Seite 9 - PERSONALquarterly_2013_02

Basic HTML-Version

02/ 13 personalquarterly
9
Dysfunktionale Kategorien
Definition
Beispiele
Verlieren in Details und ­Beispielen Nicht zielführende, irrelevante Beiträge machen oder
sich in Details verlieren, oft Monologe
„Gestern im Fernsehen haben sie auch über Kosten diskutiert ...“
Tadel / Abwertung
Andere beschimpfen, abwerten, lästern oder kleine
Spitzen äußern
„… das kann der ja nicht mal buchstabieren.“
„Die sitzen doch eh nur die ganze Zeit rum und trinken Kaffee …“
Unterbrechung
Jemandem barsch das Wort abschneiden oder
­jemanden unterbrechen
A: „Also ich finde wichtig, dass …“
B (unterbricht): „Das Problem sind die Kennzahlen.“
Seitengespräch
Ein Seitengespräch beginnen oder sich in eines verwi-
ckeln lassen
Während des Beitrags von A unterhalten sich B und C leise
­miteinander;
Telefonate während der Besprechung;
2 oder mehrere Personen sprechen gleichzeitig/durcheinander
Reputation
Auf die eigene Kompetenz, Diensterfahrung, Betriebs­
zugehörigkeit oder Qualifikation verweisen
„Ich stecke da gedanklich viel tiefer drin als ihr, da ich schon zehn
Jahre in der Firma bin.“
Kein Interesse
an Veränderungen
Kein Interesse an etwas Neuem zeigen oder sogar
negative Aussagen zu Veränderungen treffen,
­Optimierungsmöglichkeiten leugnen
„Das bringt doch alles nichts!“
„Das werden wir nie schaffen.“
Jammern
Beklagen über den Ist-Zustand, Killerphrasen äußern
„Bei uns funktioniert gar nichts richtig.“
„Wir sind immer die Dummen.“
Abbruch
Vorzeitiges Beenden der Diskussion
„So, nun ist doch alles gesagt, hören wir auf.“
Schuldigensuche
Ein Teammitglied als Schuldigen für das Problem
­ansehen, Probleme personalisieren
„Das liegt an Rainer, der hat nie Lust sich darum zu kümmern.“
„Da hat Peter versagt.“
Betonung autoritärer Elemente /
Abschieben von Verantwortung
Auf Hierarchien und Zuständigkeiten verweisen,
­Verantwortung abschieben
„Da ist die Abteilung xy für zuständig.“
„Das ist die Aufgabe der Führungskraft.“
„Das ist nicht unser Bier.“
Phrase
Inhaltsloses Gerede, Worthülsen äußern,
oft zusammenhanglos
„Das kann man so oder so sehen.“
„Wenn wir das gleich lösen könnten, wäre es ja zu einfach.“
„Freunde sind wir doch alle.“
Abstract
Forschungsfrage:
Welchen Einfluss haben Meetings auf die Gesundheit der Mitarbeiter?
Methodik:
Die hierarchieübergreifende Befragung (Fragebogen, Interviews) wurde mittels
Regressions- und moderierten Mediationsmodellen ausgewertet.
Praktische Implikationen:
Meetings stellen ein Gesundheitsrisiko dar. Dieses Risiko kann
aber durch eine bewusste Gestaltung des Meeting-Designs und der Kommunikation im
Meeting reduziert werden. Dysfunktionale Meeting-Kommunikation ist dabei zu vermei-
den. Implikationen zur gesundheitsschonenden Meeting-Gestaltung werden diskutiert.
Quelle: Die dysfunktionalen act4teams
®
-Kategorien in Anlehnung an Kauffeld/Lehmann-Willenbrock, 2012.
Abb. 1:
Beobachtungskategorien nach act4teams
®