Seite 34 - Immobilienwirtschaft_2012_06

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durchschnittlichen Leerständen setzen
wir interdisziplinäre Spezialistenteams
ein, die sehr marktnah Handlungskon-
zepte erstellen. Da werden Ideen geboren,
wie etwa ein differenzierter Mietpreis für
jede einzelne Wohnung. Das etwa war
ein Impuls der Gesellschafter.
Sie leben in einem Spannungsverhält-
nis, müssen es den Gesellschaftern und
den Mietern recht machen …
Hegel:
Wir kommen damit gut zurecht.
Die LEG hat nun mal eine gemeinnützig
geprägte Geschichte. Das erzeugt auch
Reibungsflächen. Aber der angebliche
Widerspruch zwischen Renditeorien-
tiertheit und Nachhaltigkeit existiert so
nicht: Nachhaltige Investitionen und ein
umfangreiches soziales Engagement er-
fordern ein betriebswirtschaftlich erfolg-
reiches Unternehmen!
Schultz:
Auch Private Equity hat in den
letzten fünf Jahren deutlich dazugelernt.
Wohnungen sind langfristige Investiti-
onsgüter. Da gibt es grundsätzlich keine
unterschiedliche Sichtweise zwischen
deutschem Management und internatio-
nalen Gesellschaftern.
Der Mehrwert eines nachhaltig arbei-
tenden Unternehmens wird erkannt?
Schultz:
Ja, ein großes Unternehmen
muss nach klaren Zielen transparent ge-
führt, Mitarbeiter müssen motiviert wer-
den. Es sollte vernetzt sein in der Woh-
nungswirtschaft, in die Politik hinein.
Sie haben sich für den Zukunftspreis
der Zeitschrift DW beworben. Warum?
Hegel:
Wir haben uns unter anderemmit
dem Thema „Einkaufsstrategie“ bewor-
ben. Im Rahmen dessen haben wir un-
sere kompletten Einkaufsaktivitäten auf
Konzernebene gebündelt und damit eine
Prozessoptimierung im Einkauf und eine
Verschlankung von Abläufen erreicht.
Ein anderes Spannungsverhältnis be-
steht bisweilen zur Politik ...
Hegel:
Durchaus. Ich nenne die Stich-
Nachhaltige Investitionen erfordern ein betriebswirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen,
so die Repräsentanten der Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen. Ein
Gespräch über ein oft bemühtes Spannungsverhältnis, Refinanzierung und vieles mehr.
Interview
von Dirk Labusch
Thomas Hegel & Eckhard Schultz
Ohne Rendite keine Nachhaltigkeit
03 | 2012
Das Verhältnis zwischen Ihnen und
Ihren Gesellschaftern wirkt manchmal
geradezu harmonisch …
Hegel:
Wir arbeiten tatsächlich sehr gut
zusammen. Die Gesellschafter haben in
letzter Zeit wichtige Impulse gesetzt.
Bei der Wohnungsbewirtschaftung?
Hegel:
Ja. In großen Siedlungenmit über-
„Deutsche Immobilienunternehmen werden im Moment mit einem Abschlag auf den Reinver-
mögenswert (Net Asset Value) bewertet. Wenn ich nicht nachhaltig investiere, dann habe ich
einen entsprechend hohen Abschlag. Der Markt ist auch hier kritischer geworden und schaut viel
genauer hin, was die Unternehmen operativ tatsächlich mit ihren Beständen machen.“
Eckhard Schultz MRICS, CFO LEG, über den Wert eines Unternehmens:
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