Seite 55 - PERSONALquarterly_2014_03

Basic HTML-Version

55
03 / 14 personalquarterly
Mit tiefer Trauer nehmen wir zur Kenntnis, dass Prof. em. Dr.
Dr. h.c. mult. Eduard Gaugler am 12. April 2014 verstorben ist.
Der international anerkannte Experte für Personalwesen und
Arbeitswissenschaft war lange Zeit an der Universität Mann-
heim tätig. Bis zu seiner schweren Erkrankung nahm Eduard
Gaugler regen Anteil an der Entwicklung des Personalmanage-
ments und der Betriebswirtschaftslehre. Er beteiligte sich stets
mit präzisen Analysen und vorausschauenden Überlegungen.
Dabei verfügte er über einen herzlichen Humor. Bei jeder kon-
struktiven Kritik stand die Sache imVordergrund. Insofern war
er immer fair und ausgewogen. Er studierte, promovierte und
habilitierte an der Universität München. Nach der Übernahme
der ersten ordentlichen Professur an der Universität Regens-
burg wurde er 1972 an die Universität Mannheim berufen. Er
war ein akademischer Lehrer hohen Rangs. Als Ehrenmitglied
des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e. V.
hatte er auch international einen exzellenten Ruf.
Er war als Mittler zwischen Theorie und Praxis seit 1949
der Zeitschrift „Mensch und Arbeit“ verbunden, die 1968 in
„Personal“ umbenannt wurde. In dieser Zeit unterstützte er die
Schriftleitungen als Fachautor, Berater und als Herausgeber.
Zum Gedenken an Prof. Eduard Gaugler
Im Fokus seiner Überlegungen stand stets die Übertragung
neuester Erkenntnisse der personalrelevanten Forschung auf
die Praxis der Personalarbeit. Er beherrschte souverän alle
Teilbereiche der Personalwirtschaftslehre bis weit in arbeits-
wissenschaftliche Überlegungen hinein und in die Welt der in-
dustriellen Arbeitsbeziehungen. Dabei übernahm er zeitweilig
führende Positionen in allen einschlägigen Fachvereinigungen.
Er war nicht nur der Nestor des akademischen Fachs „Per-
sonal“ in Deutschland. Er bestimmte auch über viele Jahre als
Herausgeber die redaktionellen Leitlinien der Fachzeitschrift
„Personal“, der ältesten Zeitschrift für das HR-Management in
Deutschland. Dabei hat er sich wichtigen Weichenstellungen
des Fachs ebenso wie unternehmerischen Notwendigkeiten nie
verschlossen. Dies galt nicht zuletzt für die Neuausrichtung in
das Wissenschaftsjournal „PERSONALquarterly“, dem er als
Ehrenherausgeber verbunden blieb.
Wir verneigen uns vor einer großen, prägenden Persönlich-
keit und sind stolz, so viele Jahre mit Eduard Gaugler zusam-
mengearbeitet zu haben.
Dieter Wagner (im Namen der Herausgeber, der Schriftlei-
tung und des Verlags der „PERSONALquarterly“).
Mirjam Krüger von der Goethe-Universität in Frankfurt a. M.­
wurde mit dem „Best Paper Award 2014“ der Zeitschrift
„PERSONAL­quarterly“ ausgezeichnet. Der Titel des prämierten
Papers lautet: „What are the costs of a pay cut? Evidence from
a personnel consulting firm“. Die Studie beschäftigt sich mit
der Frage, wie sich eine Lohnkürzung auf die Arbeitsmoral von
Mitarbeitern auswirkt.
Die Ergebnisse beruhen auf Performance-Daten der Mitarbei-
ter eines großen Personalberatungsunternehmens. Sie zeigen,
dass nach einer Lohnkürzung die Arbeitsmoral der betroffenen
Mitarbeiter sinkt, was sich in einer geringeren Performance
sowie einer höheren Abwesenheitsrate äußert. Darüber hinaus
steigt die Anzahl der Mitarbeiter, die das Unternehmen frei-
willig verlassen, in der betroffenen Gruppe an. Dies betrifft
vor allem jene Mitarbeiter, die vor der Lohnkürzung eine hohe
Performance gezeigt haben. Es konnte gezeigt werden, dass
für den Beobachtungszeitraum von drei Jahren nach der Um-
„PERSONALquarterly Best Paper Award 2014“
geht an Mirjam Krüger
setzung die Kosten, die durch die geringere Performance ent-
standen sind, die Einsparungen (geringeren Lohnkosten) bei
Weitem übersteigen. Eine kleine Gehaltsreduktion kostet also
das Unternehmen aufgrund der gesunkenen Leistung sehr viel
mehr Geld als durch die Gehaltseinsparung gewonnen wurde.
Der von der Zeitschrift „PERSONALquarterly“ mit 1.000 EUR
dotierte Preis wurde im Rahmen des Personalökonomischen
Kolloquiums 2014 in Köln vergeben und von Prof. Dr. Dirk
Sliwka und Prof. Dr. Heiko Weckmüller im Namen der Heraus-
geber der Zeitschrift überreicht. Professor Sliwka würdigt das
Paper als eine „wirklich spannende, methodisch sehr gute und
praxisrelevante Arbeit“.
Ziel des Preises ist es, herausragende Forschungsarbeiten
von Nachwuchswissenschaftlern, die eine Relevanz für die Per-
sonalpraxis haben, zu fördern. Ausgewählt wurde die Preis-
trägerin von den Herausgebern der „PERSONALquarterly“ in
Zusammenarbeit mit der Kommission Personalwesen.