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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an daniela.
05 / 13 personalmagazin
„Arbeitsverträge sind auch Verkaufsargumente für Sie
als Arbeitgeber. Letzten Endes sollten Sie abwägen zwi-
schen dem, was der Jurist Ihnen rät, und zwischen dem,
was der Bewerber noch akzeptiert.“
Professor Björn Gaul, CMS Hasche Sigle, auf dem HR Executive Circle in Frankfurt am Main
Zitate
„Bewerberformulare
sind oftmals zu kompli-
ziert gestaltet. Meine
These: Personaler benö-
tigen von interessanten
Kandidaten nicht mehr
als fünf Daten.“
Professor Christoph Beck, Hochschule
Koblenz, auf dem Recruiting Convent in
Schloss Bensberg
„Früher hieß die Formel: Recruiting ist gleich Personal-
auswahl. Ein Stück davon steckt immer noch in uns.“
Professor Armin Trost, Hochschule Furtwangen, auf dem SAP-Forum für Personalmanagement
... Jörg Kasten zum Thema Promotion
Jörg Kasten,
Managing Partner von
Boyden Global Executive Search, kann
trotz der Skandale um die Promotionen
von Annette Schavan und Karl-Theodor
von Guttenberg keinen Wertverlust des
Doktortitels feststellen. Er erklärt, wann
Firmen Wert auf einen „Dr.“ legen.
Frage eins:
Von Guttenberg, Schavan ...
Hat der Doktortitel an Wert verloren?
Jörg Kasten:
Ich würde das nicht so sehen.
Der Doktortitel ist der Doktortitel. Das
hat sich durch die Skandale nicht groß
geändert. Ich denke aber auch, dass der
Doktortitel ein typisch deutsches Phäno-
men ist – indem er als Teil des Namens
geführt wird. Was das Führen akade-
mischer Titel angeht, sind die Deutschen
recht speziell. Im anglosächsischen
Raum, wo der Ph. D. vorherrscht, ist die
Titelführung ein ganz anderes Thema.
Frage zwei:
Wie viel Wert legen Firmen auf
einen Doktortitel bei ihren Mitarbeitern?
Kasten:
Es gibt Branchen, in denen die
Quote der Doktortitel extrem hoch ist. So
arbeiten in der Forschung und Entwick-
lung großer Chemieunternehmen fast
ausschließlich promovierte Chemiker.
Einen überdurchschnittlich hohen An-
teil an Doktortiteln in den Führungsebe-
nen verzeichnen auch die renommierten
Strategieberatungen. Es gibt auch Stu-
dien, wonach Personen mit Doktortitel
oder MBA beim Gehalt höher einsteigen,
aber das nivelliert sich meist nach fünf
Jahren. Wenn mich jemand fragt, ob er
promovieren oder ein MBA-Studium ab-
schließen soll, stelle ich immer die Ge-
genfrage nach dem Warum. Lautet die
Antwort „Karriere machen“ oder „Mehr
Geld verdienen“, rate ich davon ab. Sagt
jemand stattdessen „Ich möchte mal wie-
der mein Gehirn benutzen und das The-
ma interessiert mich“ oder „Ich möchte
ein internationales Netzwerk an einer
guten MBA-School knüpfen“, sieht das
anders aus.
Frage drei:
Sehen Unternehmen den MBA
als wertvoller als den Doktortitel an – we-
gen der internationalen Kontakte?
Kasten:
Das kommt auf das Unternehmen
an. Der Doktor ist der Klassiker, den man
auch vor dem Namen sieht. Der MBA ist –
wenn überhaupt – erst auf der Visitenkar-
te zu sehen. Bei Unternehmen außerhalb
der Strategieberatungen habe ich es noch
nicht erlebt, dass es hieß: „Wir brauchen
unbedingt einen Doktortitel.“ Der Titel ist
nicht entscheidend, wenn es um die End-
auswahl eines Kandidaten geht.
Drei Fragen an ...