Seite 57 - Immobilienwirtschaft_2015_02

Basic HTML-Version

57
2.2015
aus. Nach der energetischen Sanierung
liegt der Gebäude-Heizenergiebedarf nur
noch bei 90 kWh/m²a und die Gesamtsa-
nierungsmaßnahme erzielt einen Primär-
energiegewinn von 28 kWh/m²a.
Maßnahmen wie Wärmedämmung,
ein effizientes Heiz- und Lüftungssy-
stem sowie intelligente Regelungstechnik
machen dies möglich. Die Verbindung
regenerativer und konventioneller Wär-
meerzeugung ermöglicht ein Gleichge-
wicht zwischen Primärenergiebedarf und
-erzeugung. Die Grundlast für Heizung
undWarmwasser übernimmt imSommer
und in der Übergangszeit eine thermische
Solaranlage mit Sonnenkollektoren. Die
Spitzenlast deckt ein Pellet-Kaminofen,
falls nötig mit Unterstützung eines Gas-
Brennwertgeräts. Dabei reduziert die
kontrollierteWohnungslüftung Lüftungs-
wärmeverluste um bis zu 90 Prozent. Auf
dieser Grundlage kann die Photovoltaik-
Anlage für einen Primärenergieüber-
schuss sorgen. Zusätzlich lassen sich Ener-
gieeinsparungen von bis zu 2 200 kWh/a
durch den Einsatz von Energiesparlampen
und energieeffizienten Haushaltsgeräten
erzielen.
Zwei Wege führen zum Energie-Plus-
Haus: Entweder findet zuerst die Sanie-
rung der Gebäudehülle ergänzt mit mo-
derner Lüftungstechnik statt und danach
wird moderne Heiztechnik eingebaut
– oder umgekehrt. Am Ende steht bei
beiden Vorgehensweisen ein energetisch
sinnvoll sanierter Altbau, der bei einem
Investitionsvolumen von etwa 85.000
Euro einen deutlichen Energieüberschuss
und damit auf Dauer einen finanziellen
Gewinn erzielt.
summary
»
Auch Bestandsgebäude
lassen sich zum Energie-Plus-Haus modernisieren.
»
Drei Bausteine sind dazu wichtig:
Minimierung
des Energieverbrauchs, Senkung des Energiebedarfs und die Erzeugung von Strom und Wärme mit regenerativen Energien.
»
Aufeinander
abgestimmte Heizsysteme
sowie Energie sparende Wärmedämm-Maßnahmen an der Gebäudehülle und Haushaltsgeräte der Klasse A++ führen
zur positiven Primärenergiebilanz.
»
Die Modernisierung der Heizungsanlage
ist meist der erste und wirtschaftlichste Schritt.
«
Wolfgang Diebel, Buderus
Energiekosteneinspa-
rung im Verhältnis zu
den Investitionskosten:
Eine neue Heizungsanla-
ge sollte für Hauseigen-
tümer die bevorzugte
Maßnahme sein.
5. Schritt:
Energie sparende
Haushaltsgeräte
A++ Haushaltsgeräte und
Energiesparlampen
– 38 kWh/m
2
a
– 440 €/a
10.000 €
***
Um eine positive Primär-
energiebilanz zu erzielen,
sollte auch der klassische
Stromverbrauch durch
Haushaltsgeräte und
Beleuchtung, Fernsehgerät
oder PC berücksichtigt
werden. Die Mehrkosten
für Energie sparende Haus-
haltsgeräte A++ machen
sich durch den geringeren
Verbrauch bezahlt. Buderus
stattet seine Wärme-
erzeuger werkseitig bereits
mit Strom sparenden
Komponenten aus und der
Standby-Stromverbrauch
ist auf ein Minimum redu-
ziert, um den Energiever-
brauch zu senken.
6. Schritt:
Gebäude-Wärmeschutz
mit kontrollierter
Wohnraumlüftung
– 54 kWh/m
2
a
– 693 €/a
26.000 €
****
Zu einer Fassadenerneuerung
gehört sinnvollerweise die
Wärmedämmung. Darüber
hinaus ist der Einbau von
wärmegedämmten Fenstern
ein wesentlicher Baustein.
Allerdings ist beim Gebäude-
Wärmeschutz zu beachten,
dass sich die Dichtheit des
Gebäudes sehr stark verändert
und der Luftaustausch deutlich
reduziert wird. Dies hat
positive Auswirkungen auf die
Wärmeverluste und den Ener-
gieverbrauch, allerdings ist der
nötige hygienische Luftwech-
sel in den Räumen zu beach-
ten. So sollte ein Gebäude-
Wärmeschutz stets mit dem
Einbau eines wirkungsvollen
Systems zur Wärmerückge-
winnung einhergehen.
Ergebnis
Altbau
modernisierte
Heizungsanlage/
Anlagetechnik
26 kWh/m
2
a
*
113 €/a
*
58.500 €
Ergebnis
Altbau saniert
modernisierte Heizungs-
anlage/Anlagetechnik
plus Gebäudedämmung
h
q
= 90 kWh/m
2
a
Energieplus 8 kWh/m
2
a
Überschuss 580 €/a
*
Gesamt
84.500 €