personalmagazin 10 / 09
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INTERNES EMPLOYER BRANDING
SPEZIAL
EMPLOYER BRANDING
blemenwie einer hohen Fluktuationsrate
oder einemunattraktivenArbeitsumfeld,
das es mit gezielten Maßnahmen an der
Arbeitgebermarke aufzubessern galt.
Aber vor drei Jahren, als das Unter-
nehmen erstmals gezielt über das The-
ma Employer Branding nachdachte,
Mitarbeiter als Markenbotschafter
PRAXIS. Orthomol setzt stark auf internes Employer Branding - mit dem Erfolg,
dass die Mitarbeiter das positive Arbeitgeberimage auch nach außen tragen.
O
rthomol, 1991 gegründet, ist
ein Familienunternehmen, das
Mikronährstoffe herstellt und
vertreibt. Das Unternehmen
ist zwar in der Pharmabranche angesie-
delt, unterscheidet sich aber
zum einen von traditionellen
Pharmakonzernen dadurch,
dass es keine Arzneimittel
vertreibt. Zum anderen ist es
ein mittelständischer Betrieb,
der ganz andere Strukturen
aufweist als die Pharmarie-
sen. „Wir versuchen, auch
mit jetzt über 400 Mitarbei-
tern eine familiäre Atmo-
sphäre aufrechtzuerhalten“,
sagt Gesche Hugger, zustän-
dig für Unternehmenskultur.
Schon allein dass es eine sol-
che Position gibt, zeigt, dass
bei Orthomol der Mensch im
Vordergrund steht.
Das bekommt Gesche Hugger
auch oft von neuen Mitar-
beitern bestätigt, die aus der
Konzernlandschaft in den Fa-
milienbetrieb wechseln und
von der Arbeitsatmosphäre
begeistert sind. Auch der
Standort des Unternehmens
ist beliebt. Langenfeld liegt
zentral in Deutschland, zwi-
schen Köln und Düsseldorf,
und verfügt über eine gute
Verkehrsanbindung. Daher
stand Orthomol nicht wie
viele andere Firmen vor Pro-
zeichnete sich bereits ein Fachkräf-
temangel ab. Da das mittelständische
Unternehmen teils dieselben Fachleute
suchte wie die großen Pharmakonzerne,
aber eben noch nicht deren Stellung auf
dem Markt hatte, ging es darum, sich
für die Zukunft als Arbeitgeber stärker
zu positionieren und das Un-
ternehmen bekannter zu ma-
chen. Die zweite Zielsetzung
war, die Werte, Leitlinien und
Unternehmensziele, die bis-
lang nur unausgesprochen
vorhanden waren, niederzu-
schreiben, um darauf aufbau-
end eine Positionierung zu
erarbeiten.
Auf dieser Basis nahm das
Unternehmen Kontakt zur
Deutschen Employer Bran-
ding Akademie auf, mit der
zusammen ein Konzept ent-
wickelt wurde. Eine Werbea-
gentur setzte dieses in neuen
Stellenanzeigen um und or-
ganisierte eine Kampagne
für die interne Kommunika-
tion. Hierfür wurde auch der
Begriff des „Orthomolisten“
geprägt. Denn der Kern der
Arbeitgebermarke ist die
Begeisterung für das Thema
orthomolekulare Medizin.
Der „Orthomolist“ hat sich
schnell verselbstständigt.
So wird nicht nur in dem
Unternehmensvideo auf der
Webseite damit gespielt, son-
dern es wurden T-Shirts mit
dem Spruch „Orthomolist,
Von
Daniela Furkel
(Red.)
Um die Mitarbeiterbindung zu erhöhen, prägte Orthomol den Begriff
„Orthomolist“. Inzwischen nennen sich alle so und sind stolz darauf.
© ORTHOMOL