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PERSONALENTWICKLUNG
MANAGEMENT
04 / 12 personalmagazin
nehmer mit dem Training waren, was sie
gelernt haben, welches Verhalten sich
nach dem Training verändert hat und
wie die organisationalen Veränderungen
bewertet werden. Mit der prozessbezo-
genen Evaluation lassen sich diejenigen
Faktoren ermittelt, die die Wirksamkeit
des Trainings und den Transfer beein-
flussen. Es ging darum, die Frage zu
klären, welche Faktoren den Transfer
bei Teilnehmern, dem Training und im
Arbeitsumfeld fördern und verhindern
(siehe Grafik unten).
Die Erfolgsevaluation
Bei einem halbtägigen Workshop haben
Vertreter von Volkswagen, der Trainings-
agentur und der TU Braunschweig die
konkreten Evaluationsziele, das Evalua-
tionsdesign und den Fragebogen für das
Training „Bedarfsermittlung und Fahr-
zeugpräsentation“ erstellt (siehe auch
Grafik auf Seite 36). Die Wahl fiel auf ein
zeitökonomisches Evaluationsdesignmit
einmaliger retrospektiver Befragung. In
der retrospektiven, ergebnisbezogenen
Befragung sollten die Teilnehmer die
Veränderungen ihrer Kompetenzen seit
dem Training rückblickend einschätzen.
Um eine erweiterte Sicht auf die Wirk-
samkeit des Trainings zu erhalten, sind
auch die durch die Vorgesetzten konkret
wahrgenommenen Verhaltensände-
rungen im Arbeitsumfeld der Training-
steilnehmer dargestellt.
Die Fragebögen wurden mit „AES 4
Training“, einem Tool zur Erstellung
wissenschaftlich fundierter Fragebögen,
erstellt. Aus einem Pool von mehr als
1.000 Fragen haben die Workshop-Teil-
nehmer die für die Evaluation relevanten
ergebnis- und prozessbezogenen Skalen
und Aussagen ausgewählt. Direkt nach
dem Workshop standen die Fragebögen
als Onlineversion zum Einsatz bei der
Erfolgsevaluation bereit. Um die Evalu-
ationsergebnisse besser einschätzen zu
können, wurden kumulierte Vergleichs-
werte aus Vertriebstrainings anderer
Unternehmen als Benchmark durch das
Tool in die Auswertung integriert.
Wirksamkeit des Trainings bewiesen
Die ergebnisbezogene Evaluation zeigte,
dass die Teilnehmer ihre Verkaufs-
kompetenz, besonders im Bereich der
Bedarfsermittlung, wie beabsichtigt
durch das Training verbessern konnten.
Sie setzten die im Training gewonnenen
Einsichten bei ihrer täglichen Arbeit um
und konnten bei Schwierigkeiten auf
neu Erlerntes zurückgreifen. Die Ver-
besserungen bei der Verkaufskompetenz
schätzten die Vorgesetzten im Vergleich
zu den Verkäufern sogar höher ein als
bei Vergleichsunternehmen. Dies spie-
gelt sich in der Qualität der Arbeit, ei-
ner höheren Kundenzufriedenheit sowie
leicht erhöhten Verkaufszahlen wider.
Diese Erkenntnisse nahm die Volkswa-
gen Abteilung „Qualifizierung Verkaufs-
personal“ natürlich positiv auf.
Barrieren beim Transfer erkannt
Bei der prozessbezogenenEvaluationwar
dagegen noch Optimierungspotenzial
erkennbar: Im Arbeitsumfeld bestan-
den einige Barrieren für den Transfer-
erfolg. So vergaben die zum Großteil
hoch motivierten Trainingsteilnehmer,
die einen starken Willen zum Lerntrans-
fer zeigten, Bestnoten an das Training
hinsichtlich der Übereinstimmung zwi-
schen Trainingsinhalten und tatsäch-
Evaluationskonzept
Quel le: 4 A-Side GmbH
Teilnehmer
Trainingswelt
Reaktion
Training
Lernen
Umgebung/Organisation
Verhalten/Transfer
Technik
Organisationale Ergebnisse
Prozessbezogene Evaluation:
Identifikation von Einflussfaktoren auf die Wirksamkeit einer Maßnahme
Ergebnisbezogene Evaluation:
Überprüfung der Wirksamkeit einer Maßnahme
Arbeitswelt
Um den Transfererfolg selbst und zudem auch die den Erfolg beeinflussenden Faktoren zu bestimmen, wurde sowohl eine prozess- als auch
eine ergebnisbezogene Evaluation bei den Trainingsmaßnahmen von Volkswagen durchgeführt.