Seite 54 - personalmagazin_2013_05

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personalmagazin 05 / 13
erkennen mehr und mehr Unterneh-
men unterschiedlicher Branchen und
Ausrichtungen. Der Vorteil, den die Un-
ternehmen durch den Einsatz externer
Spezialisten für sich generieren, sollte
entsprechend entlohnt werden. Mit den
Branchenzuschlägen wurde ein geeig-
neter Weg gefunden, den auch die Un-
ternehmen zum Großteil befürworten.
Die Vereinbarungen verdeutlichen
darüber hinaus aber auch, dass das
Modell des flexiblen Personalmanage-
ments heutzutage aktueller ist denn je.
Die Zeiten, in denen temporär genutztes
Wissen dauerhaft an ein Unternehmen
gebunden wird, neigen sich dem Ende
entgegen. Nur wenn Know-how flexibel
und projektbezogen in Unternehmen
eingesetzt wird, kann es auf Dauer effi-
zient im Sinne der gesamten Wirtschaft
eingesetzt werden.“
auf den Fachkräftemangel zurückzufüh-
ren ist. Natürlich stellen die erhöhten ad-
ministrativen Aufwände und die damit
verbundenen Kosten einen Nachteil der
Branchenzuschläge dar – die Vorteile
überwiegen meiner Meinung nach: Die
Branche gewinnt an Attraktivität.“
Franz & Wach: Mehr Beratungsbedarf
Dr. Frank Eisenbeiß, Marketingleiter von
Franz & Walch Personalservice, sieht
sowohl positive als auch negative Aus-
wirkungen: „Ein deutlich gestiegener
Verwaltungsaufwand, ein gestiegener
Schulungsbedarf für internes Personal
sowie die Verteuerung der Dienstleis-
tung gehören zu den weniger schönen
Folgen. Die höhere Entlohnung sowie
die gewonnene Wertschätzung der Zeit-
arbeit durch die Bewerber gehören da-
gegen zu den positiven Auswirkungen.
Für Personaler und Einkäufer ist insbe-
sondere die erhöhte Transparenz in der
Preisgestaltung ein Gewinn, denn die
Angebote verschiedener Anbieter sind
nun besser vergleichbar.
Deutlich zugenommen hat der Bera-
tungsbedarf auf Kundenseite. Die Bran-
chenzuordnung und die Modalitäten der
schrittweisen Anpassung an Equal Pay
haben vielerorts Fragen aufgeworfen.
Bereits seit Mai 2012 sind unsere Bera-
ter unterwegs, um mit den Kunden die
spezifischen Auswirkungen zu erörtern.
Auch auf der Mitarbeiterseite herrscht
ein enormer Informationsbedarf. Ein
Mitarbeiter, der durchgängig vier Mo-
nate lang bei einem Kunden eingesetzt
ist, erhält in jedem Monat einen unter-
schiedlichen Grundlohn. Aufgrund der
Komplexität dieser Thematik gibt es
auch hier intensivere Gespräche und
engeren Kontakt mit den eigenen Mit-
arbeitern.
Die Nachfrage ist trotz der Branchen-
zuschläge stabil geblieben. Während
einige Kunden die Zeitarbeit im Um-
fang reduzieren, bauen sie andere aus.
Die Personaldienstleistung bleibt auch
weiterhin ein wichtiges Flexibilisie-
rungsinstrument und eine effiziente
Rekrutierungsmaschine für unsere Kun-
den.“
DIS AG: Das Fachwissen honorieren
Peter Blersch, Vorstandsvorsitzender
der DIS AG, sieht in der Einführung der
Branchenzuschläge den Beginn einer
neuen Ära für die Personaldienstleis-
tungsbranche: „Die Tarifpartner haben
mit den Vereinbarungen einen wichtigen
Schritt vollzogen, den wir als Dienstleis-
ter für die Vermittlung und Überlassung
von Fach- und Führungskräften aus-
drücklich begrüßen. Denn klar ist: In
unserer heutigen Zeit ist Fachwissen
ein rares Gut. Unternehmen, die über
das flexible Modell der Personaldienst-
leistung temporär auf das zusätzliche
Know-how von externen Spezialisten
zurückgreifen, sind daher gegenüber ih-
ren Wettbewerbern klar im Vorteil. Dies
„Mit den
Branchen-
zuschlägen
wurde ein ge-
eigneter Weg gefunden,
um den Einsatz externer
Spezialisten entspre-
chend zu entlohnen.“
Peter Blersch, Vorstandsvorsitzender, DIS AG
„Für Personaler
ist insbesonde-
re die erhöhte
Transparenz
in der Preisgestaltung ein
Gewinn, denn die Ange-
bote sind nun besser ver-
gleichbar.“
Dr. Ralf Eisenbeiß, Marketingleiter,
Franz & Wach Personalservice
Für welche Branchen gelten tarifliche Zuschläge? Wie werden die entsprechenden
Stundenverrechnungssätze erstellt? Und worauf sollten Einsatzbetriebe bei der Zusam-
menarbeit mit einem Personaldienstleister achten? Antworten auf diese Fragen gibt der
Praxisratgeber „Equal Pay gemeinsam angehen“, der in Zusammenarbeit von Personal-
magazin und Unique Personalservice entstanden ist und innerhalb der Personalmaga-
zin-Ausgabe 12/2012 veröffentlicht wurde.
(dfu)
hinweis
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spezial
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