Seite 45 - PERSONALquarterly_2013_02

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Summary
Research question:
This study focuses on the so called skill shortages in
nursing and explores the intensity of the phenomenon as well as ways in
which firms are dealing with this problem.
Methodology:
Problem-oriented interviews have been conducted with
decision makers in seven stationary homes in Saxony.
Practical implications:
Several ways are discussed in which stationary
homes can reduce their real or their virtual dependence from skilled
personnel.
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Vermeidung der Ressourcenabhängigkeit durch den Einsatz
von Schulungen für ungelerntes Personal, nicht nur zwecks
Wissensvermittlung, sondern auch um eine Selbstselekti-
on der Kandidaten zu ermöglichen. Die Schulungen würden
zudem den Aufbau von Mitarbeiterpools erleichtern, welche
kurzfristige Ausfälle zu kompensieren helfen.
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Kooperationsstrategie in Form von 1) besseren Arbeitsbe-
dingungen, wie höhere Entlohnung, langfristige Arbeitsver-
träge, 2) Fort- und Weiterbildung, 3) Aufgabenbereicherung
für Mitarbeiter, z. B. durch Übernahme von Aufgaben im
Hygienebereich, 4) Aufstiegsmöglichkeiten, z. B. zur Wohn-
bereichsleitung, 5) Gesundheitsförderung, wie Angebote der
Rückenschule oder gesunde Ernährung, 6) gezielte Unter-
stützung junger Familien durch flexible Arbeitszeiten oder
Betriebskindergärten.
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Interventionsstrategie in Form von Öffentlichkeitsarbeit,
um das Image der Branche als Auffangbecken für niedrig
bezahlte arbeitslose oder ausländische Fachkräfte heraus-
zufordern. Hilfreich könnte hierfür eine stärkere Koopera-
tion mit den Schulen sein in Form von Probearbeitstagen,
Ferienarbeit oder Praktikumsplätzen. Um nicht zu einem
wenig glaubhaften Fassadenbau zu werden, setzt die Öf-
fentlichkeitsarbeit jedoch reelle Verbesserungen der oben
erwähnten Arbeitsbedingungen in den Altenpflegeeinrich-
tungen voraus.
Der explorative Charakter der vorliegenden Studie sollte je-
doch nicht ignoriert werden. Es handelt sich um eine nicht
repräsentative Untersuchung in ostdeutschen Altenpflegeein-
richtungen. Dieser Umstand schränkt die Generalisierbarkeit
der Ergebnisse möglicherweise ein, da die Situation der Alten-
pflege in Sachsen nicht ohne Weiteres mit der in anderen Bun-
desländern gleichzusetzen ist. In anderen Teilen Deutschlands
dürfte jedoch eine ähnliche Problematik vorliegen. Daher sind
die aus diesen Ergebnissen abgeleiteten Schlussfolgerungen
zwar als vorläufig zu betrachten, aber auch in den weiteren
kritischen Auseinandersetzungen mit dem Thema „Fachkräf-
temangel“ mithilfe weiterer Forschungen zu überprüfen.
DR. IRMA RYBNIKOVA
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehr-
stuhl für Organisation und Arbeitswissen-
schaften, Technische Universität Chemnitz
e-mail: Irma.Rybnikova@wirtschaft.
tu-chemnitz.de
JULIANE FRÖBE
Bachelor of Sciences (Wirtschaftswissen-
schaften)
e-mail: