33
2.2015
„Quantität und Qualität zählen zugleich,
wer Angst hat, User bei möglichen Provi-
derwechseln zu verlieren, kann uns drei
Monate ausprobieren“, so Immowelt-Spre-
cherin Barbara Schmid.
Vor dem Providerwechsel steht zu-
meist ein Softwarewechsel bzw. eine -er-
weiterung, die mit Kosten und Mehrauf-
wand verbunden ist, den sich zumindest
viele klein- und mittelständisch geprägte
Maklerunternehmenmehrfach überlegen.
„Immobilien-Software ist unser Ur-Ge-
schäft. Wir bieten nichts von der Stange,
haben estate office und für den anspruchs-
volleren Bedarf estate pro im Programm“,
so Vorstand Carsten Schlabritz.
Die Zukunft?
Die Zukunft bestehe unter
anderem in Angeboten zur immer bes-
seren Unterstützung der Maklerklientel
im Rahmen der Objektakquise. Beispiel:
Mittels Responsive Design von Immo-
welt wird die jeweilige Seite eins zu eins
in der Abbildung für unterschiedliche
Endgeräte, ob kleines Smartphone oder
großer TV-Bildschirm, optimal abgebil-
det. Der Makler werde als Partner betreut,
neue Produkte und erweiterte Services
(Bewertung, Relocation u.s.w.) sind laut
Schmid bestmöglich auf die Kernklientel
abgestimmt. Bei Immowelt.at sei zudem
deutliches Wachstumspotenzial, das Be-
stellerprinzip in der Schweiz „bereits ein
alter Hut“.
Zukäufe, bevorzugt im deutschspra-
chigen Ausland, sind laut Schmid von
Immowelt aber ein wesentliches Mittel
im Rahmen der weiteren Expansion. Im
Juli 2014 schlugen die Nürnberger in Kro-
atien zu: Die Immowelt AG beteiligte sich
mehrheitlich an crozilla.com. Das kroa-
tische Immobilienportal bietet neben der
kroatischen auch eine deutsch- und eine
englischsprachige Seite. So ist crozilla
besonders für potenzielle Immobilien-
käufer aus Deutschland, Österreich und
der Schweiz interessant, die für sich selbst
oder als Anlage Wohneigentum in Kroa-
tien erwerben wollen.
Einen wichtigen Expansionsschub
soll Immonet in 2015 das durch die
Mehrheitsbeteiligung an Immosolve neu
entstandene Geschäftsfeld derWohnungs-
wirtschaft bringen. Außerdem wollen die
Hamburger mit Image-Produkten und
-Tools, wie der individuellen Einbindung
des Makler-Logos oder dem „Experten
vor Ort“, sowie Services wie Marktpreis-
spiegel etc. die Kunden unterstützen bei
Wiedererkennung und Bekanntheit.
Hingegen ist Maar überzeugt, dass sta-
tische Software, die bis vor einigen Jah-
ren vielleicht noch als „State of The Art“
galt, an Bedeutung verlieren wird. Aktuell
arbeiten nach Aussage Maars schon rund
20 Prozent der Immonet-Programmierer
auf mobilen Projekten, Tendenz steigend.
Um den Trend zu „Mobile first“ –
laut Immonet anteilig bereits 40 Prozent
aller Zugriffe auf das Netportal – weiter
zu erhöhen, sind regelmäßig Teams im
Silicon Valley. Maar proklamiert für sich,
als erstes Immobilienportal mit einer ei-
genständigen iPad-Anwendung, die alle
Features der Desktop-Nutzung umfasst,
am Markt vertreten gewesen zu sein.
Der Name des Konferenzraumes bei
IS24, Agile Transition War Room, zeich-
net quasi die Philosophie treffend nach. Es
geht umden täglichen Kampf umAgilität,
höhere Effizienz, bessere Team Perfor-
mance, schnellere Produktlinien, Services
etc. Das 1998 als Münchener Start-up ge-
gründete Unternehmen ist mittlerweile
von 12 auf ca. 530 Mitarbeiter angewach-
sen undmit ca. 62 Prozent Marktanteil der
Marktführer unter den Portalen.
Baufinanzierungen, Bewertungen,
kostenlose Modernisierungs-, Renovie-
rungs- und Rechtsinformationen sind
bei Immowelt & Co. ebenso wie Markt-
berichte und Research klassisch im Port-
folio. Und natürlich gibt es immer wieder
Neues im Rahmen der Objektvermark-
tung. Brennende Themen für Makler wie
das Bestellerprinzip fließen in die aktu-
ellen Produktlösungen der Portalemit ein.
Und so scheint klar: Die Zukunft mag viel
versprechen – Ruhe gehört nicht dazu.
summary
»
Das Prinzip „Mobile First“
schreibt sich jedes relevante Portal auf die Fahne.
»
Höhere Preise
Nutzer werden sich an
höhere Anzeigenpreise und Kosten für Online-Immobilienwerbung gewöhnen müssen.
»
Täglicher Kampf
Es geht um Agilität, höhere Effizienz,
bessere Team-Performance, schnellere Produktlinien und Services.
«
Hansjörg Werth, Scheeßel
Der Schwerpunkt der führenden
drei Immobilienportale liegt
nach wie vor im Wohnimmobi-
lienmarkt. Gewerbeimmobilien
haben nur einen Anteil von
rund zehn bis 15 Prozent.