Seite 35 - PERSONALquarterly_2014_03

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Literaturverzeichnis
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EVELINA SANDER
Promotion am Fachbereich Wirtschafts-
wissenschaft der Freien Universität Berlin
E-Mail:
Summary
Research question:
Why has the demographic change become a hot
topic in Human Resource Management (now)? What interests do the
HRM actors pursue?
Methodology:
The sociology of knowledge approach to discourse,
which is based on an analysis of manifold documents (primary data
source: HRM journals).
Practical implications:
Demographic changes are not a new topic,
it has been discussed in Germany with varying degrees of intensity
for about 100 years. However, there is no agreement both on demo-
graphic figures and on the defined problems. Knowledge and a critical
evaluation of the demographic subdiscourses and of the underlying
positions as well as interests allow a conscious dealing with demo-
graphic issues (also) within the HRM practice.
und Prioritäten können und sollen dabei bedarfsorientiert in-
dividuell festgelegt werden.
2. Die skizzierten widerstreitenden Subdiskurse verdeut-
lichen, dass sich hinter dem (vermeintlich klar definierten)
Phänomen des demografischen Wandels eine Vielzahl von un-
terschiedlichen Interessen und Interpretationen verbirgt und
sogar als „harte Fakten“ geltende Zahlen zur demografischen
Einwicklung umstritten sind. Auch wenn die Deutungen und
die angebotenen Lösungsstrategien des herrschenden Subdis-
kurses der organisationalen Praxis womöglich näherstehen,
kann ein Auseinandersetzen mit dem alternativen Subdiskurs
gewinnbringend sein. Dies betrifft unter anderem ein besseres
Verständnis der Positionen von unterschiedlichen Akteuren,
welches bei Verhandlungen oder gemeinsamen Projekten
(zum Beispiel mit Interessenvertretungen) eine Zusammen-
arbeit erleichtern kann. Ebenso können die überwiegend im
alternativen Subdiskurs diskutierten Lösungsstrategien, die
ein besonderes Augenmerk auf die bisher wenig(er) beachteten
Beschäftigtengruppen legen, z.B. in Bezug auf Weiterbildung,
Geschlechtergleichstellung, alter(n)sgerechter Arbeitsgestal-
tung, zu einem Wettbewerbsvorteil werden.
3. Darüber hinaus könnten der bereits erwähnte „Quer-
schnittscharakter“ des Themas Demografie sowie ihre große
symbolische Wirkung in Unternehmen bewusst(er) in inter-
nen und externen Programmen verwendet werden, um ein
positives Image oder die Zusammenarbeit und Kooperation
zu fördern.
Insgesamt soll dieser Beitrag bei seinen Lesern einen brei-
teren Blick auf das Thema Demografie und Personalpolitik
ermöglichen und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die de-
mografischen „Probleme“ (auch) im Personalfeld nicht nur als
„Fakten“ und „Gegebenheiten“, sondern auch als diskursive
Konstruktionen betrachtet werden können, was eine kritische
Betrachtung sowohl der definierten Probleme selbst als auch
ihrer Lösungsvorschläge erlaubt.