Seite 53 - personalmagazin_2013_05

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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
gefahren. Doch wir haben auch viele
Kunden erlebt, die die stufenweise An-
gleichung der Löhne befürworten – vor
allem deshalb, weil sich dadurch in der
Belegschaft die Akzeptanz von flexibler
Arbeit erhöht. Diese Kunden haben ihre
Aufträge teilweise sogar aufgestockt.
Der administrative Aufwand, vor allem
bei der Gehaltsabrechnung und der Ab-
rechnung unserer Dienstleistung gegen-
über Kunden, hat sich deutlich erhöht.
Inzwischen sind die Prozesse aber einge-
spielt und Startschwierigkeiten behoben.
Die Branchentarife haben das Image
der Arbeitnehmerüberlassung verbes-
sert, denn durch sie wurde in der Öf-
fentlichkeit endlich bekannt, dass auch
projektbasierte Arbeit fair entlohnt wird.
Das Interesse bei Arbeitnehmern ist ge-
stiegen, insbesondere in der wichtigen
Zielgruppe der Fach- und Führungskräf-
te. Außerdem zeigt sich jetzt, dass Un-
ternehmen Arbeitnehmerüberlassung
nicht in erster Linie aus Kostengründen
nutzen, sondern aufgrund der Flexibi-
lität, die ihnen Wettbewerbsfähigkeit
im globalen Markt sichert. Ein Nachteil
ist, dass es insbesondere für internatio-
nal agierende Unternehmen attraktiver
wird, Aufträge in Länder zu verlagern,
in denen es keine Zuschläge für die Ein-
satzdauer gibt.“
Time Partner: Besser planbar
Sven Kilian, CEO der Time Partner
Group, begrüßt nach wie vor die Einfüh-
rung der Branchentarifzuschläge: „Wir
setzen sie konsequent um, denn damit
konnte eine politische Fremdsteuerung
abgewendet und die Bedeutung der Ta-
rifvertragsparteien hervorgehoben wer-
den. Die Branchentarifzuschläge geben
allen Beteiligten aufgrund ihrer festge-
legten Laufzeit eine hohe Planungssi-
cherheit.
Durch diese neue Form der Tarifge-
staltung können wir unseren Mitarbei-
tern eine noch attraktivere Entlohnung
anbieten. Dies unterstützt unseren An-
spruch, ein attraktiver Arbeitgeber zu
sein. Es gibt uns auch die Möglichkeit,
noch mehr Bewerber für den deutschen
Zeitarbeitsmarkt anzusprechen. Gleich-
zeitig bedeutet die Einführung der Bran-
chenzuschläge aber auch einen deutlich
erhöhten administrativen Aufwand für
uns, etwa durch die regelmäßige Über-
prüfung und Dokumentation der Bran-
chenzugehörigkeit unserer Kunden,
durch die Erfassung zusätzlicher Auf-
tragsdaten und die umfassendere Ent-
geltabrechnung. Dies erhöht natürlich
unsere Kosten.
Die Nachfrage unserer Kundenunter-
nehmen hat sich durch die Branchenta-
rifzuschläge leicht verändert. Wir haben
bisher keinen Kunden dadurch verloren,
beobachten jedoch, dass sich die Nach-
frage im Bereich unqualifizierter Mitar-
beiter leicht reduziert hat. Im Bereich
hoch qualifizierter Zeitarbeitnehmer
haben wir jedoch eine ungebremst stei-
gende Nachfrage, die sicher aber auch
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„Die erhöhten
administrati-
ven Aufwände
und Kosten
stellen einen Nachteil der
Branchenzuschläge dar
– doch die Vorteile über-
wiegen.“
Sven Kilian, CEO, Time Partner Group
Die Startschwierigkeiten sind behoben, die Prozesse sind mittlerweile eingespielt.