Seite 17 - personalmagazin_2011_12

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Das Interview führte
Ulli Pesch.
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MOBILE ARBEITSWELT
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man braucht den persönlichen
Kontakt. Oft sind gerade jüngere
Mitarbeiter, die so arbeiten, am
Anfang total begeistert. Aber nach
einem halben Jahr kommt die Er-
nüchterung darüber, dass man zum
Beispiel den ganzen Tag niemanden
sieht. Ich neige mittlerweile dazu,
lieber Mitarbeiter einzustellen, die
viele Jahre Berufserfahrung haben,
die die Schattenseiten des starren
Arbeitens kennen und die sich
einfach wünschen, in einer mobilen
Arbeitsform unterwegs zu sein. Bei
all der Diskussion um mobile Arbeit
und ihren Siegeszug darf man nicht
vergessen: Die Gefahr der Vereinsa-
mung ist in der Tat gegeben.
personalmagazin:
Was kann man tun?
Rump:
Meine Empfehlung ist hier
immer, dass Unternehmen, die sich
mit mobiler Arbeit auseinanderset-
zen, daran denken sollten, dass die
Mitarbeiter wenigstens einen, bes-
ser zwei Tage in der Woche haben,
an denen sie sich treffen. Auch um
ein Team zu bilden und eine Ge-
meinschaft zu werden. Ansonsten
kriegen die die Krise.
personalmagazin:
Wird es künftig Un-
ternehmen geben, die nahezu nur
noch mit Mitarbeitern ohne festen
Büroarbeitsplatz auskommen?
Rump:
Nein. Ich glaube, dass sich die
Anzahl der Mitarbeiter an mobilen
Arbeitsplätzen, die in irgendeiner
Form für mobile Arbeit geeignet
sind, zwischen 30 bis 50 Prozent
bewegen wird. Und der Rest wird
weiterarbeiten wie gewohnt. Wobei
die Quote in bestimmten Branchen,
beispielsweise bei Beratungsunter-
nehmen oder Anwaltskanzleien,
sehr viel höher sein wird.
personalmagazin:
Inwiefern steigen die
Anforderungen an Personaler beim
Management mobiler Mitarbeiter?
Rump:
Sie müssen sich über die
Konsequenzen der mobilen Arbeit
bewusst sein. Dies gilt nicht nur in
organisatorischer Hinsicht, sondern
auch in Bezug auf die Kompetenzen,
die zum einen die Mitarbeiter selbst
benötigen und zum anderen die
Führungskräfte mitbringen müs-
sen. Darüber hinaus ist es Aufgabe
des Personalers, die personalwirt-
schaftlichen Handlungsfelder, wie
zum Beispiel Personalentwicklung
und Karrieremodelle, anzupassen.
personalmagazin:
Wie sehen Sie die
Zukunft des mobilen Arbeitens?
Rump:
Die Zukunft ist immer
abhängig von den technischen
Möglichkeiten. Heute wird mobiles
Arbeiten noch stark mit Situationen
wie „ich arbeite im Zug“, in der
Lufthansa Lounge oder „ich arbeite
von zu Hause“ verbunden. Aber wir
werden dahin kommen zu sagen
„ich arbeite überall“. Man setzt sich
in den Garten und arbeitet dort, oder
man geht zum Segeln und arbeitet
dort. Wir sollten diese Mobilität
nicht nur theoretisch ganz weit
denken, sondern auch praktisch.
Da sind Szenarien vorstellbar, bei
denen man nicht mehr weite Stre-
cken zum Arbeitsplatz zurücklegen
muss oder in der DB-Lounge oder zu
Hause arbeitet, sondern vielleicht
in fünf Kilometern Entfernung vom
Wohnort in einem Bürogebäude ein
Büro anmietet in dem bereits alle
Technik zur Verfügung steht.
personalmagazin:
Das waren die
Telezentren, von denen man früher
schon sprach.
Rump:
Das wird auch wieder ein
Thema sein. Je mehr „Commuting-
Aufkommen“ wir haben und je
höher die Fahrtzeiten zwischen
Wohnung und Arbeitsplatz werden,
umso mehr wird man wieder in
diesen Kategorien denken.
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