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PERSONALENTWICKLUNG
personalmagazin 10 / 09
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MANAGEMENT
Erfolgsfaktoren für Fernunterricht
PRAXIS. Fernlernen ist keine reine Privatsache. Die Personalabteilung sollte die
richtigen Inhalte und einen erfolgreichen Lernprozess sicherstellen.
Fernunterricht erfordert ein hohes Maß an Eigeninitiative. So können sich auch Lerngruppen finden.
sinnvollen Lernmedienmix erfüllen die-
se Anforderungen. Sie vertiefen theo-
retische Grundlagen durch zahlreiche
Praxisbeispiele, umfangreiche Fallstu-
dien, schriftliche Transferaufgaben und
einen interaktiven Austausch mit ande-
ren Teilnehmern. Diese intensive Aus-
einandersetzung führt dazu, dass neue
Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt,
reflektiert, verankert und im Joballtag
eingesetzt werden.
Fernlernen als ein Baustein
Nicht nur Lernziele beeinflussen die Aus-
wahl der Lernmethoden, sondern auch
unterschiedliche Ausgangssituationen
im Unternehmen wie etwa Schichtarbeit
oder der Wunsch nach einem geringen
Aufwand für die Organisation von Wei-
terbildung.
Die Handelskette Anton Schlecker
beispielsweise wird ab Herbst 2009 für
Einzelhandelskaufleute mit Abitur oder
Fachhochschulreife ein neues Qualifi-
zierungsprogramm zum Bezirksleiter
anbieten. In einem zweijährigen Trai-
neeprogramm werden die praktischen
Erfahrungen durch den Fernlehrgang
„Geprüfte/r Handelsfachwirt/in IHK“
mit theoretischem Wissen ergänzt. „Bei
der Auswahl des Lehrgangs waren drei
Faktoren wichtig“, so Frank Schuffen-
hauer, Leiter Fachbereich Ausbildung
und Prokurist bei Anton Schlecker. „Ers-
tens legen wir großen Wert auf einen
einheitlichen Wissensstand aller Teil-
nehmer – egal, ob in Kiel oder in Frei-
burg. Zweitens wollen wir den Aufwand
für die Personalabteilung gering halten
und nicht zahlreiche einzelne Kurse vor
Ort mit unterschiedlichen Anbietern
organisieren. Drittens entfallen durch
das Fernlernen für unsere künftigen
Führungskräfte lange Anfahrtswege
und starre Termine für Präsenzveran-
staltungen.“
Von
Andreas Vollmer
und
Volker Hedderich
P
ersonalentscheider stehen vor
der Aufgabe, Weiterbildung zu
planen, zu messen, zu bewer-
ten und weiterzuentwickeln.
Um den Fortbildungsprozess bewusst
lenken zu können, führen sie ein mehr
oder weniger stark ausgeprägtes Bil-
dungscontrolling durch. Wir beleuchten
deshalb die Elemente des Bildungscon-
trollings und die Stufen innerhalb des
Fortbildungsprozesses, die für den Ein-
satz von Fernlehrgängen von besonderer
Bedeutung sind.
Um Fortbildungsmaßnahmen für ei-
nen bestimmten Zeitraum planen zu
können, werden die Qualifikationsan-
forderungen eines Arbeitsplatzes dem
aktuellen Qualifikationsstand der Mit-
arbeiter gegenübergestellt. Aus diesem
Soll-Ist-Abgleich lassen sich die indivi-
duellen Entwicklungsbedarfe ableiten
und Anpassungs- oder Aufstiegsquali-
fizierungen definieren. Neben Fachwis-
sen müssen sich Mitarbeiter oft neue
Methoden oder Verhaltensweisen an-
eignen, zum Beispiel Instrumente und
Techniken für Führung, Kommunikation
oder Moderation. Dies gilt beispielswei-
se für Projektleiter oder auch für Meis-
ter- und Technikerstellen im mittleren
Management.
Weiterbildung geht deshalb mehr und
mehr über die reine Wissensvermitt-
lung hinaus. Benötigt werden Praxis-
orientierung und Übungsmöglichkeiten,
um einen Transfer in den beruflichen
Alltag zu ermöglichen. Fernlehrgänge
mit innovativen Methoden und einem
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