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2.2015
wortlichkeiten & Kompetenzen durch
Übertragung der „Betreiberverantwor-
tung“ an den Dienstleistungspartner
›
Verankerung von „Lebenszyklus-Orien-
tierung“ durchVereinbarung einer lang-
fristigen Leistungsbeziehung sowie von
„Ergebnis-Orientierung“ durch funktio-
nale Leistungsvereinbarungen
›
„Outputspezifizierung“ gekoppelt mit
einem ausgeklügelten Qualitätssiche-
rungssystem
Außerdem wurde ein „Floating-
GMP“-Ansatz gewählt. Bis zumErreichen
einer definierten Vergütungs-Baseline
werden die tatsächlichen Kosten der Leis-
tungserfüllung zusätzlich zu einer festge-
schriebenen Gewinnmarge vergütet. Das
Risiko der Überschreitung der Baseline
ist aus Sicht des Dienstleistungspartners
bis zu einem gewissen Schwellenwert
durch eine definierte Kostenbeteiligung
des Auftraggebers gepuffert. Eine Unter-
schreitung der Baseline führt analog zu
einer Chancenteilung zwischen Auftrag-
geber und Dienstleistungspartner, die
Optimierungsbemühungen des Dienst-
leistungspartners incentiviert und insbe-
sondere eine Realisierung der erzielten
Einsparungen aus Sicht des Auftraggebers
ermöglicht.
Voraussetzung hierfür ist, dass ein
„Open-book“-Buchhaltungssystem im-
plementiert wird. Die vertragliche Lei-
stungserbringung ist in einer organi-
satorisch und rechtlich eigenständigen
„Betreibergesellschaft“ mit vollständiger
Offenlegung der Buchhaltung sowie aller
Kalkulationen unbedingte Voraussetzung.
Nur so können die oben definierten Ver-
gütungsregelungen auch für beide Part-
ner greifen. In dieser Konstellation führt
dann auch ein Outsourcing komplexer
Leistungsbündel zu einer deutlich effi-
zienteren Bewirtschaftung der Immobi-
lien. Natürlich bedeutet dies aber auch,
dass sich die meisten Marktteilnehmer
in Deutschland noch deutlich tiefer mit
dem Thema Outsourcing von Facility-
Management-Dienstleistungen auseinan-
dersetzen müssen als bislang. Dieses Out-
sourcing wird Offenheit und Flexibilität
gerade der Einkäufer erfordern. Selbstver-
ständlich lohnt sich dieser Aufwand erst
ab einer gewissen Größe des zu bewirt-
schaftenden Gebäudebestands. Die signi-
fikanten Verbesserungen bei der Qualität
der Leistung als auch die Reduzierungen
bei den Kosten sprechen jedoch sehr für
ein derart vertieftes konzeptionelles Aus-
einandersetzen. Nicht zuletzt ist bei pro-
duzierenden Unternehmen eine solche
Auseinandersetzung mit einem derart
signifikanten Kostenfaktor schon längst
eine Selbstverständlichkeit.
summary
»
Zahlreiche
Vorteile
wie Hebung von Synergien, Reduktion von Steuerungskosten, einheitliches Reporting und Qualitätssiche-
rung sprechen für Komplettvergaben.
»
Zu Einzelvergaben sortieren sich heute langfristige
Outsourcing-Verträge, Gesamtvergaben und
Joint Ventures
.
»
Komplexe Leistungsbündel fordern
neue Instrumente
wie Service-Level-Agreements, funktionale Leistungsprogramme und
andere Vergütungsmechanismen.
»
Mit klarer Bündelung von Verantwortlichkeiten und Kompetenzen, einer Lebenszyklus-Orientierung und einer
Ergebnis-Orientierung kann Outsourcing zu einem
Strategic Sourcing
werden.
»
Eine vollständige
Offenlegung der Buchhaltung
gehört dazu.
«
Dipl.-Kaufmann Jürgen Scheins, Valteq GmbH
mögliche Beschaffungsstrategien und vergütungsmechanismen
Quelle: Valteq GmbH
Geeignete
Vergütungsmechanismen
Es bietet sich eine Kombina-
tion aus Aufwandsvertrag
(Cost plus fee) und Pauschalver-
trag (im Sinne eines Guaranteed-
Maximum-Price, GMP) an. Diese
Lösung orientiert sich an den
tatsächlichen Aufwendungen –
allerdings mit einer Deckelung,
die bei einer ausbalancierten
Risiko-Chancen-Verteilung auch
sinnvoll funktioniert.
Insourcing
Eigenerstellung
Autonomiestrategie
›
Selbstständige und eigenverant-
wortliche Aufgabenerfüllung
›
In hierarchischer Organisation
Outsourcing
Outtasking
Eigenerstellung
Profit Center Struktur
Joint Venture
Betreibergesellschaft
Joint Venture
ohne Beteiligung
Einzelvergaben
mit (Teil-)Bündelung
Einzelvergaben
Gesamtvergabe
langfristige Verträge
Gesamtvergabe
komplexes Leistungsbündel
Kooperationsstrategie
›
Strategisch motivierte Vergabe:
„Wertschöpfungspartnerschaft“
›
Langfristige vertragliche Bindungen
Beauftragungsstrategie
›
Fallweise Vergabe von Einzelleistungen
›
Kurzfristige Verträge oder
spontane Einkäufe am Markt
„make“
zunehmend marktliche Koordination (
„buy“
)