Herr Zinnöcker, wie ist nach demGSW-
Börsengang Ihr Resümee?
Zinnöcker:
Wir blicken auf ein höchst
erfolgreiches Jahr zurück. Trotz der
eskalierenden
europäischen
Schul-
denkrise und der Turbulenzen an den
Kapitalmärkten bewegt sich die GSW auf
sicherem Boden. In erster Linie resultiert
dies aus unserer langfristig optimierten
Finanzstruktur sowie einem tragfähigen
und stabilen Geschäftsmodell, das auf
den prosperierenden Berliner Woh-
nungsmarkt fokussiert ist. Nach dem
erfolgreichen Börsengang entwickelten
sich GSW-Aktien deutlich besser als der
Gesamtmarkt. Mit der Aufnahme in den
MDAX Ende September 2011 zählt die
GSW nun zu den 80 größten börsenno-
tierten Unternehmen in Deutschland.
Stimmt die Hauptversammlung unserem
Dividendenvorschlag zu, zahlen wir be-
reits im ersten Jahr unserer Börsenno-
tierung eine Dividende von 0,90 Euro je
Aktie an die Aktionäre aus.
Welche Fragen wurden Ihnen bei der
jüngsten Road Show am meisten ge-
stellt?
Zinnöcker:
Zweck der Road Show war
unter anderem, Investoren von der Ka-
pitalerhöhung zu überzeugen. Der Net-
toemissionserlös daraus soll für künftige
Zukäufe und zur Optimierung unserer
strategischen und finanziellen Flexibili-
tät verwendet werden. Sowohl nationale
als auch internationale Investoren sind
derzeit von der Entwicklung auf dem
Berliner Wohnungsmarkt fasziniert. So
hat es uns auch nicht überrascht, dass die
meisten Fragen zu der Mittelverwendung
gekommen sind. Aktuell prüfen wir Ak-
quisitionschancen, und diesbezüglich
kamen eine Menge Fragen, beispielsweise
nach der Qualität der Portfolios und den
Preisvorstellungen der Verkäufer.
In Ihrem Jahresabschluss für 2011 wid-
men Sie elf Seiten allein den Verände-
rungen Ihres Aktionärskreises. Gibt es
unter den aktuell 94 Prozent Streube-
sitz auch einen nennenswerten Anteil
an privaten Aktionären?
Zinnöcker:
Das lässt sich für uns nur
schwer einschätzen, weil uns entspre-
chende Zahlen nicht konkret vorliegen.
Ich gehe aber davon aus, dass sich der
Anteil an privaten Aktionären bei der
GSW im unteren einstelligen Prozent-
satz bewegt. Damit sind wir zwar kei-
ne Ausnahme, allerdings halte ich den
Anteil für zu gering. Wohnimmobilien,
auch Wohnimmobilienaktien, sind gut
prognostizierbare Investments, weil der
Mietwohnungsmarkt deutlich weniger
volatil ist als die Gewerbeimmobilien-
Das Finanz-Interview
von Manfred Gburek
Thomas Zinnöcker
Die GSW Immobilien AG will wachsen und ihre Aktionäre
mit hohen Dividenden am Erfolg beteiligen. Der gute
Berliner Wohnimmobilienmarkt soll es möglich machen.
ist seit Anfang 2005 für die GSW tätig, seit
März 2010 als Vorstandsvorsitzender. Vorher
war er unter anderem Geschäftsführer der
Deutschen Telekom Immobilien und Service
GmbH. Insgesamt bringt er es auf fast 17 Jah-
re in der Immobilienwirtschaft.
Thomas Zinnöcker
Serie
Geschäftsmodell Berlin
26 Finanzen, Markt + Management
06 | 2012
Foto: GSW Immobilien AG