Seite 60 - Immobilienwirtschaft_2014_07-08

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Technologie, IT & Energie
i
Facility Management
Deshalb ist ein Einsatz in den oben ge-
nannten Leistungsbereichen des Energie-
managements nicht eindeutig möglich.
Aufgrund dessen haben sich neue
Weiterbildungsangebote undVertiefungs-
lehrgänge entwickelt, die grundsätzlich die
folgende Dreiteilung aufweisen können:
Energieberater für Wohn- und Nicht-
wohngebäude (Operative Ebene)
Energiebeauftragter, -manager und
-managementauditor
(Management-Ebene)
Energieservice-Dienstleister
(Operative Ebene)
Die Aufgaben des Energiebeauftrag-
ten/-managers sowie der Energieservice-
Dienstleister können durchaus von FM-
Unternehmen wahrgenommen werden.
Für den Bereich der Energieservice-
Dienstleister sind jedoch mannigfaltige
Detailkenntnisse erforderlich, wodurch
sich neue Leistungsbereiche und Wei-
terbildungsanforderungen herauskristal-
lisiert und auch schon bewährt haben.
Dabei liegen die Einsatzgebiete für diesen
Dienstleistungsbereich bei großen und/
oder komplexen Immobilien.
Grundsätzlich können die Aufgaben der
Energieservice-Dienstleister in eine Ma-
nagement-Ebene und eine operative Ebe-
ne untergliedert werden. Der operative
Bereich orientiert sich an einem Prozess,
der mit der Analyse der energetischen
Situation beginnt und über mehrere Auf-
gaben/Leistungsbereiche zumControlling
von energetischen Prozessen fortgeführt
wird, wobei ein ständiger Austausch zwi-
schen den Aufgabengebieten notwendig
und unerlässlich ist (siehe Abbildung
oben).
Der Leistungsbereich „Technischer
Energiegutachter“ beinhaltet im ersten
Schritt die messwertgestützte energe-
tische Inspektion des Gebäudes, wobei ein
ganzheitlicher Analyseeinsatz angewendet
wird. Durch die detaillierte Analyse der
Prozesse können abgesicherte Prognosen
für eine energetische Optimierung und
Sanierung erstellt werden.
Der Energieprozess-Entwickler fer-
tigt auf der Grundlage des ermittelten
realen Energiebedarfs detaillierte Pro-
zesse zur Sicherung des geplanten Ener-
gieverbrauchsniveaus an und erstellt zum
Beispiel für die spätere Errichtung der
erforderlichen Hard- und Software die
Pflichten- und Lastenhefte.
Durch die unterschiedlichen tech-
nischenSysteme innerhalb einesGebäudes
sowie die verwendete Gebäudeautomati-
onstechnik ist in dem Bereich ein ständig
aktuelles Know-how und Kenntnis über
die möglichen Datenaustauschvarianten
erforderlich.
ImRahmen der technischen Betriebs-
führung werden auch inAbhängigkeit von
den veränderten Nutzeranforderungen
die jeweiligen Betriebszeiten der Anlagen
angepasst und die Energieverbräuche im
laufenden Betrieb erfasst, analysiert und
ausgewertet. Dies stellt das klassische Auf-
gabenfeld im technischen Gebäudema-
nagement eines FM-Unternehmens dar.
Im Leistungsbereich des Controllings
der Energieprozessewerden die relevanten
Prozesse analysiert, mit den tatsächlichen
Energiedaten verglichen und bei Bedarf
optimiert. Als weitere zentrale Aufgabe
wird das Berichtswesen angesehen, mit
dem die erreichte Energieeffizienz nach-
prüfbar protokolliert wird.
summary
»
Das Energiemanagement
ist ein entscheidender Faktor bei der Optimierung von Lebenszykluskosten.
»
Eine prädestinierte Stellung
zur Erfüllung der sich daraus ableitenden mannigfaltigen Aufgaben nehmen FM-Unternehmen ein.
»
Aufgrund der direkten Nähe
haben sie zu den
jeweiligen Immobilien, technischen Anlagen und Nutzern ein enormes Know-how und detaillierte Objektkenntnis.
»
Die ständigen Veränderungen,
sei
es auf gesetzlicher, wirtschaftlicher oder technischer Ebene, erfordern jedoch auch stetig eine spezielle Aus- und Weiterbildung.
Zwischen Management und operativer Tätigkeit:
Leistungsbereiche für Energieservice
Quelle: Mehlis
Management-Ebene
operative Ebene
Inspektion
Analysen
Prognosen
Planung
Energie-
prozesse
Errichtung
Hard- und
Software
Technische
Betriebs-
führung
Controlling
Energie-
prozesse
Energie-Audit
DIN 16247
Energieeinkauf
Beschaffung
Verantwortlicher für Energie
Energiebeauftragter
Energiemanager