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welche das ganze Thema erfährt. Der Begriff „Netzwerk“ ist
natürlich ein Modekonzept, in welches relativ verschiedene Be
deutungsinhalte hineinprojiziert werden. Diese reichen vom
wissenschaftlichen Konzept des sozialen Netzwerks über so
ziale Netzwerke wie Facebook oder Xing bis hin zu sozialen
Verhaltensweisen wie „networking“. Zweitens: In der Vergan
genheit waren Netzwerke vermutlich stärker durch den famili
ären Hintergrund, den sozialen Status oder die Zugehörigkeit
zu einem geschlossenen Club geprägt. Heute gestalten sich
Beziehungsgeflechte dynamischer und orientieren sich sicher
auch stärker an den Kompetenzen und Fähigkeiten des Ein
DR. BORIS RICKEN
PPCmetrics AG
E-Mail:
Dr. Boris Ricken ist Chief Operating Officer und Mitglied der Geschäfts-
leitung bei PPCmetrics AG, einem führenden Schweizer Beratungs-
unternehmen für institutionelle und private Investoren. Er studierte
Wirtschafts- und Politikwissenschaften in Konstanz und Granada und
promovierte an der Universität Zürich. Ricken befasst sich seit über
zehn Jahren mit dem praktischen Einsatz der sozialen Netzwerkanalyse
in Unternehmen und hat hierzu verschiedene Publikationen verfasst,
kürzlich gemeinsam mit David Seidl: „Unsichtbare Netzwerke: Wie sich
die soziale Netzwerkanalyse für Unternehmen nutzen lässt“ (Gabler).
PROF. DR. DAVID SEIDL
Universität Zürich
E-Mail:
Prof. Dr. David Seidl ist Inhaber des Lehrstuhls für Organisation
und Management an der Universität Zürich und zugleich Research
Associate am Centre for Business Research (Cambridge University).
Er studierte Betriebswirtschaftslehre und Soziologie in München und
London und promovierte in Management Studies an der Cambridge
Judge Business School (Cambridge University). Seine Forschungs-
schwerpunkte liegen in den Bereichen Organisationstheorie, Strate-
gie und Wissenschaftstheorie, zu denen er zahlreiche Aufsätze und
Bücher verfasst hat.
zelnen. Die Zeiten, in denen jemand allein deshalb einen Job
bekommt, weil er im gleichen Club ist wie der Arbeitgeber, sind
tendenziell vorbei.
PERSONALquarterly:
Ist dies tatsächlich so? Gibt es nicht immer
noch die „old boy networks“, in denen Karrieren gemacht
werden? Erst kürzlich ließ ich mir von zwei konkurrierenden
Kegelvereinen eines Großunternehmens berichten, in denen
starre Aufnahmeriten gelten und in denen die Personalpolitik
entscheidend beeinflusst wird. Frauen waren dort z. B. bis vor
wenigen Jahren nicht zugelassen.