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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
und damit das Image der Zunft nach.
Hierzu wurden von Dezember 2012 bis
Januar 2013 per Online-Befragung 1.017
HR-Kunden und 400 Personaler gebeten,
ihre Einschätzungen zu verschiedenen
Aspekten abzugeben, die in der Summe
das Image des HR-Bereichs prägen. Die
Ergebnisse dieser Befragung zeigen die
Fremd- und die Eigenwahrnehmung, die
sich wie folgt darstellen (siehe dazu die
Abbildung auf Seite 44).
Was Mitarbeiter über HR denken
Nach wie vor sehen die Mitarbeiter
außerhalb der Personalabteilung HR
vorwiegend in der Rolle des „Adminis-
trative Expert“, der sich um Aufgaben
der Verwaltung und Organisation küm-
mert. Entsprechend wird von den HR-
Tätigkeitsfeldern die Gehaltsabrech-
nung am stärksten wahrgenommen.
Zwar stimmt mehr als die Hälfte der
HR-Kunden da­rin zu, dass sie sich bei
Fragen und Anliegen an die Personal-
abteilung wenden können, bescheini-
gen HR jedoch gleichzeitig wenig Flexi-
bilität bei der Lösung ihrer Fragen und
Anliegen – nur 39 Prozent geben hier
ein positives Votum ab. Zudem kennt
HR die Bedürfnisse der Mitarbeiter
und der Abteilungen, wo diese beschäf-
tigt sind, noch zu wenig: Nur rund ein
Drittel der Befragten äußert sich hierzu
positiv. Die Rolle als „Strategic Partner“
für HR wird seitens der Mitarbeiter bis-
her wenig gesehen und rückt somit –
zumindest was die HR-Community in
toto betrifft – noch in weite Ferne. Da-
her wundert es auch nicht, dass ledig-
lich ein Drittel der Mitarbeiter denkt,
HR leiste einen großen Beitrag zum
Unternehmenserfolg.
Personaler zeichnen sich in den Au-
gen ihrer Zielgruppe wie auch schon in
der Vorgängerstudie 2011 insbesondere
durch die Attribute „vertrauenswürdig“,
„kompetent“, „hilfsbereit“ und „sympa-
thisch“ aus. Weniger stark ausgeprägt
sind hingegen nach Meinung der Mit-
arbeiter die Attribute „innovativ“, „stra-
tegisch“ und „modern“. Dennoch sind
58 Prozent der HR-Kunden mit den
Leistungen zufrieden – und sogar 64
Prozent mit den Ansprechpartnern von
HR. Wenn jedoch weniger als ein Drittel
der Mitarbeiter angibt, über das gesamte
Leistungsprogramm von HR informiert
zu sein, und auch bezüglich der Aufklä-
rung zu HR-Projekten, Neuerungen und
Änderungen lediglich 36 Prozent der Be-
fragten dem HR-Bereich eine gute Infor-
mations- und Kommunikationsleistung
bescheinigen, sollte dies doch nachdenk-
lich stimmen.
Beim Ruf von HR in der eigenen Beleg-
schaft gibt es noch Verbesserungspoten-
zial –aber auchbeimRuf anderer interner
Dienstleister. Knapp die Hälfte der Be-
fragten (47 Prozent) beurteilt die Reputa-
tion der Personalabteilung positiv, für die
IT liegt dieser Wert bei 48 Prozent, der
Einkauf erreicht 44 Prozent. Der Ruf der
Controllingabteilung wird von 41 Pro-
zent der befragten Mitarbeiter positiv
bewertet. Insofern schneidet HR hier
nicht schlechter ab als andere – aber
eben auch nicht ungetrübt gut.
Was Personaler über HR denken
Der überwiegende Anteil der Persona-
ler sieht sich nach wie vor selbst vor
allen Dingen in der Rolle des Mitarbei-
terhelfers und Mitarbeitercoachs, also
als „Employee Champion“ – und nicht
so sehr als „Administrative Expert“,
Das Image von HR
ist nicht die Ursache,
sondern das Ergebnis
bisheriger Denk- und
Handlungsmuster. Wer
sich nicht positioniert,
wird positioniert.