Verband nur diejenigen Verwalter aufnimmt, die mindestens
400 Wohneinheiten betreuen und über mindestens fünf Jahre
Berufserfahrung verfügen. Weitere Pluspunkte seien die Ser-
viceleistungen fürMitglieder sowie „der außergewöhnlich offene
und herzliche Erfahrungsaustausch unter den Kollegen, der ein
echtes BVI-Gefühl erzeugt“. Ganz bewusst stehen laut Meier „die
Beratung und die Bereitstellung von praktischen Arbeitshilfen
und Dienstleistungen im Vordergrund“ und nicht die politische
Interessenvertretung. Das ist auch der Grund, warum der BVI
(anders als der DDIV) nicht bei der Bundesarbeitsgemeinschaft
Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) mitmacht, die sieben
große Verbände unter ihrem Dach vereinigt.
Ein umfangreiches Fortbildungsangebot für Verwalter bietet
nach Worten von IVD-Präsident Jens-Ulrich Kießling auch der
dritte Verwalterverband. Als Vorteil des IVDbezeichnet Kießling
gerade „die Heterogenität, die Spezialisten undGeneralisten glei-
chermaßen eine berufspolitische Heimat bietet“. „Bei uns“, folgert
er, „kann sich einVerwalter sowohl mit seinenVerwalterkollegen
austauschen als auch nützliche Kontakte zuMaklern und anderen
Immobiliendienstleistern knüpfen.“
Kritik an Vielstimmigkeit
Auch wenn sich die Verbandschefs
noch so sehr ins Zeug legen, die Vorzüge ihres jeweiligen Ver-
bands zu unterstreichen – die Vielstimmigkeit innerhalb eines
eng begrenzten Bereichs stößt auf Kritik. „Es ist sicherlich nicht
hilfreich, wenn Verbände auf einem Gebiet konkurrieren“, sagt
beispielsweise ZIA-Präsident Dr. AndreasMattner. „Je breiter ein
Verband aufgestellt ist, desto stärker ist er.“
Eine solche Konkurrenzsituation findet sich nicht nur bei
Verwaltern, sondern auch bei Maklern. Hier sieht sich der IVD
von gleich zwei Verbänden herausgefordert: Auf der einen Seite
ist in einzelnen Regionen noch immer der RingDeutscherMakler
(RDM) aktiv, der eigentlich 2004 mit dem anderen Maklerver-
band VDM zum IVD fusionierte. Zum anderen bemüht sich seit
2011 der Bundesverband für die Immobilienwirtschaft (BVFI)
um frischen Wind in der Branche (vgl. „Immobilienwirtschaft“
11.2014). Der BVFI übertrumpft mit gut 11.600 Mitgliedern auf
den ersten Blick sogar den etablierten IVDmit seinen rund 6.000
Mitgliedsunternehmen. „Vermutlich wissen aber zahlreiche Mit-
glieder nichts von ihrer Mitgliedschaft beim BVFI, da diese nach
der Satzung auch durch schlüssiges Verhalten begründet werden
kann“, merkt IVD-Chef Jens-Ulrich Kießling kritisch an.
Entsprechend selbstbewusst äußert er sich: Es sei erkennbar,
dass es dem BVFI im Unterschied zum IVD „nicht um öffent-
liche Meinungsbildung geht, sondern mehr um Information
durch kostenpflichtige Seminare“. Und in Richtung RDM sagt
Kießling unter Verweis auf die politische Präsenz des IVD und
das breite Leistungsspektrum für dieMitglieder, dass „diejenigen
IVD-Regionalverbände, in denen nach wie vor RDM-Einheiten
existieren, den RDM nicht mehr ernsthaft als Wettbewerber im
Sinne eines Berufsverbandes wahrnehmen“.
Doch gerade die politische Präsenz vieler Verbände wird von
Kritikern als ungenügend empfunden. Zu Unrecht, findet Kieß-
ling: So sei es dem IVD zum Beispiel gelungen, Bewegung in das
parlamentarische Verfahren zum Bestellerprinzip zu bringen.
Ganz ähnlich äußert sich BFW-Geschäftsführer Christian
Bruch mit Blick auf die Mietpreisbremse: „Es ist uns gelungen,
das Schlimmste zu verhindern. Und auch künftig werden wir
daran arbeiten, auf konstruktive Weise gute Lösungen zu finden,
und nicht Polemik betreiben.“ Implizit grenzt sich Bruch damit
vom BVFI ab, der als Protest gegen das geplante Bestellerprinzip
zumMaklerstreik aufrief und es damit sogar in die „Bild“-Zeitung
schaffte.
Dabei sieht der BFW mit seinen 1.600 Mitgliedern für sich
eine klare Aufgabe im Spektrum der Verbände: „Für unsere
Unternehmen stehen das Entwickeln und das Halten von Im-
mobilien im Vordergrund“, sagt BFW-Präsident Andreas Ibel.
„Damit vertreten wir die mittelständische deutsche Immobili-
enwirtschaft.“
Insofern ergibt sich eine recht klare Abgrenzung zu den ande-
renwohnungswirtschaftlichenVerbänden: Der GdWsteht für die
Wohnungsunternehmen kommunaler, genossenschaftlicher und
auch privater Provenienz, während die zahlreichen Kleineigentü-
mer bei Haus & Grund eine verbandspolitische Heimat finden.
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Markt & Politik
i
Titelthema
Öffentlichkeitswirksam,
ohne gleich zum Maklerstreik
aufzurufen: IVD-Präsident Jens-
Ulrich Kießling und sein Vize
Jürgen Michael Schick (v. r.).
Foto: IVD