
sich gegenüber den Mitarbeitern anders als
gegenüber dem Pferd verhalte. Im günstigsten
Fall bewirke das Training eine momentane
Einstellungsänderung nach dem Prinzip ‚In
Zukunft will ich mehr auf mein Gegenüber
achten‘. Dies ziehe aber nur in geringem Maße
Verhaltensänderungen nach sich.
Mit Pferden führen lernen?
Nachgefragt
Beurteilungen zu willkürlich
Z
um Jahreswechsel stehen oft die jährlichen Mitarbeitergespräche an.
Doch viele Arbeitnehmer halten nur wenig von diesem Gespräch mit
dem Vorgesetzten, zeigt eine Umfrage im Auftrag von Metaberatung.
Demnach waren 55 Prozent der 1.100 befragten Arbeitnehmer der An-
sicht, dass die von den Vorgesetzten getroffenen Beurteilungen nicht ihren
tatsächlichen Leistungen entsprechen. Stattdessen entstehe bei den Ar-
beitnehmern der Eindruck, diese würden willkürlich getroffen. Auf die Ge-
spräche verzichten möchte die Mehrheit dennoch nicht. 58 Prozent hielten
es zumindest für wichtig, regelmäßig Beurteilungsgespräche zu führen
und Zielvereinbarungen festzulegen. Gerade die Zielvereinbarungen wer-
den aber in einer zweiten Studie kritisiert: 60 Prozent der Arbeitnehmer in
Deutschland halten sie für nicht messbar, so das Ergebnis einer Umfrage
der ROC Deutschland GmbH unter gut 1.300 Arbeitnehmern.
Mitarbeitergespräche: Im Ansatz gut, in der Umsetzung zu willkürlich.