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-8.2014
kostengünstiger abgedeckt werden kann.
Tatsächlich bietet aber das Breitbandnetz
der Kabelnetzbetreiber mit seiner hybri-
den Struktur von Glasfaser und Koaxi-
alkabel (HFC-Netz „Hybride Fibre Coax
Network“) heute schon in 64 Prozent
3
der
deutschen Haushalte ein Hochgeschwin-
digkeitsinternet. Kabelnetzbetreiber kön-
nen aktuell Anschlüsse mit 100 Mbit/s
und mehr anbieten. In den nächsten
Jahren sind garantiert Bandbreiten auch
im Gigabit-Bereich verfügbar. Das klas-
sische Zweitdraht DSL-Angebot (Digital
Subscriber Line) der Telekommunika-
tionsanbieter bietet dagegen höchstens
nach einem Ausbau zum VDSL(Very
High Speed Subscriber Line)-Netz und
einer technischen Zwischenlösung, der
so genannten Vektor-Technik, maximal
50 bis 100 Mbit/s.
Viele drängen wieder in Richtung Ka-
belnetz
Verständlich, dass die Telekom
wieder aktiv in den Wettbewerb der In-
frastrukturen einsteigt und wieder selbst
zumKabelnetzbetreiber wird. Nach spek-
takulären Vertragsabschlüssen mit Groß-
wohnungsunternehmen wie Deutsche
Annington in Bochum oder HOWOGE
in Berlin baut man wieder neue regionale
Kabelnetze. Auch Vodafone hat die Zei-
chen der Zeit erkannt und vor Kurzem
Kabel Deutschland als größten Kabelnetz-
betreiber in Deutschland übernommen.
Über die bestehende Kabel Deutschland
Organisation wirdman in Zukunft die ge-
samten Festnetzaktivitäten von Vodafone
steuern und auch eine Erweiterung der
Angebotspalette in Richtung Mobilfunk
weiter vorantreiben.
Konsolidierung unter den kleineren
Netzbetreibern
AuchdieKonsolidierung
bei den kleinerenNetzbetreibern schreitet
voran – gerade hat Primacom den Netz-
betreiber Deutsche Telekabel (DTK) über-
nommen und damit die Millionengren-
ze an potenziellen Teilnehmern wieder
überschritten. Stadtwerksbeteiligungen
wie M-Net in München, NetCologne in
Köln oder auch die Stadtwerke in Norder-
stedt mit ihrem Unternehmen Wilhelm.
tel bieten häufig bereits aktuelle Technik.
Dort setzt man bereits weitestgehend auf
den Glasfaserausbau. Als Standard ist
ein FTTB („Fibre to the Building“)-Netz
installiert. Auch Hotspots und W-Lan-
Installationen in den versorgten Liegen-
schaften und Städten sind Bestandteil der
Ausbaupläne aller Netzbetreiber – weiß
man doch, dass diemobile Nutzung weiter
zunehmen wird. Und nur die so genann-
ten Backbones, die im Hintergrund im
Straßennetz installierten Glasfasernetze,
werden die hohen abgerufenen Bandbrei-
ten in Zukunft gewährleisten können.
Der Wettbewerb um die Haushalte
verläuft auf allen Netzebenen äußerst ag-
gressiv, mit der positiven Konsequenz für
die Kunden, dass die Preise für Internet
weiter sinken, und dies trotz stetig anstei-
gender Bandbreitenangebote.
Die Qualität der Angebote ist Hoch und
die Preise sind unter Druck
Bei der
Auswahl eines Betreibers für ein Kabel-
Hausnetz sollten nicht nur die Preise und
das Angebot an (noch) analogem, digi-
talem und hochauflösendem Programm-
angebot berücksichtigt werden. Auch
Preise und Geschwindigkeiten des Inter-
netangebotes sind mit einzukalkulieren.
Telefon ist natürlich auch noch wichtig,
aber zumeist Bestandteil der vielen aktu-
ellen Bündel-Angebote.
Die Kabelnetzbetreiber punkten der-
zeit mit gutem TV-Angebot und preis-
werten Internetangeboten. Die Telekom
als neuer, alter Kabelnetzbetreiber holt
wieder auf. Qualität und Service der an-
gebotenen Leistungen und nicht nur die
Preise sollten zudem als Entscheidungs-
kriterien herangezogen werden. Gut für
Mieter und Vermieter ist es allemal, wenn
es weiterhin mindestens zwei Angebote
(Kabel + (V)DSL) in den Liegenschaften
geben wird. Dann wird der Wettbewerb
der Infrastrukturen weiterhin zu Gunsten
der Kunden ausgetragen werden.
summary
»
Die
Fernsehnachfrage
ist ungebrochen. Etwa 17,6 Millionen Zuschauer werden über Breitbandkabel versorgt.
»
Digitalisierung,
wie
das hochauflösende HDTV-Angebot im Kabel, treibt diese voran.
»
Bewegtbild
über Internet ist geübte Praxis und gehört zumindest in der Altersgruppe
der 14- bis 28-Jährigen zum Alltag.
»
Interessenten
fragen verstärkt nach der Internet-Versorgung einer Wohnung.
»
Mieter und Vermieter
profitieren
von zwei Angeboten (Kabel + (V)DSL) in den Liegenschaften. Der Wettbewerb der Infrastrukturen wird zu Gunsten der Kunden ausgetragen.
«
Dietmar Schickel, DSC Consulting, Berlin
Fernseh- und Internetversorgung
der Wohnung fließen mehr und mehr
zusammen. Mieter und Vermieter
erhalten gute Technik zu gutem Preis.