32
personalmagazin 05 / 11
Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
STELLENANZEIGEN
Die Stellenanzeige als Wolke
PRAXIS. 18 Monate haben Experten an der „Job_Ad|2.0“ getüftelt und zwei
Konzepte im Praxiseinsatz getestet. Folgendes ist dabei herausgekommen.
Bei der „Wischoptik“ bekommt der Bewerber auf einer Einstiegsseite einen Informationsüberblick.
Heraeus entschied sich für die soge-
nannte „Wischoptik“, die den Nutzungs-
gewohnheiten von iPhone und iPad
entspricht, auf PC-Bildschirmen aber
nicht mit dem Finger, sondern per Maus
bedient wird. Auf einer Einleitungsseite
erhält der Nutzer einen Überblick über
alle Informationen. Eine automatische
Zoomfunktion leitet ihn dann zur ersten
Seite, der Kurzvorstellung des Arbeit-
gebers. Dort sind das Unternehmen,
Kollegen, Aufgaben und gesuchte Qualifi-
kationen in eigenen Fenstern dargestellt.
Der Nutzer kann also selbst entscheiden,
welche Informationen er sich ansieht. Je
nachdem, welche Informationen er aus-
wählt, wird er mit großen Bildmotiven
auf das Unternehmen und die poten-
ziellen Kollegen „eingestimmt“. Heraeus
schrieb auf diese Weise eine Position als
„Chemielaborant/-in“ sowie eine Stelle
als „Communication Manager/-in“ aus.
EnBW setzte im Feldversuch das
„Tag-Cloud-Konzept“ um. In Anlehnung
an die bekannte „Schlagwortwolke“
gibt dieses Format in Schlagworten ei-
ne Übersicht über zentrale Themen aus
demUnternehmen und zum Job. Je nach-
dem, welche Inhalte der Arbeitgeber für
die Zielgruppe hervorheben will, kann
er bestimmte Schlagworte prominenter
darstellen. Beim Klick auf das jeweilige
Schlagwort öffnen sich die weiteren
Informationen – teils mit Bildern und
Videos. Wer sich nicht für familienge-
rechtes Arbeiten oder für Details zum
Arbeitsort interessiert, kann diese Infos
einfach ignorieren. EnBW suchte mit die-
sem Format „Projektingenieure/-innen“
sowie „Projektleiter/-innen Erneuerbare
Energien“.
Hoher Aufmerksamkeitswert
Für den Feldversuch wurden von Mitte
November bis Ende Februar insgesamt
acht Anzeigen mit einer durchschnitt-
lichen Anzeigendauer von sechs Wo-
chen beim Online-Stellenmarkt Jobware
geschaltet. Das überraschende Ergeb-
nis: „Die neuen Formate wurden durch-
schnittlich zwischen 36 bis 69 Prozent
häufiger angeklickt als die klassischen
Anzeigenformate“, sagt Dr. Wolfgang
Achilles. Wie der Geschäftsführer von
Jobware weiter berichtet, druckten
Von
Daniela Furkel
(Red.)
W
ie kann eine Online-Stel-
lenanzeige aussehen, die
losgelöst von den gelernten
Verhaltensmustern der
Printanzeigen die Möglichkeiten des
Internets besser nutzt und spezifischen
Online-Nutzungsgewohnheiten eher
entspricht? Diese Frage stand im Mittel-
punkt eines Feldversuchs, für den zwei
im Labortest ermittelte Konzepte mit
konkreten Stellenausschreibungen der
Unternehmen Heraeus und EnBW ver-
sehen wurden.
© JOBWARE/KIENBAUM COMMUNICATIONS