Seite 51 - personalmagazin_2011_12

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EMPLOYEE CHAMPIONS
ORGANISATION
menden Mechanismen. Und wer jetzt
noch glaubt, eine Interessenvertretung
durch Betriebsräte und Gewerkschaften
reiche doch aus, dem fehlt der Blick für
die Realität und für das gewaltige Poten-
zial, das wir HR-Profis als „Employee
Champion“ heben können.
Die Sache mit der Augenhöhe
Es mag sich wie eine Binsenweisheit
anhören: Buckeln nach oben und treten
nach unten – das gehört sich eigentlich
für niemanden, in unserem Beruf ist die-
se Kombination aber geradezu tödlich.
Anders ausgedrückt: Wer den Anspruch
hat, mit dem Management auf Augen-
höhe zu verkehren, sollte dieselbe Au-
genhöhe auch im Umgang mit der Basis
pflegen. An dieser Stelle darf ich ein per-
sönliches „Geheimnis“ preisgeben: Wer
an der Basis gut und mit hoher persön-
licher Akzeptanz verankert ist, verfügt
über ein unschätzbares Plus. Mit diesem
„Pfund“ in der Tasche wird es nicht mehr
schwer sein, auch von oben, also vom
Management, akzeptiert und ernst ge-
nommen zu werden.
Ich erlebe das so seit Jahren und kann
mir – offen gesagt – nicht mehr vorstel-
len, anders zu arbeiten. Mein Vorge-
setzter, der CEO der Voss-Gruppe, und
ich verstehen uns als eine Art Gespann
und ergänzen uns in geradezu idealer
Weise. Als professioneller und überaus
begabter Unternehmenslenker führt er
die Gruppe zu strategischem Wachstum
und Erfolg. Dabei weiß er die „Flanke“
Belegschaft bei mir in guten Händen.
Er kann sich darauf verlassen, dass ich
für eine Kultur des vertrauensvollen Zu-
sammenwirkens aller Interessen sorge.
Diese Rolle wird man wirksam nur auf
der Grundlage einer persönlichen Ver-
ankerung und Akzeptanz an der Basis
spielen können.
Was es dazu braucht, ist ein positives
Menschenbild und eine Haltung aufrich-
tiger Wertschätzung. Schon vor Jahren
habe ich mir selbst dieses Leitmotto auf-
erlegt, womit ich auch immer wieder gut
gefahren bin: „Man muss Menschen für
sich gewinnen, bevor man sie für irgend-
etwas gewinnen kann!“
Präsenz ist der Schlüssel
Das alles können wir natürlich nur er-
reichen, wenn man uns kennt. Dass das
alles andere als „selbstverständlich“
ist, zeigte einmal mehr die in diesem
Frühjahr erschienene HR-Image-Studie
von Professor Christoph Beck in Zusam-
menarbeit mit YouGovPsychonomics.
Besonders erschreckend war die an der
Belegschaftsbasis vorherrschende Un-
kenntnis dessen, was HR will, macht und
wer das ist. Offensichtlich sieht man sich
nicht, begegnet sich nicht, redet nicht
miteinander. Das „Management-by-
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Buckeln nach oben, treten nach unten: Das gehört
sich eigentlich für niemanden. Im Personalwesen
ist diese Kombination allerdings geradezu tödlich.