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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
Führungskompetenz zutraut und eventu-
ell bereit ist, Ihnen zu folgen.
Mit den beschriebenen fünf Werkzeu-
gen können Sie den Inhalt Ihrer Botschaft
von der Beziehung trennen. So bleiben
Sie hart in der Sache und weich in der Be-
ziehung. Die visualisierte Botschaft hilft
Ihnen, sich aus der Schusslinie zu hal-
ten. Und Sie können Ablenkungen des
Gesprächspartners begegnen. Schauen
Sie einfach auf das Papier und sagen Sie
zu ihm: „Heute sprechen wir nicht über
X – sondern darüber!“
Je härter die Nachricht, desto weniger
nutzen Gefühle. Machen Sie es kurz und
schmerzlos. Beim Aussprechen einer
Kündigung gegenüber einem Mitarbei-
ter ist das besonders wichtig. Und ver-
meiden Sie Überraschungen. Wenn Sie
sich inhaltlich unsicher fühlen, haben
Sie keine Chance, auf der körpersprach-
lichen Ebene souverän zu wirken. Der
Inhalt muss sitzen! Nur so können Sie
ihn unter Druck abrufen.
visualisierte Botschaft sauer sein, aber
nicht auf einen Menschen.
Drei: Blickkontakt brechen
Wenn Sie Ihrem Gegenüber in die Augen
schauen, wirken Ihre Worte persönlich.
Heikle Botschaften sollen aber nicht
persönlich wirken. Deswegen brechen
Sie den Blickkontakt. Schauen Sie auf
die visualisierte Botschaft: den Block,
das Flipchart oder die Powerpoint-Folie.
Ihre Zuhörer werden Ihrem Blick folgen.
Das Papier wird zum eigentlichen Über-
bringer der negativen Nachricht.
Vier: 90-Grad-Winkel
Bei Vieraugengesprächen gilt: Nehmen
Sie nicht genau gegenüber am Bespre-
chungstisch Platz. Das gegenüberlie-
gende Sitzen fördert die Konfrontation –
und wir sitzen wieder in einer Linie mit
der visualisierten Botschaft. Stattdessen
sollten Sie eine Sitzposition über Eck
einnehmen. So können beide Gesprächs-
teilnehmer auf das Problem (das Papier)
sehen, um anschließend gemeinsam
eine Lösung zu entwickeln. Wenn Sie vor
einer Gruppe sprechen, sollten Sie Ihren
Körper um 90 Grad drehen und sich
seitlich zum Publikum stellen. Blicken
Sie dann auf die visualisierte heikle Bot-
schaft, während Sie sie aussprechen.
Fünf: Stimmmuster
Wenn Sie die heikle Botschaft ausspre-
chen, wollen Sie hart in der Sache sein.
Verwenden Sie dazu das Stimmmuster
einer Katze („Piloten-Stimme“): Die
Stimme ist flach, die Betonung geht am
Satzende runter. Achten Sie außerdem
darauf, dass Sie langsam sprechen und
Pausen einbauen. Dadurch zeigen Sie
Ihren Gesprächspartnern, dass Sie sou-
verän sind – sowohl im Einzel- als auch
im Gruppengespräch.
Besonders wichtig ist dies, wenn der
Empfänger der Botschaft eine Katze ist.
Nach meinen Beobachtungen fällt es den
meisten Menschen deutlich schwerer,
bei einer Katze die zuvor beschrieben
Werkzeuge anzuwenden als bei einem
Hund. In solchen Situationen rutscht die
Körpersprache des Überbringers schnell
in den Stewardess-Modus.
Umgang mit dominanten Personen
Eine ganz andere Strategie brauchen
Sie, wenn Sie es mit einer Super-Katze
zu tun haben. Diese dominanten, leicht
aufbrausenden Typen sind meist weit
oben in der Hierarchie anzutreffen. Hier
sind andere Werkzeuge vonnöten, um
die Aufmerksamkeit dieser Personen zu
erhalten. Denn sie suchen Gesprächs-
gegner, keine Gesprächspartner.
Damit Sie souverän wirken, müssen Sie
den Blickkontakt bei der Übermittlung
der heiklen Botschaft halten (ohne Blin-
zeln). Verzichten Sie auf Visualisierung
und formulieren Sie kurze Sätze. Atmen
Sie im Bauch, damit Sie so entspannt wie
möglich bleiben. Bereiten Sie sich inhalt-
lich gut vor, damit Sie Ihren Text auch
unter Druck abrufen können. Denken Sie
daran: Eine Katze kann man nicht verän-
dern. Entweder sie will sich verändern
oder sie will es nicht. Konzentrieren Sie
sich deshalb auf sich selbst. Kontrollieren
Sie Ihre Körpersprache, damit Sie souve-
rän wirken. Nur so beeinflussen Sie die
Wahrscheinlichkeit, dass die Katze Ihnen
Peter Holzer
ist Trainer
und Coach sowie Inhaber der
Peter Holzer Unternehmens-
beratung.
Ist Ihr Gegenüber eine Katze
oder gar eine Super-Katze,
gilt es, souverän zu wirken.
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