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personalmagazin 12 / 13
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Persönlich
_Buchtipps
Organisation.
Manager verbrin-
gen 80 bis 90 Prozent ihrer Zeit
damit, im System zu arbeiten
– also das Bestehende nach kon-
ventioneller Logik zu verbessern.
So haben es die Buchautoren er-
fahren. Doch es gibt mutige Men-
schen, die dem System nicht nur
einen neuen Anstrich geben, son-
dern sich trauen, grundlegende
Umbauten anzustoßen. Die Au-
toren nennen sie Musterbrecher.
Diese bleiben zwar nach wie vor
in der klassischen Grundordnung der Märkte, machen aber
nicht einfach weiter wie bisher. Bereits 2003 gründeten die Au-
toren eine Mus­terbrecher-Initiative und 2008 veröffentlichten
sie ein Buch zum Thema. Mit dem aktuellen Buch wollen sie
nun diejenigen Führungs- und Organisationsfragen beleuch-
ten, für die es naturgemäß keine einfachen Lösungen gibt. Die
Themen reichen von Innovationsmanagement und Kommuni-
kation bis Personalentwicklung. Basis sind 600 Interviews mit
Menschen in ganz unterschiedlichen Positionen und Organisa-
tionsformen sowie Beratungs- und Forschungsprojekte, die in
den vergangenen sieben Jahren durchgeführt wurden.
Bewertung:
Die Inhalte werden anhand von Beispielen, Inter-
views und Erfahrungen der Autoren erläutert. Die verständlich
und pointiert zusammengefassten Erkenntnisse regen zum ei-
genen Musterbrechen an. Beispiel: „Mus­terbrecher schaffen
rechtfertigungsfreie Räume. Diese Räume entziehen sich der
Logik der Organisation und geben Menschen den Freiraum,
gefahrlos Dinge auszuprobieren.“
(dfu)
Stefan Kaduk, Dirk Osmetz, Hans A. Wüthrich, Dominik Hammer:
Musterbrecher. Die Kunst, das Spiel zu drehen. 263 Seiten, Murmann-
Verlag, Hamburg, 2013. 24,90 Euro.
Raus aus den gängigen Klischees!
management.
Wer entscheidet, geht
immer auch ein Risiko ein – das Risi-
ko, sich falsch zu entscheiden. Egal wie
gut eine Entscheidung untermauert ist,
kann sie im Nachhinein betrachtet die
falsche Wahl gewesen sein, einfach weil
sich die Rahmenbedingungen ganz un-
vorhergesehen ändern. Das mussten
etwa die Dornier-Werke erfahren, die
einen neuen Regionaljet entwickeln
wollten. Als die Lufthansa nach dem 11.
September 2001 ihre Option für 60 Ma-
schinen zurückzog, ging Dornier pleite. Anhand von Beispielen
aus Unternehmen und seines eigenen Werdegangs erläutert der
Unternehmer, Managementtrainer und Berufspilot Peter Brandl,
warum Entscheidungen oft schwerfallen, worauf es bei Ent-
scheidungen ankommt und was Entscheidungen voranbringt.
Bewertung:
Die Analogien zur Fliegerei und zahlreiche Bei-
spiele erhöhen Lesefluss und Lesevergnügen. Für die prak-
tische Umsetzung und das spätere Nachschlagen wäre es indes
schön gewesen, wenn die jeweiligen Erkenntnisse konkret zu-
sammengefasst wären.
(dfu)
Peter Brandl: Hudson River. Die Kunst, schwere Entscheidungen zu tref-
fen. 227 Seiten, Gabal-Verlag, Offenbach, 2013. 24,90 Euro.
Berufsausbildung.
345 Ausbildungs-
berufe gelten 2013 in Deutschland
als anerkannt – genauso viele wie im
Vorjahr. Doch fünf Berufe wurden seit
dem vergangenen Jahr modernisiert:
Fachangestellter für Arbeitsmarkt-
dienstleistungen, pharmazeutisch-kauf-
männischer Angestellter, Schilder- und
Lichtreklamehersteller, Schornstein-
feger und Verfahrensmechaniker für
Kunststoff- und Kautschuktechnik.
Dieses Nachschlagewerk gibt einen Überblick über alle hierzu-
lande anerkannten Ausbildungsberufe, über die reguläre Aus-
bildungsdauer und die Zahl der Azubis, die 2011 diese Berufe
erlernt haben. Mögliche Spezialisierungen und Wahlqualifikati-
onen werden ebenfalls genannt und landestypische Regelungen
vorgestellt. Der Band enthält außerdem Kontaktdaten von zu-
ständigen Stellen im Bereich der Berufsausbildung sowie einen
statistischen Teil über die Entwicklung der einzelnen Berufe.
Bewertung:
Arbeitgeber, die neue Berufe in ihr Ausbildungs-
portfolio aufnehmen wollen, erhalten mit diesem Nachschla-
gewerk einen hilfreichen Überblick über das Spektrum.
(dfu)
Bundesinstitut für Berufsbildung: Die anerkannten Ausbildungsberufe
2013. 624 Seiten, W.-Bertelsmann-Verlag, Bielefeld, 2013. 34,90 Euro.
Entscheidungen treffen will
gelernt sein
Von Änderungsschneider bis
Zweiradmechanikerin