Seite 61 - Immobilienwirtschaft_2012_06

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Die Spitzenmiete konnte von diesem relativ knappen Büroan-
gebot aber nicht profitieren. Sie liegt laut DG Hyp seit Jahren
ziemlich stabil bei 12,50 Euro je Quadratmeter. Die Einwohner-
zahl ist rückläufig, die Arbeitslosigkeit ist hoch und die umlie-
genden Großstädte stellen eine erhebliche Konkurrenz dar. Da-
ran gemessen schlägt sich Essen als Einkaufsstandort gut, meit
die DG Hyp. Die Anziehungskraft als Shopping-Standort sei
mit der Fertigstellung des innerstädtischen Einkaufszentrums
„Limbecker Platz“ 2009 und der 2010 nach der Revitalisierung
wieder eröffneten Rathaus Galerie noch gestiegen. Im Jahr 2012
wird noch das restrukturierte – peripher gelegene – Allee-Cen-
ter hinzukommen.
Duisburg: Es wird Raum geschaffen
Rund 120 bekannt gewordene Abschlüsse charakterisierten den
Duisburger Büromarkt im Jahr 2011. Christian Felix Hendel,
Büroimmobilienexperte der Gesellschaft für Wirtschaftsför-
derung Duisburg (GFW Duisburg), meint, dass Duisburg „ein
größerer und damit bedeutsamerer Bürostandort ist, als viele
vermuten“. Rund zwei Millionen Quadratmeter Büroflächen
gibt es in der Stadt insgesamt, die Spitzenmiete liegt bei 13,50
Euro pro Quadratmeter. Allerdings hat die niedrige Leerstands-
quote von unter drei Prozent die Duisburger Wirtschaftsförde-
rer in der Vergangenheit immer wieder eingeholt, da Nach-
fragen ansiedlungswilliger Bürounternehmen aufgrund des
vorhandenen Flächenengpasses nicht zeitnah bedient werden
konnten und diese daher auf die angrenzenden Kommunen
ausgewichen sind. Mit dem Konzept „Duisburg 2027“ möchte
die Stadt die Problematik ändern. Die Entwicklung des Einzel-
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J
handels schätzt die Stadt Duisburg allgemein als positiv ein. Die
Leerstandsquote in den 1A-Lagen sei sehr niedrig. Wie die an-
deren Städte im Ruhrgebiet leidet aber auch Duisburg unter der
starken Konkurrenz der umliegenden Städte, die Kaufkraft ab-
ziehen, sei es das CentrO in Oberhausen, der Limbecker Platz
in Essen oder auch die Kö in Düsseldorf.
Hannover: Mieten auf Top-Niveau
Hannover verfügt mit vier Millionen Quadratmetern Büroflä-
che zusammen mit Leipzig über den größten Büroimmobilien-
markt unter den von DG Hyp betrachteten Oberzentren. Die
Spitzenmiete ist nach der Dot.com-Krise deutlich zurückge-
gangen, zieht seit 2007 aber wieder an. Hannover gilt als ein we-
nig „langweilig“ und hat – trotz verstärktem Stadtmarketing –
ein eher blasses Image. Nichtsdestotrotz zählt Hannover durch
die verkehrsgünstige Lage und einem großen Einzugsgebiet zu
den Top-Einkaufsstandorten. Dies wird an der Spitzenmiete für
die 1A-Lagen deutlich, die sich mit 185 Euro je Quadratmeter
schon weit in Richtung Top-Standorte entwickelt hat.
Leipzig: Attraktiver Shopping-Standort
Mit 520.000 Einwohnern ist Leipzig genauso groß wie das knapp
100 Kilometer entfernte Dresden. Die Bürofläche in Leipzig ist
mit vier Millionen Quadratmetern jedoch etwas größer. Sie
hat sich damit in den letzten zwei Jahrzehnten gut verdoppelt.
Ebenfalls vergleichbar mit Dresden ist die in den 1990er-Jahren
stark rückläufige Entwicklung der Spitzenmiete. Bedingt durch
das zuletzt kaum noch ausgeweitete Flächenangebot und der
anhaltend guten Nachfrage nach Büroflächen guter Qualität,
hat sich das Angebot in diesem Marktsegment immer weiter
verknappt und dadurch laut DG Hyp im vergangenen Jahr zu
einem Anstieg der Spitzenmiete auf elf Euro geführt. Leipzig
zählt nach Berlin zusammen mit Dresden zu den attraktivsten
Shopping-Standorten in den neuen Bundesländern.
Mannheim/Rhein-Neckar: Starke Region im Süden
Mannheim ist das Zentrum der „Europäischen Metropolregion
Rhein-Neckar“, die Teile der Bundesländer Baden-Württem-
berg, Hessen und Rheinland-Pfalz umfasst. Mannheim zählt
mit rund 2,2 Millionen Quadratmetern zu den kleineren Bü-
rostandorten, relativ zur Stadtgröße ist der Büromarkt für ein
Oberzentrum aber als durchschnittlich groß anzusehen. Die
Spitzenmiete ist laut DG Hyp gegenüber dem Tief 2005 zwar
um elf Prozent gestiegen, aber sie liegt heute mit etwas über
13 Euro je Quadratmeter noch einen guten Euro unter dem
Höchststand aus dem Jahr 2001. Die Aussichten für den Mann-
heimer Büromarkt seien insgesamt aber positiv.
Hannover gilt als etwas langweilig,
gehört aber dank der hervorragenden
Verkehrsanbindung zu den be-
liebtesten Einkaufsstandorten.