Seite 57 - personalmagazin_2011_12

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SPEZIAL
RECHTSBERATUNG
57
WIRTSCHAFTSKANZLEIEN
teilung, halbtags zu arbeiten, ist schwer
in den Griff zu bekommen“, sagt Matthi-
as Kast. Jobst-Hubertus Bauer ergänzt:
„Flexible Arbeitszeiten funktionieren
momentan nur, wenn das persönliche
Umfeld stimmt und aushelfen kann.
Andernfalls kommen die Bedürfnisse
des Mandanten zu kurz.“ Daher sieht
Dietmar Heise bereits einen Wandel auf
die Kanzleien zukommen: „Kanzleien
müssen ihre Struktur überdenken und
neue Angebote schaffen. Vielleicht ist es
für junge Leute interessant, eine andere
Karriere als den Partner im bisherigen
Sinne einzuschlagen“, sagt Heise. Zum
Thema Teilzeit verweist er auf englische
Kanzleien. „Diese sind eher arbeitsteilig
organisiert, mit Repräsentanten nach
außen aber auch einem großen Stab
an Mitarbeitern, die Fälle für einzelne
Rechtsaspekte vorgelegt bekommen.
Dann ist auch egal, ob es Mitarbeiter A
oder B bearbeitet, dann ist Teilzeit auch
weniger ein Problem.“
Im Bemühen um Bewerber bekommen
Kanzleien zunehmend Konkurrenz aus
der Industrie, weil dort interessante
Arbeitszeitmodelle, zumindest ver-
meintlich, möglich sind. Das bedeutet
aber gleichzeitig auch Konkurrenz im
Kerngeschäft: „Gerade Personal- oder
Rechtsabteilungen sind zurzeit wieder
vorsichtiger damit, externe Berater zu
beauftragen. Vielmehr stellen wir fest,
dass die Unternehmen intern wieder
Personal aufbauen und wieder mehr
Arbeit selbst erledigen“, sagt Matthias
Kast. Konkurrenz lauert auch von ande-
rer Seite: „Auch Arbeitgeberverbände
beschäftigen sehr gute Juristen. Aller-
dings fällt ihnen die strategische Bera-
tung schwer, weil sie häufig überlastet
sind mit kleineren Anfragen“, sagt Ale-
xius Leuchten.
Die Konkurrenz großer Wirtschafts-
prüfungsgesellschaften scheinen die
Kanzleien nicht zu fürchten, denn meist
zielt deren Geschäft vor allem auf die
Beratung im eigenen Haus. Dazu kommt
ein anderes Problem: „Es geht nicht nur
darum, ob ein Konflikt besteht in der
Auseinandersetzung zwischen zwei Par-
teien, sondern auch um den Konflikt im
eigenen Haus, weil eine Partei schon
Mandant der Wirtschaftsprüfer ist“, er-
klärt Volker von Alvensleben.
Konkurrenzdruck hin oder her:
Qualität setze sich durch, glaubt Jobst-
Hubertus Bauer. „Für erstklassige
Arbeitsrechtler wird es immer einen
Markt geben, vor allem bei Spezialpro-
blemen. Häufig legen Unternehmen
zudem Wert auf eine zweite Meinung
von außerhalb“, meint Bauer. Insofern
scheint es künftig wenig Grund zur Kla-
ge zu geben.
Dr. Hans-Peter Löw, Allen & Overy
„Trends wie Compliance und Social
Media werden künftig zu den
wichtigen Themen zählen.”
TAE
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