Seite 45 - PERSONALquarterly_2014_03

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Fazit: Auf dem Weg zur strategischen Partnerschaft
Obwohl unsere Cranet-Daten seit nunmehr zwei Jahrzehnten
im internationalen Vergleich auf eine geringe strategische In-
tegration der Personalfunktion in deutschen Organisationen
hinweisen, beobachten wir in den letzten Jahren eine leichte
Verbesserung der Situation. Unsere Untersuchung trägt dazu
bei, nähere Erkenntnisse bezüglich der persönlichen Wahr-
nehmung von Personalverantwortlichen in Bezug auf ihre Be-
teiligung als strategischer Partner der Unternehmensführung
zu erhalten.
Im Wesentlichen zeigen die Ergebnisse unserer deutschen
Cranet-Daten, dass nicht die Personalverantwortlichen selbst
dem weiteren Erfolg der strategischen Partnerschaft im Wege
stehen, sondern dies eher an einer immer noch mangelnden in-
stitutionellen Verankerung innerhalb der Unternehmen liegt.
Die Unternehmensführung scheint entweder nicht die Erwar-
tungshaltung zu haben, dass sich ihre Personalverantwort-
lichen an wesentlichen Entscheidungsprozessen beteiligen
oder, falls sie dennoch diese Erwartungen haben, scheinen sie
diese nicht ausreichend zu kommunizieren bzw. umzusetzen.
Besonders interessant sind die subjektiven Konsequenzen
einer strategischen Partnerschaft, die unsere Personalverant-
wortlichen für wahrscheinlich erachten. Neben den persön-
lichen Vorteilen einer solchen Partnerschaft sieht ein Großteil
der Personalverantwortlichen insbesondere Vorteile für das
gesamte Unternehmen. Umgekehrt halten sie negative Kon-
sequenzen einer strategischen Partnerschaft, wie eine Zunah-
me von Konflikten oder ein Verlust an Glaubwürdigkeit bzw.
Neutralität, für eher unwahrscheinlich, obwohl diese häufig
als Gegenargumente einer strategischen Partnerschaft dienen
(Caldwell, 2003).
Aus diesem Grund sollten Führungskräfte in deutschen
Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit ihren Per-
sonalverantwortlichen als wichtige Chance sehen, um Inte-
ressenskonflikte zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern
zu mildern und das Potenzial der eigenen Personalfunktion
stärker zu nutzen.
Summary
Research question:
What is the main driver for HR managers to be-
come a strategic partner of the management – their personal attitude
or the perceived managerial expectations?
Methodology:
Our analyses are based on the German Cranet data,
consisting of 398 responses of the most senior HR managers in
2009/2010.
Practical implications:
Rather the lack of institutional implementati-
on than the personal attitude of HR managers hampers the success of
the strategic partner.
Literaturverzeichnis
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Ulrich, D./Brockbank, W. (2005): The HR Value Proposition. Harvard Business
School Press: Boston, Mass.
DR. MARIUS WEHNER
Universität Paderborn
E-Mail:
wiwi.upb.de/ib
PROF. DR. RÜDIGER KABST
Universität Paderborn
E-Mail:
wiwi.upb.de/ib
DR. MATTHIAS MEIFERT
HRpepper Management Consultants
E-Mail: