Seite 35 - PERSONALquarterly_2013_02

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02/ 13 personalquarterly
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Rumänien (80)
5,36
Bulgarien (113)
5,25
Spanien (151)
5,13
Ungarn (40)
5,12
Russland (164)
5,05
Griechenland (251)
4,90
Slowenien (143)
4,70
Tschechien (44)
4,66
Kroatien (118)
4,58
Litauen (41)
4,55
Irland (53)
4,53
Italien (762)
4,51
Dänemark (53)
4,51
Portugal (129)
4,48
Türkei (128)
4,44
Finnland (79)
4,41
Lettland (58)
4,38
Insgesamt (4945)
4,24
Polen (218)
4,21
Frankreich (595)
4,01
Österreich (524)
3,94
Schweden (110)
3,91
Niederlande (198)
3,57
Großbritannien (133)
3,45
Schweiz (404)
3,31
Belgien (167)
3,17
Abstract
Forschungsfrage:
Die deutschen Unternehmen sind auf qualifizierte Zuwanderer ange-
wiesen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Für das Personalmarketing stellen sich
die Fragen, ob Deutschland als attraktives Beschäftigungsland angesehen wird, welche
Aspekte die Attraktivität eines Arbeitgebers ausmachen und ob es landesspezifische
Besonderheiten gibt.
Methodik:
Seit 2009 wurden jährlich insgesamt 4.945 Studierende verschiedener Fach-
richtungen online befragt.
Praktische Implikationen:
Die Ergebnisse ermöglichen es Unternehmen, ihre Personal-
marketingaktivitäten zielgruppengerecht auszugestalten.
länder (3,83) betrug der arithmetische Mittelwert 3,69, der
somit klar unter dem Wert für die Gesamtstichprobe lag. Die-
ses Ergebnis bei Befragten, die regelmäßig mit der deutschen
Sprache aufgewachsen waren, kontrastiert mit dem deutlich
höheren Mittelwert von 4,84 für die Deutsch sprechenden Un-
tersuchungsteilnehmer aus den anderen Ländern. Anders aus-
gedrückt: Die Bereitschaft, in Deutschland berufstätig zu sein,
war bei der Gruppe, die Deutsch als Fremdsprache erlernt hat,
um einiges größer, als bei der, die sich diese Sprache von klein
auf angeeignet hat.
Bei der Untersuchung, inwieweit sich Männer und Frauen
hinsichtlich ihrer Bereitschaft unterschieden, für einen län-
geren Zeitraum in Deutschland zu arbeiten, fiel auf, dass die
Frauen (4,20) ein leicht geringeres Interesse als Männer (4,29)
hatten. Während sich allerdings bulgarische (5,52/4,92), rus-
sische (5,15/4,70) und rumänische (5,42/5,25) Frauen auswan-
derungswilliger als Männer zeigten, sah dies in Griechenland
(4,77/5,12), Italien (4,39/4,63) und Portugal (4,29/4,60) um-
gekehrt aus. In drei Ländern, aus denen relativ wenig Zuwan-
derer nach Deutschland kommen, waren die Männer viel eher
als die Frauen zu diesem Schritt bereit: Schweden (4,59/3,36),
Niederlande (4,05/3,24) und Großbritannien (3,86/3,02). Diese
geschlechtsspezifischen Unterschiede können als Hinweis dafür
angesehen werden, dass die Rahmenbedingungen und die kultu-
rellen Besonderheiten in den Heimatländern einen Einfluss auf
die Mobilität von Männern und Frauen haben könnten.
Personen, die schon einmal in Deutschland gewesen waren
(71,2 % der Befragten), zeigten generell ein größeres Interesse
an einer Erwerbstätigkeit in der Bundesrepublik (4,30/4,10).
Lässt man die Aussagen der Befragten aus Österreich, der
Schweiz, Luxemburg und den Niederlanden außen vor, die sich
weniger für eine Beschäftigung in Deutschland interessierten,
so ergibt sich ein signifikant höherer Mittelwert von 4,60. Per-
sönliche Erfahrungen wirken sich positiv auf die Bereitschaft
aus, später in Deutschland zu arbeiten.
Die Befragten, die hier bereits tätig waren oder ein Prakti-
kum absolviert hatten, verfügten über eine höhere Bereitschaft
(4,95), ebenso wie diejenigen Personen, die in Deutschland
studiert (4,94) oder an einem Austauschprogramm (4,88) teil-
genommen hatten.
Abb. 1:
Bereitschaft der Befragten, für einen längeren
Zeitraum in Deutschland zu arbeiten *
Quelle: Eigene Darstellung.
2,5
3,0
3,5
4,0
4,5
5,0
Skalierung: 1 = sehr niedrig, 7 = sehr hoch (N = 4.945)
* Mittelwerte der Gesamtstichprobe: 56,0 % der Befragten waren Frauen. 29,2 % studierten
Wirtschaftswissenschaften, 17,0 % Ingenieurwissenschaften, 14,4 % Naturwissenschaften,
21,8 % Geisteswissenschaften, 17,6 % andere Studienrichtungen. 58,5 % der durchschnittlich
22,9 Jahre alten Befragten waren zwischen 21 und 25 Jahre alt. Jünger waren 23,8 %.