Seite 24 - personalmagazin_2013_12

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Management
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NEWS
Umfrage II
Bislang ist nur wenig darüber bekannt, nach welchen Kriterien Personaler und Führungskräfte Bewerbungsunterlagen in deut-
schen Unternehmen bewerten. Eine Online-Studie der Hochschule Osnabrück geht dieser Frage nun auf den Grund. Es können sich alle Personen
beteiligen, die Bewerbungsunterlagen sichten:
Umfrage I
Wie wirkt Coaching? Das ist eine der zentralen Fragen der diesjährigen „Coaching-Umfrage Deutschland“. Neben professionellen
Coachs können zum ersten Mal auch deren Klienten daran teilnehmen. Die Umfrage läuft bis 31. Januar unter
News des Monats
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Wahre Fälle von abstrusen
Kündigungen im Top-Management
E
s klingt, als ob die Autorin zu viel Fantasie hätte, aber Gabriele Euchner
beschreibt nur echte Kündigungsfälle in ihrem Buch „Mit dem Fußtritt
aus der Chef-Etage“. Da gibt es zum Beispiel die Spitzenmanagerin, die
ohne Umwege von einer Dienstreise nach Asien in ein Hotel beordert wird,
dort ihre Kündigung erhält und sofort Diensthandy und Laptop abgeben soll.
Als sie auf ihre privat gespeicherten Kontakte hinweist, wird sie vom Perso-
naler zum nächsten Telefonladen begleitet; der Vorgesetzte ist auch dabei – im
Mafiosistil mit dunkler Sonnenbrille mitten im Einkaufszentrum.
Euchner erzählt auch, wie ein General Manager und Geschäftsführer eines
internationalen Konsumgüter-Unternehmens verabschiedet wurde. Er erhielt –
trotz guter Geschäftszahlen – unversehens an einem Montagmittag seine Kün-
digung. Statt aller Gründe gab es
nur die Worte: „Ich glaube, wir
können nicht mehr zusammen.“
Solche Beispiele zeigen,
welche fatalen Wirkungen
Kündigungen abseits arbeits-
rechtlicher Fehler auch für das
Unternehmen haben. „Die ne-
gative Wirkung auf die zurück-
gebliebenen Mitarbeiter und
das Employer Branding des
Unternehmens ist nicht zu un-
terschätzen“, erklärt Euchner
auf dem Haufe Personal-Portal.
Dort gibt sie auch Tipps, wie
Kündigungsgespräche besser
verlaufen.
Umfrage III
Wenn junge Akademiker in das Berufsleben einsteigen, ist ihnen das Gehalt wichtiger als die eigentliche Aufgabe. Zu diesem
Ergebnis kommt eine Umfrage unter 900 Absolventen von Absolventa Jobnet. Der viel gepriesene Sinn bei der Arbeit, der nach anderen Studien
gerade die Generation Y antreiben soll, scheint also weniger wichtig zu sein.
Der Weltbildverlag hat angekündigt,
140 Mitarbeiter entlassen zu müssen.
Gleichzeitig hat er eine groß angelegte
Employer-Branding-Kampagne gestar-
tet, die freie Stellen im Verlag bewirbt.
Fragt sich, wie Personaler einen solchen
Spagat meistern können. Kai Anderson,
Partner der Promerit AG, hat im Inter-
view mit der Haufe Online-Redaktion
dazu einige Tipps gegeben. „Im Emplo-
yer Branding sollte die Positionierung
des Unternehmens als Arbeitgeber von
den Kommunikationsmaßnahmen – ins-
besondere einer Kampagne – getrennt
werden“, erklärte er. „Hier liegt die
Chance auch in schwierigen Unterneh-
menssituationen. Die Positionierung
sollte die authentischen, relevanten und
differenzierenden Merkmale des Ar-
beitgebers herausstellen. Diese sollten
langfristiger Natur und damit unab-
hängig von aktuellen wirtschaftlichen
Einflüssen sein.“ Zu vermeiden sei es,
Humor und „Happy People“ als Merk-
mal einer Kampagne in einer solchen
Unternehmenssituation einzusetzen.
Stattdessen sollte der Charakter der
Kommunikationsmaßnahmen der Ernst-
haftigkeit der Lage Rechnung tragen.
Objektive Stärken des Arbeitgebers und
weniger emotionale Aspekte müssten
herausgestellt werden, rät Anderson.
Die Arbeitgebermarke trotz
Stellenabbau festigen
Nachgefragt
Wird ein Mitarbeiter gekündigt,
kann einiges schieflaufen.