59
2.2015
Das Beispiel der Hochschule Darmstadt
zeigt die Vorteile einer Migration der Ge-
bäudetechnik in Kombination mit einem
umfassenden Energiemonitoring und
-controlling in der Praxis. Auf dem Weg
zum grünen Campus hat die Hochschule
Darmstadt in den letzten Jahren erhebliche
Fortschritte gemacht. Beispielsweise bei
der energetischen Sanierung des Wahr-
zeichens der Hochschule, des Hochhauses.
Veraltete Mess-, Steuer- und Regelungs-
technik wurde auf ein modernes, offenes
Gebäudeautomationssystemmigriert und
ergänzend Kompaktcontroller als Einzel-
raumregler im Bereich der Labore und
Büros eingebaut. Darüber hinaus ergriffen
die Verantwortlichen an der Hochschule
zahlreiche weitere Maßnahmen, um die
Gebäude wirtschaftlich und umwelt-
schonend betreiben zu können, wie zum
Beispiel die Neueinstellung der Nachtab-
senkung, den Einbau einer neuen Klima-
anlage, aber auch die Sensibilisierung der
Gebäudenutzer. Um den Erfolg der Maß-
nahmen transparent zu machen und die
Energieeffizienzweiter steigern zu können,
wurde im Frühjahr 2013 das Energiemo-
nitoringsystem Advantage Navigator von
Siemens implementiert. Insgesamt 67
Zähler unterschiedlicher Hersteller wur-
den bisher auf das System aufgeschaltet.
Weitere sollen folgen.
Energie-Berichte
Die Migration der
Zähler in ein einheitliches Energiemonito-
ringsystemerlaubt es Carsten Schulmeyer,
Instandhaltungs- und Energiemanager auf
dem Campus, die Auswirkungen der ge-
troffenen Energiesparmaßnahmen exakt
zu analysieren undweitere Optimierungs-
potenziale zu identifizieren. Beispielswei-
se indem er per Mail über abweichende
Verbräuche informiert wird. Ebenso kom-
fortabel gestaltet sich das Auslesen der
Daten und ihre Weiterverwendung für
Wirtschaftlichkeitsrechnungen oder das
Controlling. Eine Funktion, die Carsten
Schulmeyer besonders schätzt. Seit April
2013 arbeitet er mit einemoffenenGebäu-
demanagementsystem sowie dem Ener-
giemonitoring- und controlling „Mit den
fürmich abgestimmten Energie-Berichten
habe ich meine Liegenschaften jederzeit
im Blick. Ich nutze sogar Optionen, von
denen ich erst gar nicht dachte, dass ich
sie gebrauchen könnte“, fasst er seine Er-
fahrungen zusammen.
summary
»
Die Energieeffizienz eines Gebäudes wird am sinnvollsten gesteigert durch die
Migration
bestehender Systeme.
»
Dabei wird die
vorhandene veraltete Infrastruktur schrittweise abgelöst.
»
Entscheidend für eine
gelungene Modernisierung
ist ein maßgeschneidertes
Konzept.
»
Ein offenes
Gebäudeautomationssystem
ermöglicht es, in kleinen, erschwinglichen und optimal planbaren Schritten vorausschauend zu
modernisieren.
»
In Verbindung mit
Service-Dienstleistungen
wie Energiemonitoring und -controlling kann die Energieeffizienz über den gesamten
Lebenszyklus eines Gebäudes sichergestellt und weiter verbessert werden.
Fotos: Siemens AG
«
Marc Fietze, Christoph Harnischfeger, Detlev Kleinhans,
alle Siemens-Division Building Technologies
Oben: Der einfachste und kosten-
günstigste Weg, die Betriebs- und
Energiekosten über den Lebenszyklus
eines Gebäudes zu optimieren und
gleichzeitig langfristig die Verfügbar-
keit der Anlagen sicherzustellen, ist
die Migration bestehender Systeme.
Unten: Carsten Schulmeyer (rechts),
Instandhaltungs- und Energiemana-
ger der Hochschule Darmstadt, kann
mit Hilfe eines modernen Gebäu-
deautomationssystems den Energie-
verbrauch der Liegenschaften auf
dem Hochschulcampus auswerten.