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-8.2014
über „Immobilienvermögen in Familiy
Offices“ und 2013 ergänzend „Immobi-
lienmanagement in Stiftungen“. Famos
schätzt, dass in Deutschland etwa 1.250
Familien über Immobilienbesitz verfügen,
mit einemGesamtvolumen von etwa fünf
Billionen Euro entsprechend rund 35 Pro-
zent der Vermögensanteile – Feri ermit-
telte 2010 rund 37,7 und 2014 rund 33,9
Prozent – mit steigender Tendenz.
Wo investieren Family Offices?
Matthi-
as Schreier MRICS, Manager der Conren
Land AG in Frankfurt, zeigte sich anläss-
lich der Berliner Tagung überzeugt: „Es
gibt keine heterogenere Menge als die In-
vestorengruppe der Family Offices. Allein
schon die sehr individuelle Genese jedes
einzelnen Family Office bedingt sehr un-
terschiedliche Anlagephilosophien.“ Bei
einer durch Feri im Frühjahr 2014 durch-
geführten Befragung vermögender Pri-
vatkunden und Family Offices rangierten
Wohnungen hinsichtlich der Anlageper-
spektiven ganz oben, gefolgt interessan-
terweise von Pflegeheimen und Logistik.
Büros erhielten mittlere Zustimmung,
weniger attraktiv scheinen Einzelhandel
und Hotels. Auch laut der Studie von
Famos 2012 will über die Hälfte der Be-
fragten inWohnungen investieren, gefolgt
von Mischnutzungen und Einzelhandel.
Erst dann kommen Büros mit 30 Prozent.
Pflegeimmobilien und Logistik befanden
dagegen nur 15 Prozent wertbeständig ge-
nug und Hotels vermutlich nur die fünf
Prozent mit einer persönlichen Affinität
zu einem eigenen Hotel.
Reinhard Kruse FRICS, Partner der
Kölner F/ai-consult, weiß, was seine
Kunden suchen: „Es soll in Produktarten
investiert werden, deren Nutzung einem
relativ trägen, nachvollziehbaren Wan-
del unterliegt.“ Das heißt in erster Linie
neuere oder frisch modernisierte Wohn-
häuser für je rund drei bis zehn Millionen
Euro, keine Hochhäuser, keine öffentlich
geförderten Bestände oder sonstigen Spe-
zialimmobilienwie Studentenwohnungen
oder Boardinghäuser. Kurz: kein Risiko.
Wie investieren Family Offices?
Oft
stehen am Anfang selbst genutzte Unter-
nehmensimmobilien oder Wohnungen,
die vermietet werden. Solche engen Bin-
dungen verhindern eher ein professio-
nelles Asset- und Portfoliomanagement.
Vor allem die kleineren Family Offices
bevorzugen Direktinvestitionen in ein-
zelne Immobilien, so die Erfahrung von
Reimund Schulz. Familiy Offices wür-
den ungern das Heft aus der Hand geben
und tendierten selbst bei Co-Investments
dazu, Mehrheitsanteile zu halten. Schulz
rät nur bei Projektentwicklungen zu ge-
meinschaftlichen Investments, zum Bei-
spiel über Club Deals. „Bei längerfristiger
Haltedauer entwickeln sich irgendwann
gegensätzliche Interessen.“ Außerdem
müssten bei gemeinschaftlichen Investi-
tionen die Richtlinien der BaFin beachtet
werden. Insgesamt erfordere das Immobi-
lienmanagement für Family Offices spezi-
elles Know-how und Fingerspitzengefühl.
Einen etwas anderen Ansatz vertritt zum
Beispiel Primor Capital Partners, die deut-
sche Vertretung des internationalenMulti
Family Office Arab Investments Ltd. mit
Sitz in London. Primor agiert wie jeder
klassische Portfoliomanager, kauft Core
Immobilien oder Projektentwicklungen
als Joint Venture mit Übernahme in den
Eigenbestand nach Fertigstellung. Ideale
Projekte starten ab einer Eigenkapitaltran-
che von 30 Millionen Euro oder Gesamt-
volumen ab 100 Millionen Euro.
Stefan Orts, Partner von Cubion Im-
mobilien in Mülheim, agiert als Makler
an der Basis: „Wir arbeiten gerne mit Fa-
mily Offices zusammen, da es verlässliche
und meist unkomplizierte Partner sind.
Alleine im vergangenen Jahr haben wir
rund 70 Prozent der Verkaufstransakti-
onen mit Privatinvestoren durchgeführt.
Neben kaufmännischen Aspekten ist die
emotionale Komponente hierbei beson-
ders wichtig. Bei diesem Käufersegment
ist die zielgerichtete Produktsuche der
Erfolgsfaktor.“
summary
»
Family Offices
agieren als Eigentümervertreter, damit dieser nicht selbst am Markt auftreten muss, zum Beispiel auch nicht als
Vermieter.
»
Stetig sinkende Kapitalzinsen
sind einer der Gründe für die aktuelle „Konjunktur“ der Familiy Offices.
»
Umfrage
Bei einer von Feri im
Frühjahr 2014 durchgeführten Befragung vermögender Privatkunden und Family Offices rangierten Wohnungen hinsichtlich der Anlageperspektiven
ganz oben, gefolgt von Pflegeheimen und Logistik. Büros erhielten mittlere Zustimmung, weniger attraktiv scheinen Einzelhandel und Hotels.
«
Dr. Gudrun Escher, Xanten
Quelle: Famos GmbH
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stabile Mieteinnahmen
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