Seite 57 - Immobilienwirtschaft_2014_07-08

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-8.2014
die Möglichkeiten der digitalenWelt samt
Social Media gleichzeitig unerschöpflich,
verwirrend und verlockend wirken.
Es mangelt aber an aussagekräftigen
Social Media Kennzahlen und Bench-
marks. Ganz anders als beim Suchma-
schinenmarketing: Von Ad Impressions
über Cost per Click bis hin zum Cost per
Order – hier wird alles analysiert. Search
Engine Marketing (SEM) gilt daher nicht
ohne Grund als „Controllers Darling“. Der
zentrale Einstieg in das Internet sind nach
wie vor die Suchmaschinen, allen voran
Google (laut dem Statistikportal Statista.
com nutzen 2014 91,2 Prozent der deut-
schen Internetuser Google). KeinWunder,
dass sich die Erkenntnis durchsetzt, dass
eine gute Auffindbarkeit und eine gute
Position in der Suchergebnisliste (SEL)
ein zentrales Ziel der digitalen Kommu-
nikationsstrategie des Immobilienunter-
nehmens sein muss. Dabei können Social
Media unterstützen, aber effektive und ef-
fiziente digitale Kommunikation umfasst
weit mehr. „Wer die Entwicklungen der
sozialen Netzwerke nicht im Blick behält
oder sich keine professionelle Unterstüt-
zung holt, dem nützen sie wenig. Späte-
stens, wenn zum Beispiel der Big Player
Facebook den kostenlosen Reichweiten-
hahn zudreht… “, sagt Klaus Saloch, Mit-
glied der Geschäftsleitung der Immonet
GmbH. Über soziale Netzwerke lassen
sich neue Kunden gewinnen und die Be-
ziehungen zu bestehenden intensivieren.
Für Saloch ist „der Kern von Social Media,
nämlich Empfehlungsmarketing, an sich
weder Novum noch Hexenwerk. Aufbau
und Pflege eines soliden Netzwerkes lie-
gen in der Natur der Immobilienbranche!“
Mundpropaganda
Letztlich dreht es sich
also auch in der digitalenKommunikation
um Inhalte (neudeutsch: Content), Auf-
merksamkeit, Kontakte, Empfehlungen
und um die gute alte Mundpropaganda.
Dafür benötigt man eine strategisch an-
gelegte, kontinuierliche und authentische
Kommunikation auf Augenhöhe. Auch ein
faires, zivilisiertes Verhalten (Stichwort
CSR) schadet nicht. Natürlich braucht es
auch ein Unternehmen mit guten Pro-
dukten und Dienstleistungen.
Ein Beispiel für erfolgreich konzipierte
Digitalkommunikation ist Hausmann Im-
mobilienMakler undBeratung, ein imJahr
1954 gegründetes mittelständisches Fami-
lienunternehmen, das in der Metropolre-
gion Hamburg, in Schleswig-Holstein, im
Rhein-Main-Gebiet und in Ostdeutsch-
land Wohnimmobilien verkauft, vermie-
tet und verwaltet. Es zeigt beispielhaft, wie
umfassende Social Media Engagements in
der Praxis gestaltet werden können. Die
zentraleWebsite
de bietet eine eigenständige Rubrik „Social
Network“. Unter diesemMenüpunkt sind
nutzerfreundlich die Accounts auf Face-
book, Google+, Twitter, Xing, LinkedIn
und Pinterest sowie zwei YouTube-Kanäle
und mehrere Blogs direkt verlinkt.
Websites stets überarbeiten
Für Thor-
sten Hausmann, geschäftsführender Ge-
sellschafter der Firma, sind Social Media
längst in die Unternehmensprozesse inte-
griert und im täglichen Geschäft veran-
kert. „Wir leben digitale Kommunikation,
nicht nur Social Media. Wir versuchen da-
mit auch zu antizipieren, wie der Markt in
drei oder fünf Jahren aussieht.“ Dass dies
keine Lippenbekenntnisse sind, lässt sich
auch daran erkennen, dass nach nur drei
Jahren relauncht wird. Die Schwerpunkte
der Überarbeitung liegen dabei auf den
Bereichen der mobilen Optimierung und
des Contents.
Jedes Unternehmen sollte seine Web-
site regelmäßig an die aktuellen Kunden-
bedürfnisse anpassen. Auch Immobilien
bedürfen ja der regelmäßigen Pflege.
Manchmal genügt ein neuer Anstrich,
aber meist ist mehr Aufwand erforderlich.
Ein neues, dynamisches Contentmanage-
mentsystem (CMS), ein eigener Blog, die
Integration der Social Media Accounts,
die Suchmaschinenoptimierung (SEO)
sowie mobile Adaptionen sind derzeit
die wichtigsten Baustellen bei der Unter-
nehmenswebsite. „Mobile Marketing“ ist
in den Chefetagen angekommen: Nach
dem Siegeszug der Smartphones dürfen
nun auch Tablet-Computer nicht mehr
in der Grundausstattung eines Immo-
bilienprofis fehlen. Spätestens wenn der
Geschäftsführer eines Immobilienunter-
nehmens mit seinemneuen iPad nicht auf
die eigene Unternehmenswebsite zugrei-
fen kann, weil diese im schicken Adobe
Flash animiert ist (das die mobilen Geräte
von Apple nicht wiedergeben), kommt
„Schwung in die Bude“ und die Website
steht auf dem Prüfstand.
Sich in die digitalen Fluten stürzen
Die weit verbreitete Skepsis der Immobi-
lienbranche hinsichtlich Social Media und
Onlinekommunikation allgemein kann
Thorsten Hausmann nicht nachvollzie-
hen. „Natürlich ist niemand gezwungen,
mitzumachen, aber wenn man die Ent-
scheidung getroffen hat, den Schritt in die
digitalen Fluten zu wagen, ist man Teil des
Flusses. Dannmuss man bewusst die Strö-
mungen fühlen und antizipieren, wohin
undwie die Fahrt weitergeht. Deshalb sind
wir in unseren Planungen immer schon
drei Steps weiter, als wir es mit unseren
Ressourcen und Manpower überhaupt
abarbeiten können.“ Manche Ideen und
Projekte überleben sich in diesem Prozess
selbst, weil schlicht die Zeit zur adäqua-
ten Umsetzung fehlt. Aus diesem Grund
sollten textstarkeMitarbeiter für die kom-
binierten Bereiche des Marketings, der
Werbung, der Presse- und Medienarbeit
und für Social Media unter der eigenen
Mitarbeiterschaft nicht fehlen. Denn
etwa Contentmarketing ist ein wichtiges
und doch häufig vernachlässigtes Instru-
ment im Marketingmix eines Unter-
summary
»
Grundsatz für digitale Kommunikation:
„Tue als Experte Gutes und demonstriere dein Wissen, deine Kompetenzen
und deine Wertversprechen durch aktuelle, interessante und nutzwertige Inhalte.“
»
Im Informationszeitalter versprechen Erfolg:
Contenthaltige Publikationsformen wie E-Books, White Papers, Checklisten, Thesen, Studien und Votings, Namens- und Fachbeiträge,
(Online)-Präsentationen, Newsletter und Microsites.
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Social Media Aktivitäten
sollten in die Gesamtstrategie eines Unternehmens
integriert werden.
»
Definieren
Sie für Ihre Mitarbeiter klare Richtlinien zur Benutzung sozialer Medien.
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